SteinhagenVier Teams aus Steinhagen zeigen ihre Projekte bei "Jugend forscht"

Mit vier Teams nimmt das Gymnasium am Wettbewerb »Jugend forscht« beziehungsweise »Schüler experimentieren« teil. In den Projekten spielt die Optimierung von Leistung eine große Rolle

Frank Jasper

Schneller laufen mit Musik auf den Ohren? Anita Sadoroschny (18) schickte ihre Probanden mit und ohne Beats auf die Laufpiste. Ihre Untersuchungsergebnisse stellt sie beim Jugend-forscht-Wettbewerb vor. - © Frank Jasper
Schneller laufen mit Musik auf den Ohren? Anita Sadoroschny (18) schickte ihre Probanden mit und ohne Beats auf die Laufpiste. Ihre Untersuchungsergebnisse stellt sie beim Jugend-forscht-Wettbewerb vor. © Frank Jasper

Steinhagen. Mit Musik geht alles besser, vor allem im Sport. Wirklich? Die 18-jährige Anita Sadoroschny wollte es genau wissen. In ihrem Projekt, mit dem sie am 16. Februar beim Regionalentscheid von »Jugend forscht« in Herford teilnimmt, hat sie den Einfluss von Musik auf sportliche Leistungen analysiert. Zu diesem Zweck ließ sie ihre Probanden unter anderem zum Black-Sabbath-Hit »Paranoid« sechs Minuten laufen. Dabei ermittelte die Schülerin nicht nur die Meter, die die Teilnehmer während der Zeit hinter sich ließen, sondern befragte die Läufer nach ihren Empfindungen beim Sprint und ließ deren Herzfrequenz messen.

Das Ergebnis ist ernüchternd: „Musik lenkt zwar von der Anstrengung beim Laufen ab, kann aber nicht wirklich die Leistung verbessern“, hat Anita Sadoroschny herausgefunden. Zumindest hätten ihre Untersuchungen keinen signifikanten Unterschied zwischen den Läufern mit Musik auf den Ohren und denen ohne Musik erbracht. Die Jungforscherin geht außerdem davon aus, dass der individuelle Musikgeschmack bei dem Experiment eine Rolle spielen könnte. Wer den Metalsound von Black Sabbath nicht mag, lässt sich von ihm womöglich auch nicht antreiben. Diesen soziokulturellen Aspekt will die Schülerin in ihrer weiteren Forschung berücksichtigen.

Hybrid-Gokart für die Schule

Hybridtechnik auf der Überholspur: David Shirzadi (links) und Arthur Scheiermann statten ein Gokart mit Elektro- und Verbrennungsmotor aus. - © Frank Jasper
Hybridtechnik auf der Überholspur: David Shirzadi (links) und Arthur Scheiermann statten ein Gokart mit Elektro- und Verbrennungsmotor aus. (© Frank Jasper)

Noch mitten in den Vorbereitungen für den Wettbewerb stecken der 16-jährige David Shirzadi und der 17-jährige Arthur Scheiermann. Sie bauen an einem Hybrid-Gokart, das sie in Herford der Jury vorstellen wollen. „Damit belegen wir das Zusammenwirken von Elektro- und Verbrennungsmotor“, erklärt David Shirzadi. Lehrer Andreas Frerkes, der die Wettbewerbsprojekte am Steinhagener Gymnasium betreut, lobt die Tüftler: „Das wird das erste richtige Auto an unserer Schule.“

Beschleunigung per Armbrust: Mika Griese (von links), Niklas Korent und Nils Meyer zu Borgsen nehmen den Sieg beim Jugend-forscht-Wettbewerb ins Visier. - © Frank Jasper
Beschleunigung per Armbrust: Mika Griese (von links), Niklas Korent und Nils Meyer zu Borgsen nehmen den Sieg beim Jugend-forscht-Wettbewerb ins Visier. (© Frank Jasper)

Mit der Entwicklung von Beschleunigungssystemen von der Steinzeit bis zur Zukunft beschäftigen sich Mika Griese, Nils Meyer zu Borgsen und Niklas Korent. Das Trio untersucht Reichweite, Geschwindigkeit, Beschleunigung und Kraft etwa von einer Armbrust. „Waffen waren nun mal die ersten Beschleunigungssystem in der Menschheitsgeschichte“, erläutert der 18-jährige Mika. Wie rasant die Entwicklung fortschreitet, lasse sich anhand von Teilchenbeschleunigern aufzeigen, erklären die Gymnasiasten.

Schnellere Flummis

Komiker Dieter Nuhr lieferte die Idee: Arvid Holtkamp (links) und Justus Mitgau untersuchen, dank welcher Eigenschaften ein Flummi möglichst hoch und schnell hüpft. - © Frank Jasper
Komiker Dieter Nuhr lieferte die Idee: Arvid Holtkamp (links) und Justus Mitgau untersuchen, dank welcher Eigenschaften ein Flummi möglichst hoch und schnell hüpft. (© Frank Jasper)

Längst nicht so schnell bewegen sich die Flummis, die für den Versuchsaufbau von Justus Mitgau und Arvid Holtkamp nötig sind. Sie untersuchen, welche Eigenschaften ein Flummi haben muss, damit er besonders hoch und schnell springt. „Die Idee entstand aus einem Sketch von Komiker Dieter Nuhr, in dem ein Flummi angeblich 40 Jahre in der Luft bleibt, bis er wieder unten aufkommt“, erzählt Justus Mitgau.

Jetzt fiebern alle Forscher dem Wettbewerb entgegen. Schon mehrfach erreichten Teams vom Steinhagener Gymnasium bei »Jugend forscht« einen zweiten Platz auf Landesebene. Bei Schüler experimentieren« für die jüngeren Jahrgänge reichte es sogar dreimal für den ersten Platz. „Es gibt eine Menge naturwissenschaftliche Wettbewerbe für Schüler. »Jugend forscht« ist und bleibt die Königsklasse“, unterstreicht Andreas Frerkes die Bedeutung der Veranstaltung.

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