„One Love“-DebatteOhne Binde aber mit „peppigen Ideen“ der Fußball-Nationalmannschaft?

Der Ex-SPD-Chef Norbert Walter-Borjans kritisiert die Entscheidung der FIFA und setzt auf die Kreativität von Flicks Jungs.

Thomas Seim

Der Ex-SPD-Chef hofft auf neue „peppige Ideen“ der Fußball-Nationalmannschaft in Katar. - © Michael Kappeler/dpa
Der Ex-SPD-Chef hofft auf neue „peppige Ideen“ der Fußball-Nationalmannschaft in Katar. © Michael Kappeler/dpa

Der frühere SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans kritisiert die Fifa wegen ihres Verhaltens scharf und wirft ihr folgenschweres Versagen vor. Der Weltverband FIFA hatte am Montag sieben europäischen Teilnehmern untersagt, während der WM in Katar mit einer „One Love“-Kapitänsbinde zu spielen.

„Die Politik kann und muss ihre Verantwortung anders wahrnehmen. Sie muss offen ansprechen, dass die FIFA den Fußball so nicht zum verbindenden, sondern zum trennenden Element zwischen den Nationen macht - ein folgenschweres Versagen“, sagte Walter-Borjans dieser Redaktion. Mit Blick auf das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Japan am Mittwoch fügte Walter-Borjans hinzu: „Im tiefsten Innern träume ich davon, dass sich die Jungs noch etwas Peppiges einfallen lassen. So richtig schön subtil.“

Zuvor hatte sich auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser kritisch geäußert. "Ich finde die Entscheidung der FIFA sehr befremdlich", sagte die SPD-Politikerin im ZDF: "Ich fand es ein gutes Signal, dass vieleder Nationalmannschaften die One-Love-Binde tragen wollten, die für Offenheit und Toleranz steht." Faeser ist aktuell in Ankara. Im Anschluss an ihre Reise in die Türkei will sie nach Katar zum ersten Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft reisen. Die Reisepläne könnten sich jedoch noch ändern, sollte kurzfristig etwas dagegen sprechen, so eine Sprecherin.

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