Internetseite soll jeden alten Bauernhof im Kreis Gütersloh vorstellen

Alexander Heim

Ebenfalls ein weißer Fleck im Kataster: Doch Besucher des Infoabends wussten, dass es sich hier um den Noltenhof an der Heidbreede handelt. - © HK
Ebenfalls ein weißer Fleck im Kataster: Doch Besucher des Infoabends wussten, dass es sich hier um den Noltenhof an der Heidbreede handelt. (© HK)

Borgholzhausen. „Wir haben den Termin in der Presse bekannt gegeben und ich habe ein wenig telefoniert", berichtet Heimatvereins-Vorsitzender Jan Brüggeshemke nach Ende des Infoabends am Mittwoch. Von der Resonanz da-rauf dürfte er selbst überrascht gewesen sein.

Immer wieder mussten er und Jürgen Hellweg Stühle nachholen, um jeden interessierten Besucher auf der Deele des Heimathauses einen Platz anbieten zu können, so groß war offensichtlich der Bedarf, sich über das Projekt Westfalenhöfe aufklären zu lassen. Und: selbst etwas beisteuern zu können.

Mehrere Schnellhefter mit Fotos von alten Bauernhöfen, deren Namen unbekannt waren, lagen im Heimathaus aus. Am Ende füllte sich die eine oder andere Lücke. Denn unter den Besucher waren sehr wohl einige, denen die abgebildeten Hofstellen nicht unbekannt waren. Manche dieser Bauwerke waren sogar recht prominent, wie der erst vor wenigen Jahren abgerissene Hof Krull respektive Nolten-Hof an der Heidbrede. Doch auch Ansichten des eigenen Hofes hatte so mach Gast mit im Gepäck und suchte das Gespräch mit den Referenten.

Der Heimatverein besitzt viele Fotos von alten Höfen

Michael Erichreineke vom Heimatverein Verl und Ulrike Doht vom Heimatverein Borgholzhausen stellten den anwesenden das Projekt »Westfalenhöfe« und damit auch die seit einem Jahr freigeschaltete Homepage vor, auf der Bauernhöfe aus dem gesamten Kreis Gütersloh und sogar darüber hinaus zusammengetragen werden.

Die alten Hofbezeichnungen kommen hier ebenso zur Geltung wie – soweit bereits vorhanden – weitere Detailinformationen zur Geschichte dieser Hofstellen. Und auch eine Verlinkung zu Google Maps ist schnell hergestellt, um zu sehen, wo genau sich die Höfe heute befinden. Zudem lassen sich alte Karten über aktuelle legen, so dass auch historisch die jeweilige Hofstelle in der dazugehörigen Landschaft betrachtet werden kann.

Bis zum Treffen im Heimathaus noch ein Rätsel: Doch am Mittwochabend lüftete sich das Geheimnis um den Hof Brune. - © HK
Bis zum Treffen im Heimathaus noch ein Rätsel: Doch am Mittwochabend lüftete sich das Geheimnis um den Hof Brune. (© HK)

Ulrike Doht plauderte dabei auch ein wenig aus ihrer eigenen Familiengeschichte und hatte zur Untermalung Fotos der für ihre Familie bedeutsamen Höfe mitgebracht. Michael Erichreineke beschäftigt sich seit 2006 intensiver mit seiner eigenen Familiengeschichte.

„Ich hatte das Glück, dass meine Familie fast alles zusammengestellt hat", erzählte er. Der 56-Jährige stellte die Haus-und-Höfe-Liste im Verlaufe des Abends im Detail vor. „Die alten Hofnamen von 1820 sollten dort stehen", sagte er. Und versicherte: „Wir werden keinen Namen eines jetzigen Besitzers veröffentlichen."

Ulrike Doht betonte zudem: „Wir stellen nicht alles ins Internet, was wir von Ihnen an Informationen bekommen." Sie wünscht sich Unterstützung aus den einzelnen Ortsteilen von Borgholzhausen bei ihrer Arbeit.

Am Mittwoch wurde so manches Geheimnis gelüftet

Karl-Heinrich Hoyer plädierte dafür, dass die alten Hofnamen auch weiterhin in den Stadtplänen und Wanderkarten erhalten bleiben sollten. Arnold Weßling hob hervor, dass auch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ein hohes Interesse daran habe, dass es genügend Rückmeldungen gebe. Nicht nur Informationen, Schriftstücke und Fotos seien bedeutsam, sondern mehr und mehr auch Ton- und Video-Dokumente.

Luden zum Informationsabend ein: Michael Erichreineke beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit den Höfen in Ostwestfalen. Ulrike Doht will vor allem in Borgholzhausen recherchieren. Jürgen Hellweg und Jan Brüggeshemke von Heimatverein luden nun zum Infoabend ein, um das Projekt vorzustellen. - © Alexander Heim
Luden zum Informationsabend ein: Michael Erichreineke beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit den Höfen in Ostwestfalen. Ulrike Doht will vor allem in Borgholzhausen recherchieren. Jürgen Hellweg und Jan Brüggeshemke von Heimatverein luden nun zum Infoabend ein, um das Projekt vorzustellen. (© Alexander Heim)

Nach dem erfolgreichen Treffen in Sachen »höfisches Leben in Borgholzhausen« freut sich der Heimatverein nun auf seine Veranstaltung am kommenden Mittwoch. Auch dabei geht es wieder um Heimatgeschichte. Dann soll im Heimathaus ein Film aus dem Jahre 1976 gezeigt werden, in dem der früherer Briefträger Hermann Bobbenkamp auf seiner Runde quasi Interviews mit alten Piumern führt. Und: sogar der Einweihung des Rathauses beiwohnt. Beginn ist um 19 Uhr.

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