HalleJagd nach Brandherden: Unterstützung beim Löschen kommt aus der Luft

Die Rettungshundestaffel kommt zur Hilfe, als der Teuto brennt – jedoch ohne Hunde.

Melanie Wigger

Aus der Ferne waren nur Rauchsäulen zu sehen, doch im Teuto brannte es an drei Brandherden lichterloh.  - © Andreas Eickhoff
Aus der Ferne waren nur Rauchsäulen zu sehen, doch im Teuto brannte es an drei Brandherden lichterloh.  © Andreas Eickhoff

Halle/Werther. Es ist ein bisschen wie so manches Ultraschallbild: Man sieht nur ominöse Flecken und Schattierungen – es sei denn, man kennt sich aus. So ist es auch mit den Ergebnissen einer Wärmebildkamera. Doch die Einsatzkräfte der Rettungshundestaffel Gütersloh/Verl kennen sich mit den Bildern aus und konnten somit die Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten im Teutoburger Wald unterstützen.

„Auch Menschenleben waren bei dem Brand in Gefahr"

Mit einer Drohne samt Wärmebildkamera flogen sie in der Brandnacht, 25. April, das Gebiet zwischen Halle und Werther ab und halfen damit dem Feuerwehreinsatzleiter, die kritischen Stellen im lichterloh brennenden Wald schneller zu erkennen. Die Löscharbeiten wurden dementsprechend angepasst.

Info

Hundestaffel

- Die Rettungshundestaffel Gütersloh-Verl besteht aus Helfern des Malteser Hilfsdienst Gütersloh und dem Deutschen Roten Kreuz Verl.

- Die Staffel ist 2002 gegründet worden und besteht derzeit aus elf Helfern mit sechs Hunden in der Ausbildung.

Auch die Kreisfeuerwehr und der ABC-Zug haben Drohnen, die ebenfalls vor Ort waren – nur ohne Wärmebildkamera. Da die Rettungshundestaffel jedoch organisationsübergreifend arbeitet, unterstützt sie regelmäßig Feuerwehr und Polizei in der Region mit ihrer Ausrüstung und Kompetenz.

Für einen Brand wurde die Wärmebildkamera zum ersten Mal eingesetzt. „Das war auf jeden Fall sinnvoll", bestätigt der Staffelleiter Christian Schumacher rückblickend. Die Drohne sei für diesen Großbrand taktisch wertvoll gewesen. „Wenn man die Lage vor Ort gesehen hat, dann weiß man, dass durch den Brand auch Menschenleben in Gefahr gebracht wurden. Die Einsatzkräfte haben den rutschigen, matschigen Hängen alles gegeben. Das war wirklich gefährlich", berichtet Schumacher.

Je heller ein Bereich, desto wärmer

Wärmebild: Der flächige, sehr helle Bereich links oberhalb des Bildes zeigt einen Holzstapel, der zu diesem Zeitpunkt lichterloh brannte. Die hellen Linien sind Baumstämme, die runden hellen Flecken zeigen Baumstümpfe. Die schwarzen Flächen sind gelöschte Bereiche.  - © DRK-Verl
Wärmebild: Der flächige, sehr helle Bereich links oberhalb des Bildes zeigt einen Holzstapel, der zu diesem Zeitpunkt lichterloh brannte. Die hellen Linien sind Baumstämme, die runden hellen Flecken zeigen Baumstümpfe. Die schwarzen Flächen sind gelöschte Bereiche.  (© DRK-Verl)

Viermal startete das Drohnenteam das Fluggerät, um von der Bielefelder Straße/Werther Straße aus, die Brandherde im Teutoburger Wald zu überblicken. Im Anschluss wurde die Situation mit dem Feuerwehreinsatzleiter besprochen, um daraus Konsequenzen für das weitere Vorgehen beim Löschen zu folgern.

Das Gewirr auf den Bildern lässt sich leicht sich entschlüsseln: Gefällte Bäume werden auf den Schwarzweiß-Aufnahmen zu hellen Linien, Baumstümpfe sind helle Punkte. Die schwarzen Bereichen sind die niedergebrannten, aber schon gelöschten Bereiche. Denn je heller ein Bereich auf den Bilder ist, desto wärmer.

Angeschafft wurde das Gerät jedoch nicht für Brände, sondern um bei der Suche nach Vermissten auch Bereiche überblicken zu können, in denen die Rettungshunde nicht suchen können – wie zum Beispiel an Autobahnen und an Überhängen mit gefährlichen Klippen, erläutert der Staffelleiter.

Pilot Christian Engels bereitet die Drohne vor. Auf dem Bildschirm werden später die Brandherde und Glutnester sichtbar. - © DRK-Verl
Pilot Christian Engels bereitet die Drohne vor. Auf dem Bildschirm werden später die Brandherde und Glutnester sichtbar. (© DRK-Verl)

Ein Ertrunkener im Linteler See wurde auch schon per Drohne gesucht

Die Wärmebildkamera wurde beispielsweise schon bei der Suche nach einem Ertrunkenen im Linteler See in Rheda-Wiedenbrück eingesetzt. Auch die Polizei hat sich schon an die Rettungshundestaffel Güterloh/Verl gewandt – als ein Geldautomat in Verl gesprengt wurde, konnte die Polizei mithilfe der Drohne das Ausmaß der Zerstörung überblicken.

Jeder Drohnensatz wird von drei Helfern der Rettungshundestaffel begleitet: ein Pilot, einer Helfer, der den Bildschirm im Blick behält und dem Pilot Anweisungen gibt und eine weitere Person, für die Einsatzführung.

Maximal hundert Meter hoch darf die GPS-gesteuerte Drohne fliegen. Das Luftfahrtbundesamt hat die Einsätze genehmigt und im vergangenen Jahr noch war die Verler Drohne die einzige bundesweit, die auch nachts fliegen durfte.

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