SteinhagenEine wunderbare Waschmaschine

Gymnasiasten und Plasmatreat forschen gemeinsam

Frank Jasper

Neulich in der Waschküche: Lehrer Andreas Frerkes (von links), Schüler Piravin Premaruban, Plasmatreat-Geschäftsführer Christian Buske sowie Forschungs- und Entwicklungsleiter Dr. Salman Asad, der das Projekt betreut, am Prototyp. - © Foto: Frank Jasper
Neulich in der Waschküche: Lehrer Andreas Frerkes (von links), Schüler Piravin Premaruban, Plasmatreat-Geschäftsführer Christian Buske sowie Forschungs- und Entwicklungsleiter Dr. Salman Asad, der das Projekt betreut, am Prototyp. © Foto: Frank Jasper

Steinhagen. Schüler des Gymnasiums arbeiten zusammen mit dem Steinhagener Unternehmen Plasmatreat an der Waschmaschine der Zukunft. Der Praxistest offenbart Erstaunliches.

Wäsche waschen gehört bekanntlich nicht zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen von Schülern. Das erledigt in der Regel Mutti – und die steckt die Klamotten in die Waschmaschine. Rein damit, Knopf drücken, warten, alles sauber. Lukas König und Piravin Premaruban vom Steinhagener Gymnasium haben in den vergangenen Monaten etliche Waschmaschinenladungen selber gefüllt. Allerdings aus rein wissenschaftlichen Zwecken.

Die Abiturienten prüfen den Einsatz von Plasmatechnologie in Waschmaschinen. Noch ist das Projekt ein cleverer Wettbewerbsbeitrag, der jüngst beim Regionalwettbewerb von Jugend forscht für Furore gesorgt hat, doch die Erkenntnisse, die die beiden Schüler bislang gewonnen haben, werden im Hause Plasmatreat mit großem Interesse zur Kenntnis genommen.

Mit der Kraft des Plasmas

Das Unternehmen Plasmatreat mit Sitz an der Queller Straße wendet die Plasmatechnologie inzwischen in sehr vielen Gebieten an. Unter anderem in der Oberflächenbehandlung und Feinstreinigung. In der Verpackungsindustrie setzt man inzwischen genau so selbstverständlich auf Plasmabehandlung wie im Automobilbau. „Der Einsatz in Waschmaschinen ist allerdings noch ein unbearbeitetes Feld. Bevor wir damit an die Öffentlichkeit gehen, brauchen wir belastbare Daten", erklärt Plasmatreat-Geschäftsführer Christian Buske. Die Zusammenarbeit mit dem Steinhagener Gymnasium ist somit für beide Seiten ein Gewinn. Denn Lukas König und Piravin Premaruban haben die reinigende Kraft des Plasmas bereits verifiziert.

In einem unscheinbaren Raum bei Plasmatreat steht die Wunder-Waschmaschine. Der Prototyp sieht aus wie eine handelsübliches Gerät, das Geheimnis steckt im Inneren: „Die Maschine ist mit einer Plasmadüse ausgestattet. Mit ihr wird das Wasser vorbehandelt. Dabei entstehen Stoffe, die einen sterilisierenden Effekt haben und die Wäsche reinigen", erklärt Piravin Premaruban. Zusammen mit Lukas König hat er festgestellt, dass das plasmabehandelte Wasser auch eine verstärkte Bleichwirkung hat.

In der Waschtrommel landen natürlich keine getragenen Fußballtrikots, hier wird nach wissenschaftlichen Standards geforscht. „Wir haben Stofflappen mit daumenbreiten Beschmutzungen getestet, die eine vorgeschriebene Einwirkungszeit hinter sich hatten", erklärt Piravin Premaruban und zeigt auf eine Wäscheleine. Dort hängen weiße Stofffetzen, die den größten anzunehmenden Verunreinigungsunfall hinter sich haben: Rotwein, Lippenstift und Kakao haben ihre Spuren hinterlassen. „Die sind ganz schön hartnäckig", weiß inzwischen auch Waschexperte Piravin.

Neue Technologie spart Geld und schont die Umwelt

Der Einsatz von Plasma birgt nach Ansicht der Jungforscher grundlegende Vorteile: Auf Waschmittel kann in diesem Verfahren verzichtet werden. Das spart Geld und schont die Umwelt. Denn während die Waschmittel das Abwasser belasten, neutralisiert sich das plasmaaktivierte Wasser innerhalb von zwei bis vier Stunden von alleine.

Den Bleicheffekt könnte sich zudem die Bekleidungsindustrie zunutze machen, etwa bei der Herstellung von Jeans. Denn um den modischen Used-Look zu erreichen, wird der Denimstoff heute aufwendigen Bleichprozessen unterzogen. Auch hier könnte auf den Einsatz von schadstoffhaltigen Mitteln dank Plasmatechnologie verzichtet werden.

„Unser Unternehmen fokussiert sich auf andere Märkte, aber wir wollen mit der Idee auf die Industrie zugehen", sieht Geschäftsführer Christian Buske in dem Projekt durchaus Potenzial und eventuell einen Markt.

Jugend forscht am 14. März

Für Lehrer Andreas Frerkes vom Gymnasium ist die Zusammenarbeit zwischen seinen Schülern und dem Steinhagener Unternehmen eine perfekte Verbindung: „Wir sind sehr dankbar für diesen Partner. Schülerarbeit und Forschung verzahnen sich hier und es entstehen immer wieder neue Rückkopplungseffekte, von denen beide Seiten profitieren."

Nachdem die Gymnasiasten mit ihrem Projekt beim Regionalwettbewerb Jugend forscht bereits einen ersten Platz abgeräumt haben und zudem den Sonderpreis Umwelttechnik erhielten, geht es am 14. März zum Landeswettbewerb nach Leverkusen. Auch dort wollen die zwei eine saubere Leistung abliefern.

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