Versmolder nimmt an Weltmeisterschaft der Amateurfunker teil

Rita Sprick

Konzentration im Allerheiligsten: Marco Holleyn kommuniziert in seinem Funkerreich mit der ganzen Welt. - © Rita Sprick, HK
Konzentration im Allerheiligsten: Marco Holleyn kommuniziert in seinem Funkerreich mit der ganzen Welt. (© Rita Sprick, HK)

Versmold. Während die deutschen Fußballer hinter die Weltmeisterschaft in Russland längst ein Häkchen setzen mussten, wartet ein Versmolder gespannt auf seinen Einsatz im internationalen Vergleich. Marco Holleyn nimmt am Wochenende an der WM der Amateurfunker teil. Genau genommen laufen drei internationale Wettbewerbe. Die wichtigste ist die sogenannte World Radio Team Championship, die am 14. und 15. Juli in Jessen bei Wittenberg stattfindet und bei der der Versmolder als Schiedsrichter agiert. Unter dem Rufzeichen DJ4MH tritt der Familienvater wiederum als Nationalmannschaftsmitglied im Team »DAOHQ« beim Wettbewerb des Deutschen Amateur Radio Clubs im thüringischen Ilmenau selbst an. Beides sind Premieren für ihn.

Zum Gespräch mit dem Haller Kreisblatt geht es ins Allerheiligste des Vorsitzenden des Dissener Ortsverbandes »Osning 138«: den Funkerraum. „Hier kann ich in Ruhe funken und über die sechs Meter hohe Antenne im Garten Signale aus aller Welt empfangen", sagt der 48-Jährige, als er am Funkgerät gerade die Stimme eines Engländers wahrnimmt. An den Wänden hängen zahlreiche Auszeichnungen, die er in seiner über 20-jährigen Funkertätigkeit erringen konnte. „Mir gefällt beim Funken der sportliche Aspekt. Ich möchte möglichst viele Kontakte in wenig Zeit, das ist mein Ding", sagt der Ehemann und Vater zweier Kinder, der seinem Hobby hauptsächlich am Wochenende nachgeht. Dann taucht er auch schon mal 24 oder 48 Stunden ab.

Holleyn ist in Funkerkreisen unter dem individuellen Rufzeichen »DJ4MH« bekannt. 330 Länder und Inselgruppen könnte er anfunken. 200 hat der Industriekaufmann bisher geschafft. „Es gibt auch Kollegen, die fahren zum Funken in entlegene Winkel. Wir bekommen dann per Internet eine Vorankündigung mit grobem Empfangszeitraum. Dann sitzen Tausende an den Geräten. Es ist schwer, dazwischenzukommen", erklärt er. Zuletzt sei ein Funkerteam zur Insel Bouvet im Südatlantischen Ozean gereist. „Sie charterten ein Schiff samt Hubschrauber. Aber wegen schlechter Wetterbedingungen ging es schief", schildert Holleyn die Aktion.

Solche Unternehmungen schließt der gebürtige Dissener für sich aus. Umso mehr freut es ihn, dass er erstmals als Schiedsrichter zu der alle vier Jahre stattfindenden Amateurfunk-WM eingeladen wurde. Die Vorentscheidungen laufen schon zwei Jahre. Das ausgewählte Gebiet um Wittenberg ist eben und eignet sich für die 60 Zweier-Teams aus aller Welt besonders zum Funken. „Es kommt darauf an, wie schnell man ist und wie viele Länder mit den vom Veranstalter zur Verfügung gestellten Geräten kontaktiert werden. Man braucht ein gutes Gespür", sagt Holleyn über den 24-Stunden-Wettbewerb. Der Versmolder wird als Oberschiedsrichter ein Auge beziehungsweise ein Ohr auf die Funkverbindungen haben.

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