Pinnchen für 275 Liter Schnaps

Wer weiß etwas über die Herkunft des Gefäßes?

Max Maschmann

Steinhagen. Die Besucher des Historischen Museums treffen am Eingang künftig auf einen großen Urkönig-Schnapskrug. Über die Vergangenheit des außergewöhnlichen Exponats ist nahezu nichts bekannt.

Prost!: Bianca und Rolf Volkmann (rechts) stoßen für das Pressefoto zusammen mit Gerhard Goldbecker symbolisch auf die Restaurierung des Urkönig-Schnapskruges an. Natürlich stilecht mit den kleinen Porzellanausgaben. - © Foto: Max Maschmann
Prost!: Bianca und Rolf Volkmann (rechts) stoßen für das Pressefoto zusammen mit Gerhard Goldbecker symbolisch auf die Restaurierung des Urkönig-Schnapskruges an. Natürlich stilecht mit den kleinen Porzellanausgaben. (© Foto: Max Maschmann)

Zuletzt hatte das einen Meter hohe, neunzig Zentimeter breite und etwa 100 Kilo schwere, schwarze Trinkgefäß beim Grillwerk (ehemals Deppe-Grill) gestanden. Im Frühjahr war es dort aus Platzgründen von Inhaber Daniel Walkenhorst ausrangiert worden. Anstatt den Krug zu entsorgen, entschied sich Walkenhorst dazu, ihn an das Museum weiterzugeben.

„Das Gefäß war in keinem guten Zustand", erinnert sich der Vorsitzende des Vereins Historisches Museum, Gerhard Goldbecker. Bis oben sei der rund 275 Liter fassende Behälter mit Wasser gefüllt gewesen, das nicht abfließen konnte. Doch nicht allein die Witterung, auch mutwillige Zerstörung hatten dem aus Glasfaserkunststoff bestehenden Krug in der Vergangenheit merklich zugesetzt. Eine Generalüberholung war notwendig.

Rätselraten um den Krug vom Deppe-Grill

Für diese zeichneten Bianca und Rolf Volkmann verantwortlich. Der Malermeister und seine Tochter wechselten ein Drittel des angegriffenen Materials aus und verpassten dem XXL-Schnapskrug einen neuen Anstrich. Dass die Schriftzüge auf Vorder- und Rückseite des Gefäßes nun in neuem Glanz erstrahlen, ist ein Verdienst der Firma Vogt. Sie hat die wetterunbeständige Schrift durch Folien ersetzt.

Ähnlich wie bei den im Museum ausgestellten kleinen Ausgaben aus Porzellan, ist auch auf der Vorderseite des großen Modells »Urkönig« zu lesen. »Ein schwarzer Hausgebrannter«, so erfährt man auf der Rückseite, bei dem es sich angeblich um »eine urige Spezialität feinwürziger Art« handelt.

Über die Vergangenheit des neuen Exponates, das bereits den Deppe-Grill geschmückt hat, ist nahezu nichts bekannt. „Vielleicht gibt es in Steinhagen oder Brockhagen ja noch jemanden, der weiß, wer die Idee dazu hatte, diesen Krug zu bauen", hofft Goldbecker auf mögliche Antworten. Längst geklärt ist indes die Frage, wo das Gefäß demnächst stehen soll. „Wir werden den Krug vor dem Eingang platzieren und mit Blumen schmücken", verrät Gerhard Goldbecker.

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