Bluttat in Neuss: Verdächtiger war bereits zuvor gewalttätig

Im Fall der erschossenen Versmolderin dauern die Ermittlungen an. Der mutmaßliche Täter kann bislang allerdings noch nicht vernommen werden

Tasja Klusmeyer

Tödliche Schüsse in Neuss: Wie die Polizei erklärte, durfte sich der mutmaßliche Täter seiner Ex-Partnerin (27) aufgrund eines Kontaktverbotes nicht nähern. Dieser Anordnung widersetzte er sich. - © Blaulicht Aktuell Solingen
Tödliche Schüsse in Neuss: Wie die Polizei erklärte, durfte sich der mutmaßliche Täter seiner Ex-Partnerin (27) aufgrund eines Kontaktverbotes nicht nähern. Dieser Anordnung widersetzte er sich. (© Blaulicht Aktuell Solingen)

Versmold. Vier Tage nach den tödlichen Schüssen auf eine 27-jährige Versmolderin arbeitet die Mordkommission »Gladbacher« der Polizei im Rhein-Kreis Neuss weiter intensiv an der Aufklärung des Verbrechens. Ein Verbrechen, das in der Heimat des Opfers für Fassungslosigkeit, Trauer und Entsetzen sorgt. Eine Gewalttat, die das blutige Ende eines länger währenden Streits zu sein scheint.

Eine junge Frau, 27 Jahre alt, die das Leben noch vor sich hatte. „Lachen ist die schönste Sprache der Welt", so formulierte sie es selbst über die sozialen Netzwerke. Immer wieder sind Aussagen, die Lebensfreude, Fröhlichkeit und Optimismus ausdrücken, auf ihrem Profil zu lesen. Getrübt wurde diese Lebensfreude von einem Mann, der das Aus der Beziehung vor einigen Monaten offenbar nicht akzeptieren wollte.

Gericht verhängte Kontaktverbot

Der mutmaßliche Täter, ein 31-Jähriger aus Meerbusch bei Neuss, ließ die Versmolderin nicht in Ruhe, wurde nach HK-Informationen körperlich gewalttätig. Die Frau, die vor einigen Jahren an den Rhein zog, fühlte sich bedroht, hatte Angst. Die Pressestelle der Polizei in Neuss bestätigt dem Haller Kreisblatt, dass das dortige Amtsgericht vor einigen Wochen „eine einstweilige Anordnung", derzufolge sich der Mann seiner ehemaligen Partnerin nicht nähern dürfe, erlassen habe.

An das Kontaktverbot aber hielt sich der Mann nicht. Am Freitagmorgen kam es in der Neusser Innenstadt zur Auseinandersetzung. In dessen Verlauf, so der aktuelle Ermittlungsstand, zückte der 31-Jährige eine Waffe und schoss auf seine Ex-Freundin. Diese flüchtete in einen Blumenladen, wo sie später von den alarmierten Rettungskräften lebensgefährlich verletzt gefunden wurde.

Medienberichten zufolge sollen laut Zeugen mindestens drei Schüsse gefallen sein. Die Polizei hält sich zum Tathergang bedeckt. Zur genauen Anzahl der Schüsse sowie zur Art der Verletzung werde man keine Angaben machen, heißt es von der Pressestelle. Die Schüsse seien sowohl vor dem Geschäft als auch in dem Laden gefallen. Sie verletzten die 27-Jährige so schwer, dass sie wenig später im Krankenhaus starb.

„Wir gehen von versuchtem Suizid aus"

Der mutmaßliche Täter wollte sich offenbar nach dem Angriff das Leben nehmen. Während der Fahndung mit einem Großaufgebot an Polizeikräften wurde unweit des Tatorts eine männliche Person auf den Gleisen gemeldet. Der Tatverdächtige erlitt schwerste Verletzungen, als er sich auf die Bahngleise begab und von einem herannahenden Zug erfasst wurde. HK-Informationen und anderen Medienberichten zufolge sollen ihm dabei die Beine abgetrennt worden sein. „Wir gehen von versuchtem Suizid aus", bestätigt die Polizei.

Aufgrund seines Gesundheitszustandes sei der Mann bisher nicht vernehmungsfähig, lässt die Pressestelle am Montagmittag auf Nachfrage wissen. Und zurzeit sei auch nicht abzusehen, wann der Verdächtige befragt werden könne. Aus diesem Grund habe die zuständige Staatsanwaltschaft Düsseldorf auch noch keinen Haftbefehl erlassen können. Aktuell werde die Transport- und Gewahrsamfähigkeit geprüft.

Auch die Untersuchungen der nahe der Bahngleise in einem Gebüsch gefundenen Waffe dauern an. Es wird überprüft, ob es sich um die Tatwaffe handelt und woher sie überhaupt stammt.

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