Homestory mit Steinhagens Heidekönigin: „Lila ist nicht meine Lieblingsfarbe“

Heidrun Barrelmeier ist Steinhagens neue Heidekönigin. Erst im allerletzten Moment hatte sie sich einen Ruck gegeben und für das Amt beworben. Von wem sie überredet wurde?

Frank Jasper

Heidrun Barrelmeier mit einem lila Luftballon vom Heidefest. - © Frank Jasper
Heidrun Barrelmeier mit einem lila Luftballon vom Heidefest. (© Frank Jasper)

Steinhagen. Was auffällt: In der Wohnung der Barrelmeiers beherrschen gedeckte Farben das Szenario. Die Luftballons vom Heidefest, die hier und da hängen, stechen sofort ins Auge. Darauf angesprochen, gesteht die Hausherrin lachend: „Lila und Rosa sind auch nicht unbedingt meine Lieblingsfarben." Damit muss man als Heidekönigin natürlich erst mal klarkommen. Schließlich ist deren Arbeitsuniform genau das: lila – die Farbe des Heidekrauts. „Ich habe dann aber ein schönes Kleid gefunden, in dem ich mich wohlfühle", schiebt Heidrun I. hinterher, und der Nagellack im Brombeerton passt ganz hervorragend dazu.

Zweiter Anlauf landet auf dem Thron

Bereits im vergangenen Jahr hatte die 50-jährige Steinhagenerin mit dem Gedanken gespielt, sich für das Amt der Heidekönigin zu bewerben, ihre Pläne dann aber verworfen. Dieses Jahr fast dasselbe Spiel: „Ich habe den Aufruf in der Zeitung gelesen und ihn ausgeschnitten und eine Bewerbung geschrieben. Die habe ich aber nicht losgeschickt", erzählt die Bankkauffrau, die in der Sparkassenfiliale in Quelle arbeitet. Beim Steinhagener Seifenkistenrennen traf sie dann ihre Nachbarin Tina Uffmann – macht’s Klick? Genau: Tina Ufmann war zu jener Zeit noch die amtierende Heidekönigin. „Tina hat mir dann zugeredet, wie viel Spaß das Amt macht und den nötigen Schubs gegeben", berichtet Heidrun Barrelmeier schmunzelnd. Einen Tag vor Einsendeschluss landete die Bewerbung dann also doch im Briefkasten.

Beim Heidefest am ersten September-Sonntag krönte Bürgermeister Klaus Besser Heidrun I. zur neuen Heidekönigin. Und da es in Steinhagen guter Brauch ist, dass die Vorgänger-Heidekönigin ihre Nachfolgerin begleitet, wird Heidrun Barrelmeier zusammen mit Nachbarin Tina Uffmann ein Jahr lang die Gemeinde Steinhagen repräsentieren.

„Ich freue mich auf schöne Begegnungen", sagt Steinhagens neue Heidekönigin. Ob Fittkefest auf dem Ströhen, Weihnachtsmarkt oder Fahrten in Steinhagens Partnerstadt Woerden – die Heidekönigin ist immer dabei. Für die unternehmungslustige Mutter von einem Sohn (15) und einer Tochter (18) dürfte das ein Leichtes sein. Schließlich ist sie gerne unterwegs.

Zehn Jahre Fußballerin beim TuS Jöllenbeck

„Städtereisen gehören zu meinen Hobbys. Mit meinem Mann und den Kindern war ich zuletzt in New York", berichtet Heidrun Barrelmeier. Als nächstes Ziel steht Barcelona oben auf der Wunschliste. „Außerdem geht’s einmal im Jahr zum Skifahren. Hin und wieder gehe ich auch auf die Alm zu den Arminia-Spielen", sagt die Heidekönigin, die selber zehn Jahre Fußball beim TuS Jöllenbeck gespielt hat. Zusammen mit Freunden aus ihrer alten Heimat Jöllenbeck geht sie einmal im Monat Kegeln

„Steinhagen ist gemütlich und familienfreundlich. Hier lässt es sich auf jeden Fall gut leben", sagt Heidrun Barrelmeier, die seit 1997 in der Gemeinde lebt. Dass sie in ihrer Heimat plötzlich überall erkannt und auch schon mal auf der Straße angesprochen wird, sei noch ein wenig ungewohnt. „Letztens hat mich sogar jemand um ein Selfie gebeten", erzählt sie. Das gehört wohl genau so zur Jobbeschreibung wie die lila Robe ...

Copyright © Haller Kreisblatt 2019
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.