Gerry-Weber-Chef: "Das Unternehmen kann gerettet werden"

Modeunternehmen: Trotz Insolvenz in Eigenverwaltung ist Johannes Ehling überzeugt, dass Gerry Weber eine Zukunft hat. Nicht nur der Bekanntheitsgrad der Marke auch die wachsende Zielgruppe macht ihm Mut

Dirk-Ulrich Brüggemann

Strahlt Zuversicht aus: Johannes Ehling. - © Nicole Donath
Strahlt Zuversicht aus: Johannes Ehling. (© Nicole Donath)

Halle. Johannes Ehling, Gerry Weber Chef, zeigt sich sehr zuversichtlich, dass das Haller Modeunternehmen gerettet werden kann. Das Unternehmen führt zur Zeit eine Insolvenz in Eigenverwaltung durch.

„Wir haben eine Marke anzubieten, deren Bekanntheitsgrad bei 89 Prozent liegt" sagte Ehling der „WirtschaftsWoche". Ehling sagte weiter, dass das Unternehmen eine Zielgruppe habe, die ständig wachse und um die es relativ wenig Wettbewerb gebe.„Wir haben jetzt die Möglichkeit, den gesunden Kern herauszuschälen", so Ehling. Zur Zeit ist das Unternehmen auf Investorensuche.

„Wir verhandeln mit einer guten Handvoll Interessenten und nähern uns der entscheidenden Phase", sagt Christian Gerloff, der die Sanierung des Unternehmens als Generalbevollmächtigter unterstützt. „Ende Juni sollen die Verträge idealerweise unterschrieben sein, spätestens Mitte Juli."

Konzern schließt 146 Filialen

Der insolvente Modekonzern Gerry Weber schließt zum 31. Oktober seine beiden Filialen (Gerry Weber und Samoon) in bester Innenstadtlage in Bielefeld. Auch das Geschäft am Stammsitz des Unternehmens in Halle sowie in Versmold gibt der Konzern zum 30. September auf. Gerry Weber in Bad Lippspringe schließt bereits zum 31. Juli. Die Taifun-Filiale in Bad Salzuflen wird in die Haupt-Filiale integriert.

Insgesamt gibt der Konzern bis Ende November 146 Filialen und Verkaufsflächen im Inland auf, 330 Vollzeitarbeitsplätze fallen weg. Wie viele davon auf die Schließungen in OWL entfallen, will das Unternehmen nicht beziffern.Dass insbesondere die Schließung der Geschäfte in Bielefeld und Halle Signalwirkung hat, nimmt Gerry Weber in Kauf.

„Betriebswirtschaft kann grausam sein", räumt ein Sprecher ein. Die Filialen hätten nicht die erwarteten Erträge erwirtschaftet, es sei auch nicht absehbar, dass sich das ändere.

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