Pandemie-Hilfe aus Borgholzhausen? Diese Pflanze soll Corona bekämpfen

Die Produkte von Dr. Pandalis werden im Interkom produziert. Darunter ist auch ein Zistrosen-Arzneimittel, das wirksam gegen frühere Corona-Viren ist. Das Robert-Koch-Institut hat eine Prüfung abgelehnt, beim Helmholtz-Zentrum indes läuft eine Studie.

Heiko Kaiser

Extrakte der Zistrose sollen verhindern, dass Erreger in die Zellen eindringen können. Beweise, dass das Präparat gegen den aktuellen Covid-19-Erreger hilft, gibt es noch nicht. - © Dr. Pandalis
Extrakte der Zistrose sollen verhindern, dass Erreger in die Zellen eindringen können. Beweise, dass das Präparat gegen den aktuellen Covid-19-Erreger hilft, gibt es noch nicht. (© Dr. Pandalis)

Borgholzhausen. Dr. Georgios Pandalis ist ein kritischer Geist. Einer, der sich seine eigenen Gedanken macht, statt im Mainstream zu schwimmen. So hat er sich mit seinen Unternehmen im umkämpften Pharmamarkt behaupten können. Mit eigenen Ideen, mit natürlichen, pflanzlichen Präparaten, die er „urheimisch" nennt: Alle verwendeten Pflanzen sind den Menschen in ihrem jeweiligen Kulturkreis seit Generationen vertraut.

Der promovierte Biologe macht keinen Hehl daraus, dass er einigen Entscheidungen im Zuge der Corona-Krise kritisch gegenübersteht. In einem aber stimmt er den Verantwortlichen hundertprozentig zu: „Abstand ist die beste Maßnahme, um Infektionen zu verhindern. Denn Abstand zu einem Infizierten reduziert die Virenlast, also die Menge der Erreger, die ich möglicherweise einatme. Dadurch ist das Immunsystem in der Lage, mit den verbliebenen Erregern fertig zu werden."

Zistrose - © Dr. Pandalis
Zistrose (© Dr. Pandalis)

Das Prinzip Reduktion ist auch das Erfolgsrezept von Cystus 052, dem bestens erforschten Zistrosen-Extrakt, den Dr. Pandalis bereits seit Jahrzehnten produziert. Er wird gewonnen aus einer besonderen Zistrosenvarietät, die in seiner ersten Heimat Nordgriechenland wächst. „Cystus 052 wurde mit Erfolg bei verschiedenen Adeno-, Rhino- und auch Corona-Viren getestet", sagt Dr. Pandalis. Das grundlegende Wirkprinzip erklärt er vereinfacht so: „Es ist wie bei einigen Inhaltsstoffen der Muttermilch, die verhindern, dass Erreger in die Zellen eindringen können. So ähnlich reduziert auch Cystus 052 die Virenlast. Die Schwere der Erkrankung wird vermindert und der Körper kann gleichzeitig Immunität aufbauen."

Bereits 2011 hatten Forscher der Universitätsklinik Münster, des Friedrich-Löffler-Instituts Tübingen sowie der Charité in Berlin in einer gemeinsamen Studie belegt, dass Cystus 052 ein „effizientes antivirales Potenzial" hat, wie die Fachzeitschrift Naturheilpraxis berichtete. Demnach sei der Extrakt in der Lage, Viren an dem Eindringen in die Schleimhautzellen des Mund- und Rachenraums zu hindern.

Mehrere Anrufe beim Robert-Koch-Institut

Während die medizinische Welt noch intensiv nach einem Medikament forscht, das gegen das neue Covid-19-Virus eingesetzt werden kann. Während Tag für Tag chemische Kandidaten auf ihre Wirksamkeit geprüft werden, erfährt der natürliche Bewerber aus Borgholzhausen bislang nur Ignoranz. Dr. Pandalis legt dabei Wert auf die Feststellung, dass die positiven Erfahrungen, die man beim Einsatz von Cystus 052 gegen andere Corona-Viren gemacht hat, nicht einfach auf den neuen SARS-CoV-2 Erreger übertragbar sind. „Wir suggerieren nicht, dass Cystus-Produkte Covid-19 verhindern würden", betont er.

Zu erwarten ist eine Aktivität gegen das neue Coronavirus aber durchaus. Aus diesem Grund hat das Borgholzhausener Unternehmen bereits im Januar dem Robert-Koch-Institut den Extrakt zur Testung gegen SARS-CoV-2 angeboten. Die Antwort verärgerte Dr. Pandalis. Sie verwies lediglich darauf, dass für die Prüfung und Zulassung von Arzneimitteln das Bundesinstitut für Arzneimittel zuständig sei. Dr. Pandalis rief sich dem RKI anschließend nochmal in Erinnerung und betonte, dass ihm die wissenschaftliche Expertise des Instituts wichtig sei.

So könne Menschen vielleicht ein sicheres und wirksames Arzneimittel zur Verfügung gestellt werden, solange es noch keine zugelassene Medizin gebe. Er erhielt keine Antwort.

Vor dem Hintergrund der positiven Untersuchungen hat jetzt aber das Helmholtz-Zentrum eine Studie mit Zistrosen-Präparaten gegen SARS-CoV-2 gestartet.

„Das ist ein krankmachendes, kein gesundes Wachstum"

Ergebnisse liegen noch nicht vor. Doch auch ohne offizielle Expertise sind die Absatzzahlen von Cystus 052 in den vergangenen Wochen in die Höhe geschnellt. Dr. Pandalis ist darüber nicht glücklich. „Das ist ein krankmachendes, kein gesundes Wachstum", sagt er und fügt hinzu: „Auf so ein Wachstum würde ich gerne verzichten." Der Unternehmensgründer hat dabei vor allem die gewachsene Belastung der Mitarbeiter im Blick, die im Werk im Interkom in zwei Schichten produzieren und gerade besonders gefordert sind. Ein Unternehmer, der sich gegen Wachstum um jeden Preis wendet – wie gesagt, Dr. Pandalis ist ein kritischer Geist.

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