27-jährige Versmolderin in Neuss erschossen

Beziehungstat: 31-jähriger Ex-Freund greift die junge Frau auf offener Straße an. Sie läuft in einen Blumenladen. Es fallen Schüsse. Das Opfer wird mehrfach getroffen. Der mutmaßliche Täter flüchtet und wirft sich vor einen Zug

Andreas Großpietsch,Jonas Damme

Der Tatort: Polizisten und Passanten stehen vor einem Haus in der Innenstadt von Neuss. Nach Schüssen ist eine 27-jährige Frau, die aus Versmold stammt, gestorben. Der mutmaßliche Täter wurde lebensgefährlich verletzt in eine Klinik gebracht, nachdem er von einem Zug erfasst wurde. Foto: Blaulicht Aktuell Solingen/TeleNewsNetwork/dpa - © Verwendung weltweit
Der Tatort: Polizisten und Passanten stehen vor einem Haus in der Innenstadt von Neuss. Nach Schüssen ist eine 27-jährige Frau, die aus Versmold stammt, gestorben. Der mutmaßliche Täter wurde lebensgefährlich verletzt in eine Klinik gebracht, nachdem er von einem Zug erfasst wurde. Foto: Blaulicht Aktuell Solingen/TeleNewsNetwork/dpa (© Verwendung weltweit)

Versmold/Neuss. Um 10.20 Uhr erreichten die ersten Notrufe am Freitagmorgen die Polizei in Neuss. Entsetzte Zeugen schilderten Jagdszenen in der Innenstadt.

Ein mit einer Pistole bewaffneter Mann verfolgte eine junge Frau. In Panik flüchtet die Frau in den Blumenladen an der Gladbacher Straße. Der Bewaffnete folgt ihr und schießt mehrfach. Nachbarn wollen mindesten drei Schüsse gehört haben. Dann verlässt der Mann das Geschäft und rennt in Richtung der nahegelegenen Bahngleise davon.

Die herbeigerufenen Polizeibeamten treffen die Frau noch lebend an. Erst vor wenigen Jahren war sie – nach Informationen des Haller Kreisblatts – ins Rheinland übergesiedelt. Es handelt sich um Constanze K., die aus Versmold stammt. Während Rettungskräfte und Notarzt um ihr Leben kämpfen, nimmt die Polizei die Fahndung nach dem mutmaßlichen Täter auf.

Polizisten suchen die Umgebung nach flüchtigem Täter ab

Polizeiwagen schwärmen in die Umgebung aus, um den Mann zu suchen. Gefunden wird der 31-Jährige dann aber nach erneuten Zeugenhinweisen. Sie melden ein Unglück auf einer nahegelegenen Bahnstrecke. Ein Mann war von einem Güterzug überrollt worden. Die Polizisten eilen zum Unfallort. Der Mann lebt, ist aber schwer verletzt.

Wie die Polizei im Laufe des Freitags ermittelt, handelt es sich offenbar um den flüchtigen Schützen – einem Mann aus Meerbusch, nördlich von Neuss.

Bei den weiteren Ermittlungen findet sich in einem Gebüsch unweit der beiden Schauplätze auch eine Pistole. Ob es tatsächlich die Tatwaffe ist, wird derzeit noch geprüft. Mutmaßlich hatte sie der 31-jährige Deutsche nach den Schüssen auf seiner Flucht weggeworfen.

Opfer erliegt im Krankenhaus den schweren Verletzungen

Am Nachmittag erliegt das Opfer im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Die Polizei hat indessen schon erste Erkenntnisse gewonnen. Sie geht von einer Beziehungstat aus. Nach Angaben einer Sprecherin waren die Frau und der Mann offenbar ein Paar, das sich allerdings vor wenigen Monaten getrennt hatte.

Der Bluttat vorausgegangen war ein heftiger Streit auf offener Straße, der dann eskalierte. Als der mutmaßliche Täter eine Pistole zückte, flüchtete die 27-Jährige. Der Täter folgte ihr und feuerte die tödlichen Schüsse ab.

Der mutmaßliche Täter war laut Polizeierkenntnissen vermutlich in Selbstmordabsicht auf die Bahnstrecke getreten. Er wurde von einem Zug der »RheinCargo GmbH« überrollt, überlebte aber. Er wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht. Dort wird er nach wie vor behandelt.

Eine 16-köpfige Mordkommission mit dem Namen »Gladbacher« hat nun die Ermittlungen aufgenommen. Sie soll die Hintergründe der Tat klären. Offen ist auch noch, woher der Schütze die Waffe hatte.

Tiefe Betroffenheit löste die Nachricht aus, die sich mit einiger Verzögerung nun auch in Versmold und dem ganzen Altkreis verbreitet. Das Opfer war in der Region unter anderen bekannt, weil sie viele Jahre bei der Spvg. Versmold Handball spielte und im CVJM aktiv war.

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