Warum der Staatsschutz in Versmold ermittelt

Wahlkampf: In Oesterweg wurden Wahlplakate und Metallaufsteller der Grünen beschädigt und sogar in den Dorfteich geworfen. Jetzt ermittelt der Staatsschutz

Silke Derkum-Homburg

„Wir würden gerne mal mit den Tätern sprechen“: Jürgen Hagenbäumer (von links), Maximilian Stegemann und Rainer Husmann wollen wissen, was hinter den Taten steckt. - © Silke Derkum-Homburg, HK
„Wir würden gerne mal mit den Tätern sprechen“: Jürgen Hagenbäumer (von links), Maximilian Stegemann und Rainer Husmann wollen wissen, was hinter den Taten steckt. (© Silke Derkum-Homburg, HK)

Versmold-Oesterweg. Erst wenige Monate sind Jürgen Hagenbäumer, Rainer Husmann und Maximilian Stegemann Mitglieder bei den Versmolder Grünen. Dass sie da mit viel Engagement den Wahlkampf zur Europawahl unterstützen, versteht sich von selbst. Einige Stunde lang sind die drei vor rund vier Wochen mit dem Bulli durch Versmold gefahren und haben Wahlplakate aufgehängt und -gestellt. Umso entsetzter waren sie, als sie kurze Zeit später feststellten, dass einige der Pappplakate abgerissen waren und einer der schweren dreiteiligen Metallaufsteller sogar gänzlich fehlte.

„Diese Metallaufsteller wiegen 30 bis 40 Kilogramm und werden ineinander verkantet aufgestellt. Einer alleine kann die gar nicht heben", sagt Jürgen Hagenbäumer. Und so müssen es mindestens zwei Personen gewesen sein, die Mitte April in Oesterweg mit einigem Aufwand die Aufsteller von einer Straßenlaterne an der Oesterweger Straße entfernt – und dann in den benachbarten Dorfteich geworfen haben.

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Staatsschutz ermittelt


Egal, ob ein Wahlplakat beschädigt, gestohlen oder bekritzelt wird – die Polizei behandelt alles als Sachbeschädigung, sagt Polizeisprecherin Corinna Koptik. Allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Diese Taten werden als Straftaten mit politischem Hintergrund gewertet. Deshalb ermittelt in diesen Fällen, wie jetzt auch bei den Plakaten der Grünen, der Staatsschutz in Bielefeld.

Der Bauhof musste die Schilder bergen

„Wir hatten zuerst gedacht, die Metallaufsteller seien gestohlen worden, weil wir sie nirgendwo mehr entdeckt hatten, bis sie dann jemand unter der Wasseroberfläche des Dorfteiches hat durchschimmern sehen", sagt Rainer Husmann. In der vergangenen Woche rückte dann ein Team vom Bauhof an, um die Schilder aufwendig zu bergen. „Wir haben dann alles mit dem Spachtel abgekratzt, neu beklebt, und jetzt stehen die Schilder wieder am alten Ort", sagt Jürgen Hagenbäumer.

Er sei danach zur Polizei gegangen, um sich zu erkundigen, was man gegen solchen Vandalismus tun könne, so Hagenbäumer. Man habe ihm geraten, Anzeige zu erstatten. Für Doris Makitta-Holz, die für die Grünen im Stadtrat sitzt, ist dies mehr als einfacher Vandalismus. „In gewisser Weise ist das ein Angriff auf die Demokratie", sagt sie. „Die Parteien haben das Recht, im Wahlkampf Plakate aufzustellen und damit ihre Haltung auszudrücken, auch wenn die nicht jedem gefällt."

„Mit den Plakaten wollen wir auch darauf aufmerksam machen, dass Europawahl ist", sagt Jürgen Hagenbäumer, der mit seinen Kollegen einige Stunden Arbeit ins Plakatieren gesteckt hat, „wir machen das ja auch für die Bürger."

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