Gesamtschule kooperiert mit dem DFB

Uwe Pollmeier

Hat seinen Weg gemacht: Außenstürmer Roberto Massimo, hier bei einem Testspiel gegen Dynamo Moskau, hat nach dem Besuch einer DFB-Partnerschule schon mit 17 Jahren den Sprung in den Profikader des Zweitligisten gepackt.  - © Christian Weische
Hat seinen Weg gemacht: Außenstürmer Roberto Massimo, hier bei einem Testspiel gegen Dynamo Moskau, hat nach dem Besuch einer DFB-Partnerschule schon mit 17 Jahren den Sprung in den Profikader des Zweitligisten gepackt.  (© Christian Weische)
Erste Partnerschule des DFB im Altkreis: Die Sportlehrer Tobias Pollhans (vorne, von links), Daniel Keller und Fabian Piasecki freuen sich gemeinsam mit Volker Antczak (FLVW, hinten, von links), Silke Rache (Didaktische Leiterin der Gesamtschule), Rektorin Almuth-Burkhardt-Bader, Hans Keuch (Vorsitzender des Kreisjugendausschusses des FLVW Bielefeld) und Johannes Danner (DFB-Stützpunktkoordinator) über die sportliche Auszeichnung. - © Uwe Pollmeier
Erste Partnerschule des DFB im Altkreis: Die Sportlehrer Tobias Pollhans (vorne, von links), Daniel Keller und Fabian Piasecki freuen sich gemeinsam mit Volker Antczak (FLVW, hinten, von links), Silke Rache (Didaktische Leiterin der Gesamtschule), Rektorin Almuth-Burkhardt-Bader, Hans Keuch (Vorsitzender des Kreisjugendausschusses des FLVW Bielefeld) und Johannes Danner (DFB-Stützpunktkoordinator) über die sportliche Auszeichnung. (© Uwe Pollmeier)

Halle. Als erste Schule im Altkreis Halle hat die Gesamtschule Halle einen Kooperationsvertrag mit dem Deutschen Fußball-Bund und dem Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) unterzeichnet. Talentierte Kicker der Jahrgänge 5 bis 8 sollen die Chance erhalten, an einem leistungsorientierten Fördertraining während der Unterrichtszeit teilzunehmen.

„Die Kollegen waren begeistert von dem Vorschlag", sagt Schulleiterin Almuth Burkhardt-Bader. Man habe offene Türen eingerannt, der Idee sei innerhalb von zehn Minuten zugestimmt worden. Das Projekt dient der frühzeitigen Talentsichtung und soll sicherstellen, dass die potenziellen Stützen für die Weltmeisterschaften 2026 in Kanada, Mexiko und den USA sowie 2030 nicht durch das Raster fallen.

Es gibt mittlerweile einige prominente Beispiele von Profifußballern, die während ihrer Schulzeit an dem Partnerprogramm teilgenommen haben. Einer von ihnen ist Arminias Sturm-Juwel Roberto Massimo. Der im Sommer an den VfB Stuttgart verkaufte, aber direkt wieder ausgeliehene 17-Jährige gab im vergangenen Dezember sein Profidebüt und gilt als eines der ganz großen Nachwuchstalente. Während seiner Zeit an der Lippstädter Drost-Rose-Realschule hat er an dem Partnerschulenprojekt teilgenommen. Im Februar 2013 sicherte er sich als Schüler der 6 a bei einem Turnier der DFB-Partnerschule in Gütersloh mit seiner Mannschaft den Titel. Massimo und seine Mitschüler gewannen alle sechs Spiele und erzielten 24 Tore bei lediglich drei Gegentoren. In der in drei Staffeln eingeteilten B-Junioren-Bundesliga wurde er vergangenes Jahr mit 16 Treffern in 26 Spielen Torschützenkönig.

Heute gibt es in ganz Westfalen bereits mehr als 80 Partnerschulen. Entstanden ist die Idee bereits zur Jahrtausendwende, als der deutsche Fußball noch erfolgloser daherkam als heute. Ziel war und ist es, Talente frühzeitig zu entdecken und zu fördern. „Es bleibt praktisch kein Talent unentdeckt", sagt Volker Antczak vom Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW). Dabei ist es egal, ob es sich um Jungen oder Mädchen handelt. Einmal pro Woche kommen jeweils bis zu 15 ausgewählte Schüler der Jahrgangsstufen 5/6 sowie 7/8 zusammen, um in zwei Gruppen ein Fördertraining zu absolvieren. Als Trainer stehen dann die Lehrer Fabian Piasecki (Trainer B-Lizent) und Daniel Keller (Trainer A-Lizenz) am Spielfeldrand. Bälle für das Training werden vom DFB kostenlos geliefert.

Während die eine Übungseinheit in der Mittagspause stattfindet, läuft die andere parallel zu einer regulären Unterrichtsstunde. „Die verpassten Lerninhalte müssen daher selbstständig nachgeholt werden", sagt Almuth Burkhardt-Bader.

Für die Zukunft ist geplant, dass die Schule mit dem Start der Oberstufe eine Juniorcoachausbildung anbietet. Diese wird vom DFB und FLVW finanziert und bietet die Möglichkeit, eine Übungsleiterlizenz zu erwerben.

Profitieren soll von der unbefristeten Kooperation aber auch die Schule, die mit dem attraktiven Angebot bei den potenziellen Fünftklässlern an den Grundschulen werben kann. Ein Alleinstellungsmerkmal in Halle, das ein Volltreffer werden könnte.

Info

Frühe Prägung


- Fußballerisch vorbelastet ist in gewisser Weise auch Schulleiterin Almuth Burkhardt-Bader. „Als Lehrerin habe ich damals in Löhne Lena Goeßling unterrichtet", erzählt die Leiterin der Haller Gesamtschule. 
- Da sie die Mathelehrerin der 101-fachen Nationalspielerin war, sieht sie es nicht zuletzt als Beleg ihrer erfolgreichen pädagogischen Arbeit an, dass Goeßling sich heute für den Schulwettbewerb »Mathe macht das Tor« engagiert.

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