Börse in FrankfurtDax erhält Auftrieb durch Wall Street und Ölmarkt

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Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. © Fredrik von Erichsen/dpa

Frankfurt/Main - Mit einem freundlichen Verlauf ist der Dax am Freitag seinem jüngsten Zickzack-Kurs treu geblieben. Kursgewinne an der Wall Street halfen dem deutschen Leitindex vor dem Wochenende. Marktbeobachter verwiesen als Stütze zudem auf die Entspannung bei den Ölpreisen.

Zum Handelsschluss belief sich das Plus beim Stand von 14.283,67 Punkten auf 1,46 Prozent, was auf Wochensicht für den Dax dennoch ein Minus von 1,1 Prozent bedeutet. Der MDax stieg am Freitag um 1,43 Prozent auf 30.830,64 Zähler.

Der Ukraine-Krieg, die Inflations- und Rezessionssorgen sowie der Zinsauftrieb bleiben ungeachtet der Kursgewinne zum Wochenschluss die Belastungsfaktoren für den Aktienmarkt. Laut den Experten der Bank of America haben die Märkte die schwindende Wachstumsdynamik auch noch nicht berücksichtigt.

Titel der Deutschen Bank legten zu

Im vom Zinsauftrieb geprägten Marktumfeld waren Aktien von Finanzinstituten vor dem Wochenende europaweit gefragt. Hierzulande legten unter den Favoriten im Dax die Titel der Deutschen Bank um 3,9 Prozent zu, im MDax gewannen Commerzbank 2,8 Prozent.

Übernahmespekulationen katapultierten Scout24 im MDax um 13,7 Prozent nach oben. Der «Dealreporter» berichtete unter Berufung auf Investorenkreise, dass Hellman & Friedman, EQT und Permira ein Gebot für den Online-Immobilienmarktplatz erwögen. Auch Cinven und CVC seien interessiert.

CTS Eventim zogen um 7,5 Prozent an und profitierten von einer Hochstufung auf «Buy» durch die Privatbank Berenberg. Der Tickethändler und Veranstalter gehe nach der Pandemie auf «Comeback Tour», schrieb Analyst Gerhard Orgonas.

Eine Empfehlung von JPMorgan verhalf zudem den Papieren von K+S zu einem Plus von 9,5 Prozent, womit sich der Kurs seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt hat. Analyst Chetan Udeshi sieht dennoch weiter viel Potenzial für die Anteile des Düngemittel-Herstellers.

Die Aktien von Beiersdorf schlossen nach einer Berg- und Talfahrt ein Prozent schwächer. Der Kosmetik- und Klebstoffhersteller informierte zwar über ein überraschend starkes Geschäftswachstum im ersten Quartal, doch da Beiersdorf zugleich aktuelle Unsicherheiten betonte, wächst unter Anlegern nun die Sorge, dass möglicherweise damit auch die Tür für eine Senkung der Margenziele geöffnet wurde.

EuroStoxx 50 mit Zugewinnen

Das Eurozonen-Leitbarometer EuroStoxx 50 gewann am Freitag 1,48 Prozent auf 3858,37 Punkte. Der Cac 40 in Paris und der FTSE 100 in London schlossen mit ähnlich hohem Kurszuwachs. In New York zeigte sich der Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss 0,7 Prozent fester.

Der Euro kostete nach dem Xetra-Schluss 1,0875 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte am Nachmittag den Referenzkurs auf 1,0861 (Donnerstag: 1,0916) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9207 (0,9161) Euro.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,52 Prozent am Vortag auf 0,58 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,43 Prozent auf 137,52 Punkte. Der Bund-Future sank zuletzt um 0,29 Prozent auf 156,52 Punkte.

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