LokalsportKommentar zum Sport-Lockdown: Ängste berechtigt, aber es gibt auch Mutmacher

Der Lockdown im Sport dauert an. Mindestens bis Ende des Monats – wahrscheinlich darüber hinaus. Klar ist: Je länger die Pause dauert, desto dramatischer sind die Folgen. Was aber Hoffnung macht.

Dennis Bleck

Geschlossene Türen sind durch das Coronavirus weit verbreitet. - © Noah Wedel
Geschlossene Türen sind durch das Coronavirus weit verbreitet. © Noah Wedel

Seit Mitte vergangener Woche steht es fest: Auch im Dezember bleiben die Sportplätze der Region verwaist, die Handballhallen verschlossen. Die Amateursportler befinden sich weiter im Lockdown – ebenso die Gastronomen, die Künstler oder die Schausteller. Lockerungen gibt es bis Weihnachten keine. Im Gegenteil: Einige Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wurden sogar noch verschärft.

Seit dem 1. Dezember gilt in Nordrhein-Westfalen die neue Corona-Schutzverordnung. Auf Überraschungen hat CDU-Ministerpräsident Armin Laschet verzichtet und stattdessen die in der Bund-Länder-Konferenz gemeinsam erarbeiteten Vorgaben umgesetzt. Fast eins zu eins. Auch der letzte Funken Hoffnung auf ein Kinder- und Jugendtraining im Dezember ist damit erloschen. Also weiter kein Breitensport. Mindestens bis Ende des Jahres. Wahrscheinlich sogar noch länger.

Ganze Saison scheint längst nicht mehr realistisch zu sein

Denn nach wie vor sind die Corona-Fallzahlen hoch. Zu hoch. Noch immer kämpfen auf den Intensivstationen des Landes viele Menschen, die an dem Virus erkrankt sind, um ihr Leben. Wo sich diese und die vielen anderen Corona-Kranken infiziert haben, ist oft nicht mehr nachzuvollziehen. Wer garantiert also, dass die Hygienekonzepte der Vereine wirklich so gut funktionieren, wie überall behauptet?

Längst müssen sich die Beteiligten sportartübergreifend mit der Idee anfreunden, dass die Saison nicht in vollem Umfang gespielt werden kann. Wohl nur die kühnsten Optimisten gehen derzeit noch davon aus, dass der Trainings- und Spielbetrieb gleich zu Beginn des neuen Jahres wieder startet.

Sportvereine leiden extrem unter der Krise

Schon jetzt ist klar: Je länger die Pause noch dauert, desto dramatischer sind die Folgen für den Breitensport. Den Clubs fehlen die Zuschauereinnahmen. Große Sportfeste, mit dessen Gewinnen ein kleiner Verein große Teile seiner Jahresausgaben deckte, sind ausgefallen. Immer mehr Ehrenamtliche wenden sich ab. Wie sich die Corona-Pandemie im nächsten Jahr entwickelt, ist ungewiss. Das erschwert die Planungen der Club-Verantwortlichen.

Außerdem tritt kein Sechsjähriger derzeit in einen Sportverein ein. Fußball und Handball klagten schon vor Corona über Nachwuchssorgen. Weniger populäre Sportarten kämpften gar ums nackte Überleben. Konsole statt Sportplatz ist schließlich schon länger das Credo einer neuen Generation. Eine Entwicklung, die wegen Corona nun wohl weiter voranschreitet.

Clubs erkennen: Krise birgt auch Chancen

Trotzdem: Jede Krise birgt auch ihre Chance. Und das haben die Sportvereine mittlerweile erkannt. Die anfängliche Schockstarre ist überwunden. Der befürchtete massenhafte Austritt von Vereinsmitgliedern blieb bislang aus. Die Erkenntnis, dass der Mitgliedsbeitrag kein Preis ist, den man für eine Dienstleistung zahlt, wird von einer breiten Masse der Sportler geteilt. Sie hängen an ihrem Sportverein, der nicht nur ein Ort der körperlichen Ertüchtigung ist. Und dieser dankt ihnen dafür: Längst bleiben die Vereine mit kreativen Ideen trotz des Lockdowns mit ihren Mitgliedern in Kontakt. Weihnachtsfeiern finden plötzlich digital statt. Auch das gemeinsame Training wird ins Netz verlagert.

Logisch, all das ersetzt nicht die persönliche Begegnung. Nicht die Geselligkeit, die das Vereinsleben für gewöhnlich auszeichnet. Doch genau darauf müssen wir im Moment leider verzichten. Denn es ist eben dieses Miteinander, das die Corona-Pandemie befeuert.

Klar ist auch: Irgendwann werden die Zahlen wieder sinken. Doch bis dahin heißt es durchhalten! Solidarität ist gefragt. Das gilt für alle Alters- und Leistungsklassen. Das gilt für den Hobbysportler und den leistungsorientierten Athleten. Es kommen wieder andere Zeiten. Garantiert.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.