Heiko Lewanzik aus Steinhagen übertrifft Erwartungen beim Ironman auf Hawaii

Dennis Bleck,Robert Becker

Schnell unterwegs: Der gebürtige Steinhagener Heiko Lewanzik absolvierte den abschließenden Marathon beim Ironman auf Hawaii in 3:14:27 Stunden. - © Robert Becker
Schnell unterwegs: Der gebürtige Steinhagener Heiko Lewanzik absolvierte den abschließenden Marathon beim Ironman auf Hawaii in 3:14:27 Stunden. (© Robert Becker)

Altkreis Halle/Hawaii. Burger, Pommes und Chips – der Speiseplan von Amadeus Hegenbarth hält in den nächsten Tagen und Wochen all das bereit, worauf der 24-Jährige lange Zeit verzichten musste. „Es soll fettig sein und viel Zucker haben", sagt der Sportler vom LC Solbad Ravensberg am Tag nach dem Ironman auf Hawaii. Es war Hegenbarths bislang wichtigster Wettkampf. Mit seinem Abschneiden ist er zufrieden und doch gibt es etwas, das ihm Kopfzerbrechen bereitet.

„Ich hatte beim Marathon große Magenprobleme", berichtet Hegenbarth. Auf der 3,8 Kilometer langen Schwimmstrecke (1:00:43 Stunden) und der 180 Kilometer langen Radstrecke (4:59:11 Std.) hatte sich der Borgholzhausener in gute Position gebracht, als ihm plötzlich die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung machte. „Die Magenkrämpfe kann ich mir auch heute noch nicht erklären", sagt der Triathlet. Eine Aufgabe sei aber keine Option gewesen. „Mein Ziel war es, das Rennen zu beenden", betont er. Dass Hegenbarth am Ende erst nach 11:54:59 Stunden als 1.682. der Gesamtwertung die Ziellinie überquerte, trübte die Freude nicht. Im Gegenteil: „Ich bin einfach stolz, dass ich mich durchgebissen haben", sagt er.

Lewanzik 50 Minuten schneller als bei seinem ersten Start

Stolz ist auch Heiko Lewanzik. Der zweite »Eisenmann« aus dem Altkreis übertraf alle Erwartungen, kam nach 8:56:19 Stunden als 91. ins Ziel. Zwar hatte sich der gebürtige Steinhagener, der für Trispeed Marienfeld startet, die Top 100 als Ziel gesetzt, eine solche Zeit aber wohl niemals erwartet. Bei seinem ersten Start auf der Pazifikinsel brauchte Lewanzik noch 9:46 Stunden. Zwei Jahre später ist er 50 Minuten schneller. „Der vierte Ironman war mein insgesamt schnellster", sagt der 36-Jährige.

Gut unterwegs: Beim Radfahren brachte sich Amadeus Hegenbart in Position. - © Marc Uthmann
Gut unterwegs: Beim Radfahren brachte sich Amadeus Hegenbart in Position. (© Marc Uthmann)

Den Grundstein für diese Fabelzeit legte er schon beim Schwimmen. Nach 56:53 Minuten stieg der Wahl-Kölner aus dem pazifischen Ozean, absolvierte das Radfahren anschließend in 4:38:42 Stunden, 16 Minuten schneller als bei seiner Qualifikation in Zürich. Als der Sport- und Chemielehrer dann noch einen Marathon in 3:14:27 Stunden nachlegte, war der Traum perfekt.

Sowohl für Hegenbarth, als auch für Lewanzik steht jetzt erst einmal die Erholung im Vordergrund. Hegenbarth, der im Sommer zwischen seinen Trainingseinheiten auch noch seine Masterarbeit fertigstellte, will jetzt erstmal „vieles nachholen, das zuletzt auf der Strecke blieb". Wie es in der kommenden Saison weitergeht, kann der LC-Athlet derzeit noch nicht sagen. Beim Rückblick auf die vergangene kommt er jedoch ins Schwärmen: „Mit dem Rennen auf Hawaii geht ein wahnsinnig erfolgreiches Sportjahr zu Ende, in dem ich mehr erreicht habe, als ich mir hätte erträumen können."

Familien sind mitgereist

Zu Hegenbarths persönlichen Höhepunkten zählt neben seinem WM-Start auf Kona der Altersklassen-Sieg beim Ironman in Frankfurt, die Verteidigung des Military-Titels auf der Mitteldistanz in Wilhelmshaven und der Oberliga-Aufstieg mit dem LC Solbad Ravensberg.

Unterstützt wurden die heimischen Athleten von ihren Familien, die die Reise auf die amerikanische Inselkette im Pazifik mit antraten. „Ohne die Unterstützung meiner Eltern hätte ich es gar nicht bis hierher geschafft", sagt Hegenbarth. Seine Reise begann im Jahr 2008 mit einfacher Badehose und Schwimmstrecken von 300 Metern. „Ich konnte auch nicht länger als einen Kilometer laufen", erinnert er sich an seine sportlichen Anfänge. Nun, zehn Jahre später, überquerte Hegenbarth die Ziellinie auf Hawaii.

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