Halle"Kitzforce" soll junge Rehe vor dem Mähtod retten

Herbert Gontek

In Gefahr: Rehkitze im Feld können schnell in die Mähwerke gelangen – mit dramatischen Folgen. Die Kitze sterben, zugleich gefährden die Rückstände, die in Heuballen landen, auch die Kühe. - © Kreisjägerschaft
In Gefahr: Rehkitze im Feld können schnell in die Mähwerke gelangen – mit dramatischen Folgen. Die Kitze sterben, zugleich gefährden die Rückstände, die in Heuballen landen, auch die Kühe. (© Kreisjägerschaft)

Halle. Neue Wege gegen den Mähtod von Rehkitzen und den Verlust von Gelegen von Bodenbrüter geht der Hegering Halle. Am 18. Januar hat Hegeringsleiter Dr. Volker Janssen zur einer Veranstaltung in den Pappelkrug eingeladen. Ab 19.30 Uhr wird das Amshausener Naturfilmer-Ehepaar Ralph und Svenja Schieke über die heutigen technischen Möglichkeiten der Suche nach Rehkitzen mit Drohnen referieren. Im Hegering ist man entschlossen, eine eigene Drohne anzuschaffen und damit Kitze vor der Mahd zu suchen.

Thomas Scholz ist es, der an einem Konzept für die Drohnengruppe arbeitet. „Wir müssen einmal die technischen Voraussetzungen schaffen, sprich mindestens eine Drohne anschaffen und einige Piloten ausbilden lassen. Auf der anderen Seite müssen die Landwirte vom Nutzen überzeug und zur Mitarbeit animiert werden. Mit der Ausbildung ist begonnen worden, eine Drohne haben wir noch nicht. Gegenwärtig arbeiten wir an einem Flyer, der über das System informiert und uns bei der Finanzierung helfen soll."

Scholz berichtete, dass in einem Fall in Versmold 18 Kitze bei Mäharbeiten getötet worden seien. Das sei ein herber Verlust für die Jägerschaft, aber auch Gefahrenpotenzial für den Landwirt, denn wenn die Tierkörper in den Heuballen gelangten, bestehe Vergiftungsgefahr für die Kühe.

Retter für Kitze: Mit einer Drohne will der Hegering Halle schon in diesem Jahr Wiesen vor der Mahd absuchen, damit sie nicht tot gemäht werden. - © Herbert Gontek, HK
Retter für Kitze: Mit einer Drohne will der Hegering Halle schon in diesem Jahr Wiesen vor der Mahd absuchen, damit sie nicht tot gemäht werden. (© Herbert Gontek, HK)

Die heutige Drohnentechnik mit Infrarot ermögliche mit bezahlbaren Geräten eine sichere Suche von Tieren im hohen Gras. Auch fliegerisch seien die kleinen elektrisch betriebenen Hubschrauber gut beherrschbar. Eine Wiese, so Scholz, werde einmal in ihren Außenkanten abgeflogen.Die gemessenen Koordinaten seien Grundlage für die Suchfläche.

Scholz: „Dann entwickelt das System ein Kontrollnetz und fliegt die Fläche automatisch gesteuert ab. Bestätigt die Infrarotkamera einen Fund, markiert sie die Stelle mit Koordinaten auf dem Monitor. Jetzt kann jemand losgehen und das Kitz einsammeln. Dasselbe erhoffen wir uns von Bodenbrütern."

Eigentlich sollte bereits auf der einer Wiese, die Jürgen von Morsey in Hesseln zur Verfügung stellt, geübt werden. Aber die derzeit schlechte Wetterlage ließ es bisher nicht zu.