Warum dieser Sandhaufen nahe der A33 zum illegalen Abenteuerspielplatz wird

Die Vermarktung des Materials erweist sich als schwieriger als erhofft. Straßen.NRW wird das Projekt an die Autobahn GmbH abgeben.

Andreas Großpietsch

Der karge, halb abgetragene Sandhügel zwischen Holzweg und Autobahn scheint als Übungsplatz für Fahrradakrobaten beliebt zu sein. - © Andreas Großpietsch
Der karge, halb abgetragene Sandhügel zwischen Holzweg und Autobahn scheint als Übungsplatz für Fahrradakrobaten beliebt zu sein. (© Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. Vermutlich ist es nicht erlaubt und sicher gibt es dafür auch viele guter Gründe: Der große Sandhaufen am Holzweg, direkt an der Autobahn, zeigt Spuren von Fahrzeugen, obwohl dort offiziell eigentlich keine sein dürften. Doch weil sich die Vermarktung des Materials zumindest mal verzögert, macht es für die zuständigen Behörden vielleicht Sinn, nicht zu genau hinzuschauen.

Wobei die Zuständigkeit sich gerade ändern. „Wir haben die Autobahnprojekte in unserem Bereich ja gerade fertig", sagt Sven Johanning, Sprecher des Landesbetriebs Straßen.NRW. Und insofern ist die geplante Umstrukturierung der Zuständigkeiten für den Bereich Autobahn keine Neuerung, mit der man bei dem Landesbetrieb nicht gut leben könnte.

Problem landet bei der Autobahn GmbH

Bisher ist es so, dass die Länder in einer sogenannten Auftragsverwaltung für den Bund Autobahnen bauen und unterhalten. Dafür bekommen sie finanzielle Mittel von der Bundesrepublik und deshalb heißen diese Straßen fachlich korrekt auch Bundesautobahnen (BAB).

Ab dem 1. Januar des kommenden Jahres wird das ganze System dann umstrukturiert. Die Verantwortung für die Autobahnen – Neubau, Reparatur und Erhalt – sowie ihre Nebenanlagen gehen an die bundeseigene Autobahn GmbH. Und bei der wird dabei auch das Problem der Bodenlager an der A 33 landen.

Für Boden gibt es derzeit keinen Käufer

Vor vielen Jahren, beim Bau des A 33-Teilstücks zwischen Dissen und Borgholzhausen, wurden sie vorsorglich angelegt. Eigentlich eine gute Idee, denn Boden war damals teuer. Doch beim letzten Abschnitt Richtung Halle wurde zum einen weniger Material gebraucht. Und zum anderen ist Boden zu einer Ware geworden, für die es derzeit keinen Käufer gibt.

Insofern ist man bei Straßen.NRW bestimmt nicht zu traurig, speziell für dieses Problem nicht mehr zuständig zu sein. So würde man es dort bestimmt nicht ausdrücken. „Durch den größeren Zuständigkeitsbereich und die vielen Aktivitäten gibt es bei der Autobahn GmbH sicher viel bessere Möglichkeiten, den Boden einer Nutzung zuzuführen", sagt Sven Johanning fast philosophisch. Und bis diese Möglichkeiten genutzt werden können, kann der Hügel vielleicht noch ein wenig als Abenteuerspielplatz dienen. Auch wenn das natürlich weiterhin nicht erlaubt ist.

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