PreisauftriebUS-Inflation steigt auf fast 8 Prozent

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Die hohen Kosten für Energie treiben in den USA die Verbraucherpreise in die Höhe. © Michael Nagle/XinHua/dpa

Washington - Der hohe Preisauftrieb in den USA hat sich im Februar weiter beschleunigt. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresvergleich um 7,9 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte.

Das ist die höchste Inflationsrate seit dem Jahr 1982. Analysten hatten mit dieser Rate gerechnet und erwarten wegen der Folgen des Kriegs in der Ukraine im März mit einem weiteren Anstieg der Teuerung. US-Präsident Joe Biden räumte ein, Preissteigerungen belasteten das Budget von Amerikanern, und versprach, dagegen anzugehen.

Seit dem vergangenen August hat sich die Teuerung in den USA kontinuierlich verstärkt. Im Januar hatte die Inflationsrate bei 7,5 Prozent gelegen und im Dezember bei 7,0 Prozent. Stärkster Preistreiber bleiben die hohen Kosten für Energie, die sich zuletzt wegen der Folgen des Kriegs in der Ukraine stark verteuert haben. Im Februar hat sich die Energie um 25,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verteuert. In der größten Volkswirtschaft der Welt steigt die Inflation damit immer weiter über das von der US-Notenbank Fed angepeilte Ziel von zwei Prozent.

Biden macht Putin verantwortlich

Auch wenn sich der Anstieg der Inflationsrate seit längerem hinzieht, versucht Biden nun, vor allem die Aggression des russischen Präsidenten Wladimir Putin gegen die Ukraine für die Entwicklung verantwortlich zu machen. Am Donnerstag sprach Biden erneut von «Putins Preissteigerung». Er betonte: «Ein wichtiger Grund für die Inflation in diesem Monat war der Anstieg der Gas- und Energiepreise, da die Märkte auf Putins aggressives Vorgehen reagiert haben.»

Die harten Sanktionen gegen Russland machten sich auch in den USA bemerkbar, sagte Biden. Nach diversen anderen Strafmaßnahmen hatte die US-Regierung am Dienstag ein Importverbot für Öl aus Russland verfügt. Das hat Auswirkungen auf die Spritpreise in den USA. Schon jetzt haben die Benzinpreise einen Höchststand erreicht. Die Preissteigerungen könnten Biden und seinen Demokraten innenpolitisch in Schwierigkeiten bringen. Im November stehen Kongresswahlen in den USA an, und verbreiteter Unmut in der Bevölkerung über höhere Ausgaben wäre für den Präsidenten dann ein echtes Problem. Biden betonte: «Ich weiß, dass höhere Preise das Familienbudget belasten, und deshalb kämpfe ich für eine Senkung der Alltagspreise, die die Amerikaner unter Druck setzen.»

Unter anderem hätten die USA in Abstimmung mit den Verbündeten Öl aus der strategischen Reserve freigegeben, sagte er. «Meine Regierung setzt sich für Investitionen ein, damit wir mehr in Amerika produzieren, unsere Lieferketten stärken und Waren zu niedrigeren Kosten auf den Markt bringen können.» Er fördere auch den Wettbewerb, um sicherzustellen, dass die großen Unternehmen den Verbrauchern faire Preise anböten.

Arbeitsmarkt insgesamt entspannt

Biden betonte zugleich, die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sei insgesamt positiv. Die Zahl der Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe bleibe niedrig, während Arbeitsplätze in Rekordzahl geschaffen würden. Seit dem Einbruch in der ersten Corona-Welle hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA generell tatsächlich deutlich gebessert. Die Zahl der Hilfsanträge hat ungefähr das Niveau erreicht, das in den Jahren vor der Corona-Krise herrschte.

Die US-Notenbank Fed berücksichtigt die Entwicklung am Arbeitsmarkt stark bei ihren geldpolitischen Entscheidungen. Angesicht des robusten Arbeitsmarktes und der hohen Inflation hat die US-Notenbank für den März eine erste Leitzinsanhebung seit Beginn der Corona-Pandemie signalisiert. Am Markt wird mit einem Zinsschritt um 0,25 Prozentpunkte gerechnet, wegen der hohen Inflation wird aber auch ein größerer Schritt um 0,5 Prozentpunkte nicht ausgeschlossen.

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