Dem Volkslauf in Brockhagen droht das Aus

Dennis Bleck

Suchen Nachfolger: Doris und Eckhard Kleine-Tebbe wollen in Zukunft die Volkslauf-Schilder nicht mehr aufhängen. - © Dennis Bleck
Suchen Nachfolger: Doris und Eckhard Kleine-Tebbe wollen in Zukunft die Volkslauf-Schilder nicht mehr aufhängen. (© Dennis Bleck)

Steinhagen. Nachdenklich sitzt Eckhard Kleine-Tebbe an diesem Morgen in seinem Wohnzimmer und hält einen schweren, schwarzen Ordner in der Hand. In diesem sammelt er seit 46 Jahren Teilnehmer- und Ergebnislisten des Brockhagener Volkslaufs. Dass noch viele weitere Dokumente hinzukommen, ist derzeit unwahrscheinlich: Im August 1976 fand in Brockhagen der erste Volkslauf statt – im Oktober 2019 steigt der vorerst letzte. Weil Kleine-Tebbe, Vorsitzender des LAC Steinhagen, als Organisator der Veranstaltung aufhört und es noch keinen Nachfolger gibt, droht dem beliebten Lauf in 2020 jetzt das Aus.

Seit den Anfängen haben Kleine-Tebbe und Ehefrau Doris mit Akribie und Herzblut die Veranstaltung betreut, das Laufevent in der Gemeinde etabliert. Dass nun Schluss sein wird, bedauert der 78-Jährige. Er betont jedoch: „Irgendwann ist einfach genug."

Es bleibt ein Vakuum

Schon vor über einem Jahr stand der Steinhagener am gleichen Punkt. In Heiko Redecker hatte sich damals jemand gefunden, der die 46. Auflage im vorigen Oktober mit betreute. Redecker sollte Kleine-Tebbe nach und nach beerben. Doch daraus wurde nichts. Nach nur wenigen Monaten beendete der ehemalige Handballtorwart aus privaten Gründen sein Engagement und zog sich wieder zurück. Was bleibt ist ein Vakuum, das es zu füllen gilt. „Sonst stirbt der Lauf", warnt Kleine-Tebbe und wirkt ernsthaft bedrückt.

Händeringend sucht der Rentner deshalb nach Leuten, die sein Erbe antreten. „Einige hätten bereits ihre Bereitschaft signalisiert", erklärt er. Konkret wurde es aber nie. „Dabei ist der Arbeitsaufwand wirklich gering", sagt Kleine-Tebbe. Ein etwa zehnköpfiges Team müsse sich um die unmittelbare Vor- und Nachbereitung der Veranstaltung sowie den Wettkampf an sich kümmern. Aufgaben, die beispielsweise anfallen, wären das Präparieren der Strecke und des Sportplatzes. Die Arbeit im Vorfeld – das Anmelden des Laufes sowie das Drucken der Flyer – würde weiterhin Kleine-Tebbe übernehmen. Der erfahrene Eckhard Wiens kümmert sich zudem auch in Zukunft um die Auswertung der Ergebnisse. Kleine-Tebbes Frau Doris, die jahrelang das Wettkampfbüro betreute, versichert: „Wir werden Starthilfe geben. Niemand wird im Regen stehengelassen."

Kleine-Tebbe gibt Hoffnung auf ein Happy End nicht auf

Der Versuch, den Lauf zukünftig statt im Oktober am letzten August-Wochenende zeitgleich mit dem Dorffest in Brockhagen zu veranstalten, ist vorerst gescheitert. Die Idee dahinter, mehr Brockhagener zum Mitmachen und Anfeuern zu animieren, sei zwar gut, „aber an jedem Tag des Wochenendes gibt es Konkurrenzveranstaltungen, die den Lauf torpedieren", gibt Kleine-Tebbe zu bedenken.

Daher findet das Event in diesem Jahr – wie gewohnt – am zweiten Samstag im Oktober statt. Zum letzten Mal? „Es wäre schade", bemerkt Kleine-Tebbe, der die Hoffnung auf ein gutes Ende „noch nicht aufgegeben hat". Den Ordner will er noch nicht endgültig schließen.

Weitere Informationen erteilt Eckhard Kleine-Tebbe unter der Nummer (0 52 04) 61 69.

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