SteinhagenSteinhagener Firma rüstet Unfall-Haus ein

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Tatkräftig: Hauseigentümer Kemal Sagir packte beim Gerüstbau mit an. Jetzt können Besucher ungefährdet in das Lokal. - © Foto: Andreas Zobe
Tatkräftig: Hauseigentümer Kemal Sagir packte beim Gerüstbau mit an. Jetzt können Besucher ungefährdet in das Lokal. © Foto: Andreas Zobe

Steinhagen/Bielefeld. Dass das Lokal jetzt wieder öffnen konnte, ist dem engagierten Architekten Jürgen Liers zu verdanken. Er telefonierte sich zwei Tage die Finger wund, um einen Gerüstbauer zu finden. Das stellte sich als echte Sisyphusaufgabe heraus. Doch dann stand endlich das Unternehmen »arwika« aus Steinhagen vor der Tür. In drei Stunden war die Fassade acht Meter breit und zehn Meter hoch eingerüstet. „Wir sind auf Wochen ausgebucht, doch in diesem Notfall mussten wir helfen. Wir haben zusammengekratzt, was wir haben, und es hat funktioniert", sagt Unternehmenschef André Kasdorf.

Das Bauamt hatte ein Gerüst an der Fassade zur Auflage gemacht. So sollen jetzt die Gäste beim Betreten des Lokals vor eventuellem Steinschlag geschützt werden. Das Bauamt der Stadt Bielefeld hat das Gerüst begutachtet und gab das Lokal im Anschluss wieder frei.

Im Mellow Gold ist der Unfall vom Sonntag natürlich Gesprächsthema. Wie berichtet, waren schwere Teile eines Balkons auf die Außengastronomie gestürzt und hatten eine Frau verletzt. „Selbstverständlich habe ich keine Angst, wenn ich hier sitze. Aber die Geschichte macht mich nachdenklich und arbeitet in mir. Es hätte mich als Stammgast auch treffen können", sagt ein Mann mittleren Alters.

Hinter dem Tresen steht dieselbe Frau, die auch am Sonntag bediente. „Es war gerade Schichtwechsel, als es draußen vor dem Lokal furchtbar knallte. Alle Gäste sprangen panisch von ihren Stühlen. Ich sah draußen eine Frau liegen und konnte die Situation erst nicht begreifen. Überall lagen Gesteinsbrocken herum. Dann wählte ich den Notruf. Aus einem Nachbarlokal eilte eine Ärztin herbei und leistete Erste Hilfe. Es war einfach nur schrecklich", berichtet die Augenzeugin. Ihre Kollegin habe kurze Zeit vor dem Unglück noch die Markise weiter herausgefahren. Vielleicht habe dies der Frau, die so mit Prellungen an Arm und Bein davonkam, das Leben gerettet.

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