LobbyismusPorsche-Gate: Lindner bat um «argumentative Unterstützung»

veröffentlicht

- © Sebastian Gollnow/dpa
FDP-Finanzminister Christian Lindner bat den Porsche-Chef wohl per SMS um Unterstützung. © Sebastian Gollnow/dpa

Finanzminister Christian Lindner hat Porsche-Chef Oliver Blume um «argumentative Unterstützung» in der Debatte um synthetische Kraftstoffe gebeten. Der SMS-Kontakt sei allerdings erst erfolgt, nachdem sich die Bundesregierung im Juni auf EU-Ebene zu dem Thema positioniert habe, erfuhr die Deutschen Presse-Agentur aus Regierungskreisen. Zuvor hatte das «Handelsblatt» über die SMS vom 28. Juni berichtet.

Lindner verschickte seine Nachricht nach dpa-Informationen rund 16 Stunden nach Einreichung der deutschen Stellungnahme in Brüssel. In der Zwischenzeit hatte Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) die gemeinsame Position der Ampel-Regierung öffentlich wieder infrage gestellt. Lindner schrieb Blume daraufhin, er halte es für ratsam, wenn eine weitere Stimme auf das Potenzial von E-Fuels hinweise. «Ich kann da durchaus argumentative Unterstützung gebrauchen.» Porsche setzt als Ergänzung zur E-Mobilität vor allem für sein Flagschiff, den 911er, zunehmend auf die synthetischen Kraftstoffe.

Ende Juni hatte es in der Ampel-Koalition Streit über ein Verbot für die Neuzulassung von Verbrennerautos ab 2035 auf EU-Ebene gegeben. Lindner hatte die Verbotspläne mit Verweis auf den Koalitionsvertrag abgelehnt. Darin nimmt sich die Ampel vor, Neuzulassungen für Verbrennermotoren ab 2035 zu verbieten - für Autos, die nur mit E-Fuels betrieben werden können, sollte es jedoch eine Ausnahme geben. E-Fuels sind Treibstoffe für Benzin- oder Dieselmotoren, die weniger klimaschädlich sind als herkömmlicher Sprit.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.