Homann soll massiv Personal abbauen

Der Feinkosthersteller in Dissen steht erneut vor Einschnitten

Andrea Frühauf

Ein ständiges Auf und Ab: An allen deutschen Homann-Standorten soll Personal eingespart werden. Zudem sollen die Investitionspläne nicht so umgesetzt werden wie geplant. - © Andreas Großpietsch
Ein ständiges Auf und Ab: An allen deutschen Homann-Standorten soll Personal eingespart werden. Zudem sollen die Investitionspläne nicht so umgesetzt werden wie geplant. (© Andreas Großpietsch)

Dissen. Der Dissener Feinkosthersteller Homann kommt nicht zur Ruhe. Bereits vor drei Jahren hatten in Dissen 70 Mitarbeiter ihre Arbeit verloren, weil dort zur Effizienzsteigerung eine von drei Fabriken geschlossen wurde. Nun muss die Belegschaft erneut um ihre Arbeitsplätze zittern. Nach Informationen der Lebensmittel-Zeitung will die Unternehmensgruppe Theo Müller (Müllermilch, Weihenstephan), zu der Homann seit 2011 gehört, an allen deutschen Standorten den Rotstift ansetzen, um die Kosten zu drücken.

Zu Homann, Marktführer für Feinkostsalate in Deutschland, der seit über 140 Jahren im Geschäft ist, gehören inzwischen auch die Marken Nadler und Hamker sowie Weser-Feinkost und Rügen-Feinkost. Homann produziert seine Produkte an den sechs deutschen Standorten Dissen, Lintorf, Bottrop, Rogätz (Sachsen-Anhalt), Sassnitz (Mecklenburg-Vorpommern), Floh-Seligenthal (Thüringen) sowie im polnischen Poznan und Charzyno.

Die Rede ist von Stellenabbau in dreistelliger Höhe

Um das geplante Sanierungspaket werde noch gerungen, berichtet das Branchenblatt. Es handle sich aber in jedem Fall um eine "klar dreistellige Zahl über alle deutschen Werke" hinweg, heißt es unter Berufung auf Insider. Und zwar zusätzlich zu den bereits beschlossenen Werksschließungen in Sassnitz und Floh-Seligenthal, wovon demnach bereits 115 Beschäftigte betroffen sind. Der Stellenabbau solle ohne Kündigungen umgesetzt werden, heißt es. Die Rede ist von Altersteilzeit und Freiwilligenprogrammen.

Darüber hinaus soll das Investitionsvolumen, das für die Modernisierung von vier deutschen Standorten vorgesehen war, geringer ausfallen. Die im April 2018 genannten 200 Millionen Euro seien vom Tisch, so das Blatt.
Vor der Sanierung hatte Homann in Deutschland knapp 1.800 Mitarbeiter. Zusammen mit der polnischen Lisner-Gruppe, die 2018 von der deutschen Feinkostgruppe abgespalten wurde, sind es rund 3.000 Mitarbeiter.

Theo Müller, besser bekannt als Müller Milch, wollte ursprünglich die Zentrale des Feinkostenherstellers in Dissen am Teutoburger Wald komplett ins sächsische Leppersdorf verlegen, um Steuern und Kosten zu sparen. Doch die Pläne wurden im April 2018 gestoppt.
Theo Müller wollte daraufhin angeblich 200 Millionen Euro in die Homann-Standorte Dissen (davon 40 Millionen hier), Bad Essen, Bottrop und Rogätz investieren. Nun soll auch dieser Plan zumindest in dieser Form gestoppt worden sein.

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