Hochschulen in OWL wollen Studiengänge für Hebammen einrichten

Anneke Quasdorf

Bleibt in OWL: Auch künftig werden in der Region Hebammen ausgebildet - dann aber in einem dualen Studiengang. - © Symbolbild: Pixabay
Bleibt in OWL: Auch künftig werden in der Region Hebammen ausgebildet - dann aber in einem dualen Studiengang. (© Symbolbild: Pixabay)

Bielefeld/Herford. Ab 2020 sollen künftige Hebammen in NRW studieren können. Ein Standort für OWL ist bereits fix: Der Kreis Herford wird zehn Studienplätze anbieten. Auch die Katholische Hochschule NRW und die FH Bielefeld arbeiten Konzepte aus. Allerdings steht eine Zusage vom Land seit Monaten aus.

Auf die ist der Kreis Herford nicht angewiesen, da es sich hier um eine private Initiative handelt: Der Kreis kooperiert mit der Hochschule des Mittelstandes, zum 1. Oktober 2020 wird es auf dem Herforder Bildungscampus losgehen. „Wir warten im Prinzip auf Bewerbungen", sagt Landrat Jürgen Müller.

Weil der Kreis die Kosten übernimmt, ist das Studium kostenfrei. „Allerdings binden wir die Zusage für den Studienplatz an die Zusage, nach dem Studium für eine bestimmte Zeit im Kreis Herford zu praktizieren – fest angestellt oder freiberuflich."

Kreißsaalschließungen vermeiden

Damit will die Kreisverwaltung auf möglichst schnellstem Wege erneute Engpässe in der Versorgung ausschließen, die im Juni dazu geführt hatten, dass der Kreißsaal des Klinikums Herford schließen musste. „Wir wollen unser Möglichstes tun, um solche Situationen zukünftig zu vermeiden", so Müller.

Sehr viel komplizierter sieht es im zweiten Fall aus. Sowohl die Katholische Hochschule NRW als auch die FH Bielefeld haben Pläne zur Einrichtung von Hebammen-Studiengängen beim Land NRW eingereicht. Geplant ist eine Kooperation beider Hochschulen mit Standort in Bielefeld. „Das hat den Vorteil einer Lage relativ zentral in OWL", sagt der Dekan des Fachbereichs Gesundheitswesen an der Katholischen Hochschule NRW, Wolfgang Matthias Heffels. „Und wir als Katholische Hochschule bieten bereits seit zehn Jahren ein additives Hebammenstudium am Kölner Standort an. OWL und die Hochschulen würden von diesem Modell profitieren.

Zusagen lässt auf sich warten

Weitere Anträge aus der Region gibt es laut einer Sprecherin aus dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft nicht – allerdings auch seit Monaten keine verbindliche Zusage des Landes. „Da der Entwurf der notwendigen Studien- und Prüfungsverordnung vom Bund erst kürzlich vorgelegt wurde und ihre Behandlung im Bundesrat noch aussteht, ist zum jetzigen Zeitpunkt keine Entscheidung des Landes zu künftigen Standorten eines Hebammenstudiums möglich."

Die entsprechende Bundesratssitzung zu dem Thema findet laut einer Regierungssprecherin aber erst am 20. Dezember statt.

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