Für die Kunst muss Goethe dran glauben

Hofkunst in Häger auf dem Hof Wiesbrock

Anja Hanneforth

Wenn Hof und Kunst zusammenkommen: Dann heißt es HofKunst und findet bei Irmgard Wiesbrock in Häger statt. Dieses Mal am zweiten Septemberwochenende, auf das sich sehr freuen - vorn, von links: Theresia Störtländer-Nerge, Ricarda Enderweit, Gastgeberin Irmgard Wiesbrock, Frauke Strehl, Claudia Oberste-Hedtbleck, Bernd Kegel und Clotilde Bonhert sowie - hinten, von links: Anke Krieger, Siggy Laffin, Roman Mahr, Eva Volkhardt und Stephanie Ende. Foto: A. Hanneforth - © Foto: Anja Hanneforth
Wenn Hof und Kunst zusammenkommen: Dann heißt es HofKunst und findet bei Irmgard Wiesbrock in Häger statt. Dieses Mal am zweiten Septemberwochenende, auf das sich sehr freuen - vorn, von links: Theresia Störtländer-Nerge, Ricarda Enderweit, Gastgeberin Irmgard Wiesbrock, Frauke Strehl, Claudia Oberste-Hedtbleck, Bernd Kegel und Clotilde Bonhert sowie - hinten, von links: Anke Krieger, Siggy Laffin, Roman Mahr, Eva Volkhardt und Stephanie Ende. Foto: A. Hanneforth (© Foto: Anja Hanneforth)

Werther-Häger. Die Mischung machts. Weil nichts ja langweiliger ist als immer das gleiche. Und so bietet die große Sommerausstellung auf dem Anwesen von Irmgard Wiesbrock die ganze Bandbreite der Kunst, angefangen bei Skulpturen über Bilder, Grafiken und Fotografien bis hin zu Schmuck, Holzarbeiten, Keramik und Installationen. Dies alles am Samstag und Sonntag, 12. und 13. September, jeweils von 11 bis 18 Uhr.

Was vor zwei Jahren noch ein Experiment war, ist bei der jüngsten und inzwischen neunten Ausgabe ihrer Sommerausstellung fest eingeplant: statt früher nur an einem lädt Irmgard Wiesbrock nun an zwei Tagen Besucher zu sich nach Hause ein. „Sonst ist der Aufwand einfach zu groß“, sagt sie. Arbeit im eigentlichen Sinn ist die Organisation der Veranstaltung für sie dennoch nicht – obwohl das Planen, das Telefonieren, das schiere Auf-die-Beine-Stellen der zwei Tage zweifellos viel Arbeit bedeutet. „Mir ist das eine Herzensangelegenheit, es macht mir einfach Spaß“, schildert sie und räumt ein, dass für so ein Projekt auch eine Menge an Idealismus erforderlich ist.

„Doch als ich vor 15 Jahren hier gelandet bin, hatte ich genau diese Idee im Kopf“, schildert die Wahl-Hägeranerin, selbst diplomierte Designerin und leidenschaftliche Mosaikkünstlerin: auf ihrem Hof einen kleinen Skulpturenpark zu erschaffen. Und so ist sie voll gespannter Erwartung, dass sich in kaum zwei Monaten der Vorhang für die inzwischen neunte Sommerausstellung lüftet.

31 Künstler sind dieses Mal dabei, mehr als je zuvor. Etwa die Hälfte von ihnen waren noch nie in Häger, so dass sich die Besucher auf Neues ebenso wie auf Altbewährtes freuen dürfen. Wobei: „Alle Künstler entwickeln sich ja weiter. Und das ist auch das Spannende: zu sehen, wie sich ihre Arbeiten verändern“, findet die Gastgeberin.

Recycling spielt eine Rolle

Dass in diesem Jahr der Recyclinggedanke mehr denn je eine Rolle spielt, ist Zufall und Absicht zugleich. „Mir gefällt die Idee, Dinge wiederzuverwenden und aus ihnen etwas Neues, Schönes zu machen“, beschreibt Irmgard Wiesbrock.

Info

Sie sind bei der Hofkunst dabei:

Bei der Sommerausstellung in Häger wirken mit: Suzanne Austin (Porträtmalerin aus Bielefeld), Thomas B. (Recyclingskulpturen, Bielefeld), Wilfried Bohne (Grafiker und Maler aus Osnabrück), Stefan Donhauser (Keramik, Hagen a.T.W.), Ricarda Enderweit (Schmuck, Bielefeld), Cecilia Herrero (Bildhauerei und Malerei, Bielefeld), Christoph Kasper (Metallgestalter aus Halle), Bernd Kegel (Skulpturen, Bielefeld), Marion Kersting (Gestaltung, Bielefeld), Siggy Laffin (Skulpturen, Kalletal), Brigitte Lapke (Objekte, Münster), Roger Löcherbach (Bildhauer aus Essen), Norbert Meier (Fototischler aus Bielefeld), Sabine Nasko (Keramik, Stuhr), Claudia Oberste-Hedtbleck (Fotografin aus Bielefeld), Jürgen Peter (Grafiker und Maler aus Vlotho), Primelgrün (Aktionen »draußen sein und tun«, Bielefeld), Jörg Ridderbusch (Metallgestalter aus Oldenburg), Rita Riedel (Malerin aus Steinhagen), Hiltrud Schäfer (Papierkünstlerin aus Osnabrück), Schwesternherz (Textilgestaltung, Hiddenhausen), Klaus Seliger (Kettensägenskizzen, Bielefeld), Sandra Silbernagel (Bildhauerin aus Münster), Rolf Stahr (Bildhauer aus Münster), Marion Stölting (Keramik, Hamburg), Theresia Störtländer-Nerge (Keramikpoesie, Minden), Eva Volkhardt (Malerin und Bildhauerin aus Steinhagen), Irmgard Wiesbrock (Mosaike und Skulpturen, Werther), Wild & Wilhelmstroop (Gestaltung, Bielefeld), Sabina Winkelnkemper (Installation, Werther) sowie das Böckstiegel-Haus.

Wie es das Duo »Schwesternherz« tut. Stephanie Ende und Frauke Strehl fertigen aus alten Lederjacken hübsche Taschen, aus altem Geschirr schmucke Etageren und aus ausgedienten Shirts ungewöhnliche Lampenschirme.

Ähnlich verfährt Siggy Laffin, der bei seinen Papierskulpturen gern auch mal einige Goethe-Bände zur Grundlage nimmt. „Ich dachte, die liest ohnehin keiner mehr“, sagt er augenzwinkernd, wohl wissend, dass er damit jeden Deutschlehrer zur Verzweiflung treibt.

"Todgeweihte" in neuer Qualität

Noch drastischer geht Bernd Kegel vor, der seine Arbeiten nicht ohne Grund »Morbaillettes« nennt – Miniaturen, die er aus einem Schatz gefundener Einzelteile zusammensetzt und den »Todgeweihten» dadurch eine neue künstlerische Qualität einhaucht. „Mein Recyclinggedanke geht soweit, dass ich am liebsten mit Schimmel arbeiten würde. Aber das kommt bei den Kunden leider nicht so gut an“, schmunzelt er.

Weniger morbide Gedanken machen sich Ricarda Enderweit, die Schmuckstücke mit nach Häger bringen wird, Theresia Störtländer-Nerge, die »Keramikpoesie« ausstellen, und Claudia Oberste-Hedtbleck, die Fotoobjekte präsentieren wird.

Und auch abseits der Kunst ist ein Besuch in Häger lohnenswert. So kümmern sich die Akteure von »Primelgrün« um die jüngsten, aber auch um alle übrigen Besucher, bieten zum Beispiel eine Schatzsuche und eine große Malaktion an.

Ausstellung im September

Die 9. Sommerausstellung auf dem mehrere tausend Quadratmeter großen, idyllisch gelegenen Anwesen von Irmgard Wiesbrock, Auf der Bleeke 41 in Häger, öffnet am Samstag und Sonntag, 12. und 13. September, jeweils in der Zeit von 11 bis 18 Uhr ihre Türen. Als Eintritt werden zwei Euro erhoben, für Kinder ist der Besuch kostenlos. Für das leibliche Wohl der Gäste ist mit Kaffee und Kuchen gesorgt. Die Gastgeberin bittet darum, möglichst keine Hunde mitzubringen.

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