BielefeldHimmel über dem Teuto erneut wegen Kampfjet-Einsatz gesperrt

Über Ostwestfalen-Lippe drehen derzeit zahlreiche Jets ihre Runden - auch am Freitagmorgen ist das in bestimmter Höhe wieder so. Die Besuche der Abfangjäger häufen sich, so wirkt es jedenfalls. Aber stimmt das? Die Bundeswehr gibt Auskunft.

Eike J. Horstmann

- © Gerald Paetzer (Symbolbild/Archiv)
© Gerald Paetzer (Symbolbild/Archiv)

Altkreis Halle/Bielefeld. In den vergangenen Tagen war oft minutenlang ein unheilvolles Dröhnen zu hören. Und auch am Freitag wird es voraussichtlich wieder laut: Laut der Deutschen Flugsicherung ist der Luftraum über Ostwestfalen-Lippe von 9 bis 10.30 Uhr in einer Höhe von 2.400 bis 4.500 Metern gesperrt. Will heißen: Die Luftwaffe wird einmal mehr über dem Teutoburger Wald ihre Runden drehen.

Mehrere Leser hatten sich aufgrund des Fluglärms gemeldet. Teils verwundert, teils besorgt. Denn die Geräuschkulisse schien spätestens mit dem Aus des britischen Militärflughafens bei Gütersloh der Vergangenheit angehört zu haben.

Und nun üben wieder Kampfjets wie der Eurofighter, der Tornado oder aber auch wie zuletzt auch F-16 der niederländischen Luftwaffe über OWL den Ernstfall. Das Luftfahrtamt der Bundeswehr betont, dass es mit den Einsätzen alles seine Richtigkeit habe. Zudem beschwichtigt ein Sprecher des Amtes, dass es in den vergangenen Monaten rein quantitativ keine Zunahme des Flugaufkommens gegeben habe. Im Gegenteil.

Eine „Flugdichteanalyse" zeige, dass sich das Aufkommen im zeitweilig für militärische Übungen gesperrten Luftraum „TRA Münsterland" seit November „nicht nachweislich erhöht" habe. Im Dezember habe es „gewohnheitsmäßig" sogar weniger Betrieb gegeben, so dass im Januar wieder das Niveau des November erreicht worden sei.

Flugbeschränkungen an vielen Orten

Und das sei nicht nur in Ostwestfalen der Fall, sondern auch in anderen „Flugbeschränkungsgebieten", wie die Areale bei der Deutschen Flugsicherung heißen. Diese sind auch entlang der gesamten deutschen Nordseeküste zu finden.

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In Niedersachsen ist ein großer Bereich von Osnabrück bis Oldenburg sowie von der niederländischen Grenze bis zum Steinhuder Meer zeitweilig für Flüge reserviert – hier stellenweise sogar für Tiefflüge, die es im Luftraum Münsterland nicht gibt. Auch im Saarland oder im Süden zwischen Stuttgart und München wird von der Luftwaffe geübt – und das mitunter mit deutlich längeren und häufigeren Sperrungen.

Verteilung auf alle Übungslufträume

Hier könnte womöglich einer der Gründe dafür zu finden sein, warum im Februar und März dann doch etwas mehr Betrieb über Bielefeld herrscht: Wenn es einen „erhöhten Ausbildungsbedarf" und eine „erhöhte materielle Einsatzbereitschaft" bei den Geschwadern gebe, versuche die Luftwaffe den Flugbetrieb möglichst gleichmäßig auf alle Übungslufträume zu verteilen.

Nachtflüge vorzugsweise im Winter

Zudem würden Nachtflugübungen – wie zuletzt mehrfach Ende Februar über Bielefeld der Fall – vorzugsweise in den Wintermonaten durchgeführt, weil es schlichtweg früher dunkel wird und so nicht bis spät in die Nacht hinein geflogen werden müsse.

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Das Luftfahrtbundesamt hat für Fragen und Informationen ein Bürgertelefon eingerichtet. Es ist erreichbar unter Tel. (08 00) 8 62 07 30.

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