Das Steinhagener Hotel-Restaurant "Graf Bernhard 1344" ist insolvent

Weil er die Forderungen des Verpächters nicht mehr erfüllen konnte, griff Wirt Peter Krebs zum letzten finanziellen Mittel. Nach dem klaren Schnitt will er nun in Bad Rothenfelde etwas kleiner weitermachen.

Jonas Damme

Das Hotel-Restaurant Graf Bernhard 1344 ist seit Monaten geschlossen. Nun hat Wirt Peter Krebs Insolvenz angemeldet. - © Frank Jasper
Das Hotel-Restaurant Graf Bernhard 1344 ist seit Monaten geschlossen. Nun hat Wirt Peter Krebs Insolvenz angemeldet. (© Frank Jasper)

Steinhagen. „Wenn ich alle Feierlichkeiten verliere, die Eisbahn und alles andere, wie soll ich dann noch etwas bezahlen?", Wirt Peter Krebs bestätigt die Insolvenz seines Hotel-Restaurants mit einer rhetorischen Frage. Schon seit mehreren Monaten ist das Graf Bernhard 1344 geschlossen.

Schon als er Anfang Mai mit dem HK sprach, begründete der Gastronom seinen Schritt mit der Corona-Krise. Als „Reißleine" bezeichneten seine Frau und er den Schritt damals. „Wir haben in alle Richtungen überlegt, doch diese Krisenzeit lässt es nicht zu, den finanziellen Schaden wieder aufzuholen", hatte Alexandra Krebs die Schließung damals gegenüber Kunden und Mitarbeitern begründet.

Nun ist der wirtschaftliche Zusammenbruch also offiziell. Am 30. Juni ordnete das Amtsgericht Bielefeld das Verfahren an. Die Gütersloher Eckert Insolvenzrecht GbR führt es juristisch. Auf Anfrage bestätigt der Insolvenzverwalter: „Durch die Vielzahl der Absagen von geplanten Events, Übernachtungen und Einschränkungen durch die Corona-Pandemie war es schlussendlich nicht mehr möglich, den Geschäftsbetrieb des Hotel-Restaurant „Graf Bernhard 1344" kostendeckend zu betreiben."

„Ich konnte mit dem Verpächter nicht einig werden, da gab es nur den einen Weg"

Hauptgläubiger ist der Eigentümer des alten Hofes am Brückhof. „Ich konnte mit dem Verpächter nicht einig werden, da gab es nur den einen Weg", erklärt Peter Krebs den Schritt. Er habe viele Verträge zu bedienen gehabt, in dem Moment, in dem alle Einkünfte wegbrachen, sei das nicht mehr möglich gewesen.

„Wir hatten 38 Leute beschäftigt", sagt Krebs außerdem. Die Mitarbeiter hätte man mit einer Massenkündigung entlassen müssen, trotzdem sei man finanziell ziemlich sauber auseinandergegangen.

Gerüchten, dass das Hotel-Restaurant schon zuvor in Schieflage war, widerspricht auch die Insolvenzverwaltung. Schriftlich unterstreicht sie, dass die „wirtschaftlichen Schwierigkeiten insbesondere in den Auswirkungen der Corona-Krise zu sehen" seien. Entsprechend schwierig sei auch die Prognose, ob das Verfahren erfolgreich verlaufen werde. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können wir hierzu noch keine valide Auskunft tätigen", so die Eckert Insolvenzrecht GbR. „Insbesondere die letzten Monate waren für die Gastronomie im Allgemeinen sehr schwierig. Ein entscheidendes Kriterium wird sein, ob die Einschränkungen der Corona-Krise noch weiterhin anhalten werden."

Peter Krebs - © Sonja Faulhaber, HK
Peter Krebs (© Sonja Faulhaber, HK)

Teil des Insolvenzverfahrens ist auch Peter Krebs neues Café in Bad Rothenfelde, das „Komm und bleib". Im Gegensatz zum Grafen geht hier das Geschäft aber weiter. Ziel der gesteuerten Insolvenz sei auch, den dortigen Geschäftsbetrieb „uneingeschränkt" fortzuführen.

Beginnend im Jahr 2004 hatten Alexandra und Peter Krebs den alten Hof Niederwahrenbrock zusammen mit der Haller Eigentümerfamilie General zum Hotel-Restaurant umgebaut. Die Stallungen wurden zu einem großen Festsaal mit rund 150 Plätzen, an den sich der Restaurantbereich mit weiteren 80 Plätzen anschließt. 23 Hotelzimmer gehören ebenso zum Betrieb wie ein großer Biergarten. Im März 2007 war die Eröffnung.

Peter Krebs hatte bereits vor der Eröffnung des Hotel-Restaurants Graf Bernhard 1344 die Steinhagener Gastroszene geprägt. Angefangen hat der gebürtige Amshausener als Bäcker. Nach seiner Lehre übernahm er die Bäckerei Dopheide am Fivizzanoplatz.

Copyright © Haller Kreisblatt 2020
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen fr die Kommentarfunktion an.