Elias Sansar siegt das vierte Mal in Folge bei der Nacht von Borgholzhausen

Claus Meyer

Begehrte Unterschrift: Nach dem Zieleinlauf schreibt Elias Sansar erst einmal Autogramme. Foto: Claus Meyer - © Claus Meyer
Begehrte Unterschrift: Nach dem Zieleinlauf schreibt Elias Sansar erst einmal Autogramme. Foto: Claus Meyer (© Claus Meyer)

Borgholzhausen. Das Tagwerk für den Dominator ist mit dem Zieleinlauf nicht getan. Kaum hat Elias Sansar seine herausragende Stellung in der regionalen Läuferszene erneut unterstrichen, ist er von jungen Autogrammjägern umringt. Lächelnd setzt der zwölfmalige Hermannslaufsieger seinen Schriftzug auf Unterarm und T-Shirt. Seine Lockerheit hat ihn zuvor in 32:11 Minuten zum vierten Nacht-Sieg in Folge getragen.

„Das war wieder ein Highlight", sagt Sansar über die 44. Auflage. „Ich laufe, um Spaß zu haben", ergänzt er, und man glaubt dem 39-Jährigen, dass es ihm nach all den Kilometern auf dem Hermannsweg, am Barenberg oder auf den Straßen von Borgholzhausen nicht mehr nur um Zeit und Platzierung geht. Die stimmen an diesem milden Abend ohnehin wieder.

44. Nacht von Borgholzhausen

Der Zweitplatzierte Pierre Danelak hält respektvoll Abstand

Vielleicht hätte der Osnabrücker Nicolai Riechers Sansar in Borgholzhausen Paroli bieten können. Beim Citylauf in Oelde vor Wochenfrist war Riechers nur 20 Sekunden langsamer. „Ich habe ihn hier erwartet", sagt Sansar im Ziel. Doch Riechers ist nicht erschienen. Adam Janicki, ein weiterer, der Sansar hätte gefährlich werden können, zieht die fünf Kilometer vor. So hält der Zweitplatzierte, Pierre Danelak aus Brackwede, in 33:25 Minuten respektvollen Abstand. Mehr war für ihn nicht drin, wie er selbst sagt: „Wenn ich mich an Elias dranhänge, würde mir das nicht gut bekommen."

Strahlende Erste: Stephanie Strate ist im Ziel. Foto: Andre Schneider - © Andre Schneider
Strahlende Erste: Stephanie Strate ist im Ziel. Foto: Andre Schneider (© Andre Schneider)

Für Stephanie Strate läuft es derzeit rund. „Ich bin in Form wie seit eineinhalb bis zwei Jahren nicht mehr", sagt sie im Ziel. Im Oktober unterbot sie in Köln bei ihrem Marathondebüt gleich die Dreistundenmarke. Im März wurde sie beim Lissaboner Halbmarathon in 1:21:04 Stunden beste Deutsche und beim Hermannslauf Ende April überzeugte sie als Zweite.

Persönliche Bestzeit

Los geht’s: Die Zehnkilometerläufer sind auf der Strecke. Elias Sansar trägt die Nummer 1 passend zur späteren Platzierung. Foto: Andre Schneider - © Andre Schneider
Los geht’s: Die Zehnkilometerläufer sind auf der Strecke. Elias Sansar trägt die Nummer 1 passend zur späteren Platzierung. Foto: Andre Schneider (© Andre Schneider)

Auch ihre Leistung bei der Nacht ist kaum geringzuschätzen. Strates Siegeszeit von 36:35 Minuten bedeuten persönliche Bestleitung, obwohl der Rundkurs in der Lebkuchenstadt mit seinen Steigungen nicht eben als rekordträchtig gilt. Auf flacher Strecke hat Strate zuvor 37:04 Minuten hingelegt.

„Ich habe schon in der ersten Runde gesehen, dass ich gut drauf bin", sagt Stephanie Strate nach dem Zieleinlauf. „Ganz gut" ist sehr bescheiden ausgedrückt: Strates Zeit ist lediglich sechs Sekunden langsamer als die von Anke Esser bei deren Sieg 2018. Esser trainiert mittlerweile unter professionellen Bedingungen unter anderem in Kenia und gewann unlängst den Vivawest-Halbmarathon im Ruhrgebiet – zwei Minuten vor dem schnellsten Mann.

„Die Stimmung war super", richtet Strate derweil ein Kompliment ans Borgholzhausener Publikum. Zu ihrem persönlichen Rekordlauf dürfte die Atmosphäre nicht ganz unwesentlich beigetragen ha-ben.

Der Firmenlauf über 5.000 Meter

Titelverteidiger Hendrik Pohle ist verletzt und hat seine Laufkarriere zudem für beendet erklärt. Die Erste von 2018 bei den Frauen, Katharina Kloppe vom LC Solbad, zieht den Zehnkilometerlauf vor. Bei der sechsten Auflage des Firmenlaufs fehlen somit die dominierenden Figuren des Vorjahres. Das Vakuum füllt Adam Janicki optimal aus. Seine Zeit von 15:40 Minuten bedeutet neuen Streckenrekord. Pohles Bestzeit aus dem Vorjahr unterbietet der Brackweder um vier Sekunden.

Nacht von Borgholzhausen 2019, 5-Kilometer-Lauf

Schnellste Frau auf 5 Kilometer: Sonja Mayer. - © Andre Schneider
Nacht von Borgholzhausen 2019, 5-Kilometer-Lauf
Schnellste Frau auf 5 Kilometer: Sonja Mayer. (© Andre Schneider)

Sonja Mayer kratzt in 20:04 Minuten an der 20er Marke und ist mit ihrem Auftritt überaus zufrieden. Im Sprint hat sie Heidi Bowenkamp auf den Silberplatz verwiesen. Die ganze Zeit über haben die beiden schnellsten Frauen des Abends gleichauf gelegen. Auch die Dritt- und Vierplatzierte, Svea Lüdorff und Ellen Knoepke, bleiben am Samstag unter 21 Minuten. „Fünf Kilometer bin ich schon jahrelang nicht mehr gelaufen", verrät die schnelle Siegerin im Ziel. Auf der langen Distanz verfügt Sonja Mayer dagegen über einige Nacht-Erfahrung.

Auch Sansar musste gegen Janicki schon kämpfen

Adam Janicki siegt über 5.000 Meter. - © Claus Meyer
Adam Janicki siegt über 5.000 Meter. (© Claus Meyer)

Adam Janicki hat schon bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften in Köln am Himmelfahrtstag sein Potenzial auf den 5.000 Metern angedeutet. Auf der Bahn am Sportpark Müngersdorf brauchte er 15:13 Minuten, auf dem anspruchsvollen Borgholzhausener Stadtkurs am Samstag nur unwesentlich mehr. „Im Sommer gebe ich den kurzen Strecken den Vorrang", sagt Janicki – fünf Kilometer sind da schon eher lang. Dass er auch die Distanz beherrscht, bewies Janicki 2017 beim Luisenturmlauf in Borgholzhausen: Eine halbe Sekunde Vorsprung rettete Seriensieger Elias Sansar damals vor dem Brackweder ins Ziel.

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