HalleHolprige Anfahrt zur Autobahn: Bahnübergang am Schnatweg erneut baufällig

Uwe Pollmeier

Kurze Haltbarkeit: Zwei Jahre nach der Anhebung der beiden 2,25 Meter breiten Bodenplatten rechts und links der Gleise, die den leichten Höhenunterschied zwischen Gleisbett und Straße ausgleichen sollen, ist die Stelle erneut baufällig und muss erneuert werden. - © Uwe Pollmeier
Kurze Haltbarkeit: Zwei Jahre nach der Anhebung der beiden 2,25 Meter breiten Bodenplatten rechts und links der Gleise, die den leichten Höhenunterschied zwischen Gleisbett und Straße ausgleichen sollen, ist die Stelle erneut baufällig und muss erneuert werden. © Uwe Pollmeier

Halle-Künsebeck. Der wackelige Bahnübergang am Schnatweg bereitet den Anwohnern weiterhin Sorgen. Nach wie vor rollen die Fahrzeuge in und aus Richtung A 33 mit einem lauten Poltern über die Gleise, da sich die Bodenplatten zwischen Schiene und Straße längst wieder gelockert haben. Genau das war eigentlich vor zwei Jahren schon einmal der Grund für die Deutsche Bahn Netz AG gewesen, den damals erst 18 Monate alten Übergang erneuern zu lassen.

Hilfe abgelehnt: Tempo 50 könnte helfen, viele Fahrer ignorieren aber die Schilder am Schnatweg. - © Uwe Pollmeier
Hilfe abgelehnt: Tempo 50 könnte helfen, viele Fahrer ignorieren aber die Schilder am Schnatweg. (© Uwe Pollmeier)

„Es ist nur anfangs etwas besser gewesen", sagt Anwohner Uwe Pahlkötter. Schon lange ist wieder der alte Ursprungszustand hergestellt, der bei ihm zu Hause förmlich die Wände wackeln lässt. „Die Platten sind längst wieder abgesackt", sagt Pahlkötter und vermutlich liegt es wieder in erster Linie am Schwerlastverkehr, der mit deutlich mehr als den erlaubten 50 Stundenkilometern über die empfindliche Stelle brettert.

Pahlkötter hatte zwischenzeitlich beim Kreis angefragt, ob man das Tempo noch weiter reduzieren könne, erhielt jedoch eine Absage. „Tempo 50 ist schon ein Zugeständnis und eine Abwägung aus den Wünschen der Anwohner und der Verkehrsteilnehmer", sagt Kreissprecher Jan Focken. Man sei in der Vergangenheit auch mehrfach vor Ort gewesen, um die Geschwindigkeit zu kontrollieren. „Dies wird auch zukünftig geschehen", sagt Focken, denn nicht wenige Fahrer erhielten im Anschluss Schwarz-Weiß-Fotos.

An der Stellschraube der Geschwindigkeit lässt sich also nicht mehr drehen, der Appell an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer ist größtenteils verpufft, also bleibt wohl nur noch das erneute Anrücken des Bauarbeiterteams. Ob aber die Flickarbeiten diesmal fruchten werden, daran hat Anwohner Pahlkötter seine Zweifel. „Die haben den Schnatweg einfach zu hoch gebaut", sagt der Künsebecker und sieht in der Sache ein eher grundsätzliches Problem. Die Bahngleise liegen in einer Senke und die Straße läuft von beiden Seiten mit einer gewissen Neigung auf diese zu. „Die Lastwagen fahren praktisch von oben runter und donnern dann auf die tieferliegenden Gleise", sagt Pahlkötter.

Wegen der unveränderten Lärmbelästigung hat er sich auch schon an Straßen.NRW gewandt. Die Behörde hat die Sache überprüft und eine „extreme Lärmbelästigung" bescheinigt, die durch das Anheben der Lärmschutzplatten bei der Lkw-Überfahrt entstünden. Da die baulichen Mängel dem Bahnübergang zuzuschreiben sind, sei, so teilt Straßen.NRW mit, die Deutsche Bahn zuständig. Man habe diese aufgefordert, „umgehend dafür zu sorgen, dass der Bahnübergang ohne Komplikationen und ohne die derzeitige Lärmbelastung befahren werden kann". Der Kreis Gütersloh hat diese Aufforderung ebenfalls kürzlich an die Bahn gerichtet.

Reaktionen darauf gibt es noch nicht, ebenso hat die Deutsche Bahn AG eine Anfrage des HK bis zum Redaktionsschluss unbeantwortet gelassen. Wann und wie sie handeln wird, bleibt somit vorerst ihr Geheimnis. Sicher ist nur, dass am Bahnübergang Schnatweg erneut etwas passieren muss.

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Das Navi denkt nicht weit genug

Ein weiteres Ärgernis für die Anwohner des Schnatwegs ist die für einige Autofahrer wohl nicht ausreichende Beschilderung im Kreisel der Autobahnabfahrt Künsebeck. „Sehr viele Lastwagen, die mit alter Navi-Software unterwegs sind, biegen auf den Schnatweg ab, da die älteren Geräte diesen kennen", sagt Uwe Pahlkötter. An der B 68 stellen sie dann aber wohl fest, dass die Fahrt durch Halle verboten ist. „Einige drehen auf der Kreuzung oder am Hammer Markt, um erneut über den Bahnübergang zu fahren", schildert Pahlkötter seine Beobachtungen. Etliche führen aber auch auf dem schmalen Ascheloher Weg weiter in Richtung Norden.