Wegen Salmonellen und mehrFerrero ist nicht allein: Diese Produkte werden in NRW zurückgerufen

Der Mega-Rückruf von "Kinder"-Produkten lenkt erneut den Blick auf das Thema Lebensmittelsicherheit. Seit Anfang 2022 wurden allein in NRW offziellen Stellen zufolge fast 70 Produkte zurückgerufen. Ein Überblick.

Angela Wiese

Die meisten Rückrufe gibt es im Lebensmittelbereich. (Symbolbild) - © Sven Hoppe
Die meisten Rückrufe gibt es im Lebensmittelbereich. (Symbolbild) © Sven Hoppe

Bielefeld. Der Rückruf von Kinder-Produkten nach einem Salmonellen-Ausbruch in einer belgischen Ferrero-Fabrik nimmt immer größere Ausmaße an. Inzwischen reicht er bis Neuseeland - und wurde auch für Deutschland mehrfach aktualisiert. Es dürfte der aktuell größte Rückruf dieser Art im Lebensmittelbereich sein. Der einzige ist es bei Weitem nicht.

Allein in diesem Jahr wurden schon fast 70 auch in Nordrhein-Westfalen verkaufte Produkte zurückgerufen, größtenteils Lebensmittel, wie aus der Übersicht für Verbraucherwarnungen des NRW-Verbraucherschutzministeriums hervorgeht. Nicht immer ist der Grund ein Salmonellenverdacht wie im Fall Ferrero, in dem inzwischen auch die belgische Staatsanwaltschaft ermittelt. Das zeigt schon der Blick auf die bislang in diesem April zurückgerufenen Produkte:

8. April: Develey Senf & Feinkost GmbH ruft "Spicy Burger Sauce" (EAN 4006824997195) mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 01.12.2022 zurück. Der Grund ist ein falsches Etikett, auf dem Milcheiweiß nicht deklariert ist, obwohl das Allergen im Produkt enthalten ist.

7. April: Hersteller Natsu Foods ruft „Natsu Wrap Tomate Mozzarella" mit den Mindesthaltbarkeitsdaten: 6., 7. und 8. April 2022 zurück. Der Grund: Eigenuntersuchungen des Unternehmens ergaben, dass das Produkt Salmonellen enthalten könnte.

6. April: Hersteller Herman Kuijper BV ruft "NLF Soft Dried Mango" in der 75-Gramm-Packung (EAN-Code: 8938509506513) zurück. Der Grund: Sulfit (Schwefel) ist nicht ausreichend auf der Verpackung angegeben. Kunden mit einer Sulfitallergie bittet der Hersteller deshalb, das Produkt nicht zu verzehren.

4. April: Auch beim Produkt "Marmara Getrocknete Aprikosen" mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum Ende September 2022 fehlt die Kennzeichnung des allergenen Zusatzstoffes Schwefeldioxid.

1. April: Beim "Nadler Garnelen Salat mit Cocktail-Creme" mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 22. April 2022 können dem Hersteller WSF Fischfeinkost GmbH zufolge bei einzelnen Verpackungen die Kennzeichnung der Allergene Garnelen, Sahne und Natriummetabisulfit sowie die Spurenhinweise für Fisch, Soja, Sellerie, Sesam und Gluten fehlen.

1. April: Die Kosebate GmbH ruft "Alburj – Halva mit extra Pistazien 400 g & 800 g", "Alburj – Halva mit Pistazien 400 g & 800 g" mit dem Herstellungsdatum 1. Januar 2021 bis 31. März 2022 zurück. Der Grund: In einer Probe wurden Salmonellen nachgewiesen.

1. April: Die Bielefelder Kunua! Handelsgesellschaft ruft Eiweißtoastbrötchen in der 260-Gramm-Packung (4 Stück) mit den Mindesthaltbarkeitsdaten 10., 13. und 27. April 2022 zurück. Untersuchungen hätten dem Hersteller zufolge eine Belastung mit Ethylenoxid gezeigt.

Ethylenoxid ist nach Angaben der Verbraucherschutzzentrale ein Pflanzenschutz- und Begasungsmittel. Es wird zur Bekämpfung von Bakterien und Pilzen eingesetzt. Es kann das Erbgut verändern, Krebs erzeugen und ist in der Lebensmittelproduktion in Europa verboten. Spuren des Gases spielen immer wieder eine Rolle bei Lebensmittelrückrufen. Zuletzt etwa Ende März, als der Süßwarenhersteller Mars Eisriegel der Sorten Bounty, Twix und M&M's Peanut zurückrief, die bis Juni 2021 verkauft worden waren.

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch nimmt den aktuellen Ferrero-Rückruf erneut zum Anlass, "Schwachstellen im System der Lebensmittelüberwachung" zu kritisieren. Verbraucher würden viel zu spät gewarnt. "Sowohl Ferrero als auch Überwachungsbehörden wussten bereits seit Dezember 2021 von Salmonellen-Funden - trotzdem kam es erst jetzt, fast fünf Monate später, zu öffentlichen Rückrufen", kritisierte Foodwatch.

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