Immer mehr fallen bei der Führerscheinprüfung durch

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Theoretische Führerscheinprüfung - © Foto: Bernd Wüstneck
Verkehrsexperten rätseln über die Ursachen. (© Foto: Bernd Wüstneck)

Karlsruhe - Seit Jahren steigende Durchfaller-Quoten bei den Prüfungen für den Autoführerschein rufen Verkehrsexperten auf den Plan. Die Fachleute vermuten unter anderem eine komplexere Verkehrssituation als Ursache, haben aber noch keine eindeutigen Antworten.

«Wir stochern noch etwas im Nebel», sagte Hendrik Pistor, Referatsleiter für junge Kraftfahrer beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR), der Deutschen Presse-Agentur. Forscher der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) wollen sich nun mit den Zahlen zu nicht bestandenen Prüfungen auseinandersetzen.

Fahranfänger fallen vermehrt sowohl in der theoretischen als auch bei der praktischen Prüfung durch. Bei der Theorieprüfung aller Pkw-Klassen lag die Misserfolgsquote 2017 laut Kraftfahrt-Bundesamt bei 39 Prozent (2016: 37 Prozent). Bei der praktischen Prüfung für den Autoführerschein fielen 32 Prozent der Anwärter durch (Vorjahr: 31 Prozent) - das waren 432.037 nicht bestandene praktische Prüfungen.

Fahrlehrer führen die erhöhten Durchfallquoten unter anderem auf mehr nicht-deutschsprachige Bewerber zurück. Die hätten neben Sprachproblemen oft auch mit einer anderen Verkehrskultur zu kämpfen.

Turbo-Abi, Freizeitstress, Wechsel in den Job - junge Leute sind «konkurrierenden Anforderungen» ausgesetzt, weiß der ADAC. Der Führerschein laufe nebenher. Er sei nicht mehr Priorität Nummer Eins auf der To-do-Liste, beobachtet Dieter Quentin, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände. «Doch einen Führerschein macht man nicht nebenbei.» Ist der Führerschein mit 17 zu früh? Das weisen die Experten einmütig zurück. «17-Jährige fallen weniger durch und fahren später sicherer», unterstreicht Quentin.

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