Kampf gegen Antibiotika-Resistenz: Aktionsbündnis gestartet

veröffentlicht

Antibiotikum - © Foto: Sven Hoppe/dpa
Eine Packung eines Antibiotikums liegt auf einem Tisch einer Apotheke. Die WHO hat im Kampf gegen Antibiotika-Resistenz ein Aktionsbündnis gestartet. (© Foto: Sven Hoppe/dpa)

Genf - Die weltweit wachsende Antibiotika-Resistenz ist nach Einschätzung der Vereinten Nationen eine der größten Bedrohungen für die Gesundheit von Menschen, Tieren, Pflanzen und der Umwelt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein Aktionsbündnis mit Regierungsvertretern, Pharmaunternehmen, Zivilgesellschaft und UN-Organisationen geschmiedet, das Lösungen vorantreiben soll, wie sie am Freitag in Genf berichtete. Dazu gehören neben der WHO auch die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) und die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE).

Links zum Thema
Aktionswoche Antibiotika-Resistenz
WHO zu Antibiotika-Resistenz

Die Resistenz gegen Antibiotika bedrohe die Nahrungsmittelsicherheit, den Welthandel, die wirtschaftliche Entwicklung und untergrabe Fortschritte zum Erreichen der UN-Entwicklungsziele, hieß es. Immer mehr Patienten sprechen nicht mehr auf die gängigen Antibiotika an. Nach Angaben der WHO liegt die Resistenz gegen eines der gängigen Antibiotika gegen Harnwegsinfekte, Ciprofloxacin, in 33 Ländern zwischen 8,4 und 92,9 Prozent. Dadurch werde es schwieriger und teils unmöglich, Infektionen zu behandeln.

Einer der Gründe sei der falsche Einsatz von Antibiotika bei Menschen, Tieren und in der Landwirtschaft. Mikroorganismen, die gegen die Antibiotika immun sind, könnten sich unter Menschen, Tieren und in der Umwelt verbreiten. Die WHO äußerte im Sommer Sorge, dass die Coronavirus-Pandemie das Problem verschärfen könnte, wenn Patienten unnötigerweise mit Antibiotika behandelt werden. Nur eine sehr kleine Zahl der Infizierten könne von Antibiotika profitieren.

Das Aktionsbündnis soll dafür sorgen, dass sich Standards für einen sorgsamen Umgang sowie die Herstellung und Verteilung von Antibiotika weltweit durchsetzen. «Antibiotika-Resistenz ist eine der größten Gesundheitsherausforderungen unserer Zeit, und wir können es nicht unseren Kindern überlassen, das Problem zu lösen», meinte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Copyright © Haller Kreisblatt 2020
Copyright © dpa - Deutsche Presseagentur 2020
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.