Prächtige Blüten begeistern

Ausstellung mit der Königin der Blumen im Berghotel

Frank Jasper

Guck mal, was da wächst: Andrea Pitzer (Leiterin der Gruppe Teutoburger Wald, links) und ihre Stellvertreterin Stefanie Brune erfreuen sich an den satten Farben dieser Orchideen im Gewächshaus von Züchter Klaus-Dieter Lohoff. - © Foto: Frank Jasper
Guck mal, was da wächst: Andrea Pitzer (Leiterin der Gruppe Teutoburger Wald, links) und ihre Stellvertreterin Stefanie Brune erfreuen sich an den satten Farben dieser Orchideen im Gewächshaus von Züchter Klaus-Dieter Lohoff. (© Foto: Frank Jasper)

Steinhagen. Die Mitglieder der Deutschen Orchideen-Gesellschaft – Ortsgruppe Teutoburger Wald – wollen in Steinhagen die Artenvielfalt der Blume einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Mit der herkömmlichen Baumarkt-Orchidee auf der Fensterbank kann man hier niemanden beeindrucken. „Phalaenopsis“, murmeln sie dann den lateinischen Artennamen vor sich hin und werfen sich schmunzelnd vielsagende Blicke zu. Schon klar, hier sind Experten unterwegs, die unumwunden zugeben, dass sich Hobby und Wissenschaft vermischen.

Andrea Pitzer, Leiterin der aktuell gut 20 Mitglieder zählenden Gruppe Teutoburger Wald, kaufte sich 1979 ihre erste Orchidee beim Züchter. „Dafür habe ich damals noch 80 D-Mark gezahlt, heute bekommt man sie für unter acht Euro im Supermarkt", erzählt sie. Schnell begeisterte sie sich immer mehr für die Pflanzen mit ihren oft in den schillernsten Farben leuchtenden Blüten.

Botanik kennt mehr als 10000 Arten

Doch es gibt eben weit mehr als die handelübliche Phalaenopsis, die heute jedes zweite Wohnzimmer schmückt. „Es ist die große Artenvielfalt, die dieses Hobby so interessant macht", sagt Stefanie Brune. Die Borgholzhausenerin ist die stellvertretende Gruppenleiterin. Sie spricht von mehr als 10000 Arten. „Manche sind womöglich noch gar nicht entdeckt worden."

Prächtige Blüten begeistern Orchideen-Fans

Zwar finden sich Orchideen auf jedem Kontinent, der Großteil stammt allerdings aus tropischen und subtropischen Regionen. „Sie wurden auf Expeditionen entdeckt und nach Europa gebracht, um sie nachzuziehen", weiß Stefanie Brune. Damals war es vor allem Adeligen vorbehalten, die wertvollen Blumen zu besitzen. Heute werden sie im großen Stil nachgezüchtet. Besonders wertvolle und ausgefallene Exemplare gibt es nach wie vor. Bis zu fünfstellige Summen werden dafür gezahlt.

In Bielefeld-Quelle hat sich der Zuchtbetrieb Lohoff den Orchideen verschrieben. Klaus-Dieter und Christina Lohoff sind Experten, wenn es um die nicht immer einfache Aufzucht und Pflege der Pflanzen geht. Sie werden neben weiteren Ausstellern am 6. und 7. August im Quellental dabei sein und ihre Züchtungen auch zum Kauf anbieten. Auf diese Weise lernen die Besucher unter anderem Orchideen kennen, die auf Baumrinden wachsen. Daneben wird Jürgen Pieper mit Freilandorchideen und Moorpflanzen teilnehmen – eben Exemplare, die es in Baumärkten und Supermärkten nicht zu kaufen gib. Für passendes Zubehör ist Torsten Huff der passende Ansprechpartner.

Abholzung bedroht seltene Arten

„Wir wollen die Besucher dazu ermutigen, dieses schöne Hobby kennenzulernen und auch mal ausgefallenere Sorten zu kaufen", sagt Andrea Pitzer. Schließlich gehe es bei den seltenen Züchtungen auch um Arterhaltung. Denn in ihren ursprünglichen Biotopen sind einige Orchideen bedroht. Etwa durch die Abholzung des Regenwaldes.

Natürlich haben die Aussteller auch den ein oder anderen Tipp für die richtige Pflege parat. Zwei Vorträge finden während der Ausstellung statt. Am Samstag um 11 Uhr geht es um »Maßnahmen und Vorbeugung zur Schädlingsbekämpfung«. Sonntag ebenfalls um 11 Uhr erfahren die Zuhörer alles über das »Aufbinden von Orchideen auf Rinde, Material und Technik«.

Die Schau ist an beiden Tagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 2 Euro, Kinder unter 14 Jahren zahlen keinen Eintritt.

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