Profivertrag für Versmolder Kicker

Tim Mannek begann bei den Oesterweger Minikickern

Philipp Kreutzer

Schnell, beweglich, torgefährlich: Trotz seiner Körpergröße von 1,90 Metern ist Tim Mannek kein Kopfballungeheuer, die meisten Treffer erzielt der Mittelstürmer mit seinen Füßen. - © Foto: Manuel Schlichting
Schnell, beweglich, torgefährlich: Trotz seiner Körpergröße von 1,90 Metern ist Tim Mannek kein Kopfballungeheuer, die meisten Treffer erzielt der Mittelstürmer mit seinen Füßen. (© Foto: Manuel Schlichting)

Versmold. Für Tim Mannek aus Versmold ist wahr geworden, wovon die meisten Nachwuchskicker nur träumen können. Der 18-jährige Mittelstürmer hat einen Profivertrag unterschrieben.

Wer ein guter Stürmer sein will, der braucht etwas, das man nur schwerlich lernen kann. Einen Riecher. Erfolgreiche Torjäger haben ihn, sie stehen oft intuitiv goldrichtig – und treffen. So wie Tim Mannek. 21 Mal hat er die Kugel in dieser Saison für die U 19 des SC Paderborn im Netz versenkt. Damit liegt er in der Torschützenliste der Westfalenliga auf Platz eins.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist Mannek auch bei der Karriereplanung. Denn den Profivertrag, den der 18-jährige Versmolder jetzt bei seinem Club unterzeichnet hat, verdankt er nach eigener Einschätzung nicht nur seinen Leistungen, sondern auch der jüngeren Entwicklung auf der Paderborner Cheftrainerposition: René Müller beobachtete Mannek schon vor Jahren in seiner damaligen Funktion als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums.

»Dass ich den Vertrag bekommen habe, hat auch mit Glück zu tun«

Nachdem Müller das Talent 2013 vom VfL Theesen zum SCP geholt hatte, entstand bald auch ein Vertrauensverhältnis zwischen dem Spieler und Nachwuchscoach Markus Feldhoff. Der ist heute Müllers Kotrainer bei den Profis. „Es war auch ziemlich viel Glück dabei", sagt Mannek mit Blick auf den Umstand, dass seine größten Förderer – beide übrigens früher selbst erfolgreiche Stürmer im Profifußball – inzwischen die Verantwortung für die erste Mannschaft tragen.

Weil Müller und Feldhoff sowohl im Fußballer als auch im Menschen Tim Mannek viel Potenzial erkennen, schlugen sie dem Club-Vorstand vor, dem hoffnungsvollen Nachwuchsangreifer das zu geben, wofür dieser seit Jahren lebt: den ersehnten Profivertrag. Der Vorstand willigte ein, und so ist Mannek nun „sehr glücklich. Für mich ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Es ist schön, dass sich der Aufwand gelohnt hat".

Info

In Oesterweg fing alles an

Tim Mannek aus Versmold wird in wenigen Tagen 19, er wurde am 21. Mai 1997 geboren. Sein Vater Peter kann sich gut an das erste Fußballspiel seines älteren Sohnes erinnern. „Das war bei den Mini-Kickern der SG Oesterweg. Tim war drei Jahre und zwei Monate, und er berührte den Ball kein einziges Mal", sagt Mannek senior und lacht. Tim wechselte später zu den D-Junioren des FC Gütersloh und anschließend zum VfL Theesen, ehe 2013 mit 16 Jahren nach Beendigung der Realschule der Sprung zum SC Paderborn folgte. In der Domstadt besucht er eine Höhere Handelsschule, die er in Kürze mit dem Fachabitur abschließen will. Dann ist der Weg frei für den Profifußball. (pik)

Diesem Traum hat Mannek fast alles in seinem Leben untergeordnet. Mit 16 verließ er sein Elternhaus in Versmold und zog ins Nachwuchsinternat des SC Paderborn. Ganz leicht war das nicht, auch nicht für seine Eltern Peter und Claudia und den jüngeren Bruder Erik, der ebenfalls ein talentierter Kicker ist und für Theesens U 17 spielt. „Tim wollte es aber so", sagt Peter Mannek. An den Wochenenden kommt Tim nach Hause, in der Woche besucht er in Paderborn die Schule und trainiert vier bis sechs Mal mit der U 19-Mannschaft. Ein professionell durchorganisiertes Leben, ausgerichtet auf den großen Traum.

In seiner ruhigen Art konzentriert sich Mannek in Paderborn seit nun knapp drei Jahren voll auf den Fußball. An Talent mangelte es ihm nie, er beherrscht den Ball dank seiner feinen Technik schon sehr gut, ist außerdem schnell und beweglich. Und den Instinkt, den ein Mittelstürmer nun mal benötigt, den hat er auch. Zugleich aber ist Mannek vernünftig genug, um zu wissen, dass er trotz seiner Größe von 1,90 Meter noch nicht den Körper hat, der den Belastungen einer kompletten Spielzeit im Profifußball standhalten kann. Nach einem Fußbruch in der vergangenen Saison feilte Mannek deshalb gemeinsam mit Feldhoff in vielen Sonderschichten an der Athletik, absolvierte immer wieder zusätzliche Kraft-, Koordinations- und Stabilisationsübungen.

»Ich will versuchen, so oft wie möglich in den Kader zu kommen«

Manneks Fähigkeit zur realistischen Selbsteinschätzung und der Wille zu arbeiten überzeugten Müller und Feldhoff, der Spieler wiederum bekam eine für ihn wichtige Bestätigung, als er im Herbst erstmals mit den Profis trainieren durfte – damals hieß der Übungsleiter noch Stefan Effenberg. Anfang des Jahres erhielt Mannek dann in Gesprächen mit seinen Förderern „erste Signale, dass es klappen könnte mit dem Vertrag", wie er sagt.

Abzuheben kam und kommt für ihn nicht in Frage, das entspricht nicht Manneks Charakter. Der Youngster hält sich außerhalb des Platzes lieber zurück, er sagt: „Ich will einfach versuchen, es in der nächsten Saison so oft wie möglich in den Kader zu schaffen." Ganz egal, ob in der zweiten oder in der Dritten Liga, Paderborns sportliche Zukunft ist schließlich noch ungeklärt.

Einsätze, so lautet eine weitere realistische Selbsteinschätzung Manneks, werde er zunächst wohl vor allem in der Paderborner U 23-Mannschaft in der Oberliga bekommen. Die kann sich auf einen Mittelstürmer mit richtig gutem Riecher freuen.

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