Bewohner wird tot aufgefunden: Polizeieinsatz am Schnatweg in Steinhagen

Die Einsatzkräfte hatten einen Durchsuchungsbeschluss umgesetzt. Sie finden unter anderem Waffen und Sprengstoff. Und am Donnerstagmorgen eine Leiche

Marc Uthmann

Wieder im Fokus: Das Haus am Schnatweg, in dem vor gut 14 Jahren ein Waffenlager ausgehoben wurde. - © Marc Uthmann
Wieder im Fokus: Das Haus am Schnatweg, in dem vor gut 14 Jahren ein Waffenlager ausgehoben wurde. (© Marc Uthmann)

Steinhagen. Mehrere Explosionen hatten die Anwohner im weiteren Umkreis des Schnatweges in der Nacht zu Donnerstag aus dem Bett geholt. Was war geschehen? Die Polizei hat eine offizielle Erklärung herausgegeben: Ermittlungen der Kreispolizeibehörde hatten die Einsatzkräfte bereits am Mittwochmorgen zu dem Anwesen am Schnatweg geführt. Bereits vor 14 Jahren war dort ein Waffenlager ausgehoben worden. Die Polizisten setzten unter anderem drei Spürhunde ein.

Auch die Staatsanwaltschaft war anwesend, als der Durchsuchungsbeschluss umgesetzt wurde. Bis in die frühen Stunden des Donnerstagmorgen lief der Einsatz, der auch zahlreiche Anwohner aus Steinhagen und Künsebeck aufschreckte. Denn die Polizisten fanden in dem Haus verbotene Gegenstände, Waffen und Sprengmittel. Und um eine Gefahr für Anwohner und angrenzende Gebäude auszuschließen, wurde kontrolliert gesprengt. Experten des Landeskriminalamtes waren ebenfalls eingebunden - sie stellten offenbar fest, dass ein sofortiges Eingreifen nötig war. Die Explosionen der Sprengung rissen viele Menschen aus der Umgebung aus dem Schlaf.

Besitzer war bereits 2005 ins Visier der Polizei geraten

Am Donnerstagmorgen fanden die Einsatzkräfte den Bewohner des Hofes, gegen den sich die Ermittlungen richteten, tot auf. Ersten Erkenntnissen zufolge handelt es sich um einen Suizid. Nach HK- Informationen kam es zum Selbstmord, nachdem der Polizeieinsatz zunächst beendet und die Kräfte bereits abgerückt waren.HK-Recherchen haben ergeben, dass der Besitzer des Hofes derselbe war, der bereits 2005 ins Visier der Polizei geriet.

Mehr Details zu den Hintergründen wollte Polizei und Staatsanwaltschaft mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen zunächst nicht veröffentlichen. Allerdings gibt es offenbar eine Vorgeschichte: Am 15. Juni 2005 hatten Spezialeinsatzkräfte unter der gleichen Adresse ein Waffenlager ausgehoben. Unter anderem 1.000 Schusswaffen, 650 Kilogramm Munition, 18 Kilogramm Sprengstoff und ein Raketenwerfer waren sichergestellt worden. Der damals 52-jährige Amshausener hatte angegeben, sich die "Sammlung" über 30 Jahre aufgebaut zu haben.

Die Ermittler hatten aufgrund der Kontakte des Mannes zunächst Verbindungen zur italienischen Mafia vermutet, diese Spur erhärtete sich indes nicht. Letztlich war der Waffennarr wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz zu einer 18-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

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