Literaturnobelpreisträger werden verkündet

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Mats Malm - © Foto: Henrik Montgomery/TT NEWS AGENCY/AP/dpa
Mats Malm wird die Literaturnobelpreisträger verkünden. (© Foto: Henrik Montgomery/TT NEWS AGENCY/AP/dpa)

Stockholm - Nach einem tiefen Einschnitt im Vorjahr gibt die Schwedische Akademie am Donnerstag die Literaturnobelpreisträger für die Jahre 2018 und 2019 bekannt.

Damit kürt die Institution in Stockholm nicht nur wie üblich den diesjährigen Preisträger, sondern holt gleichzeitig auch die Vergabe des Vorjahres nach. Diese war wegen eines ausgiebigen Skandals bei der Akademie ausgefallen. Beide Preise sind diesmal mit jeweils neun Millionen schwedischen Kronen (rund 830.000 Euro) dotiert.

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Der neue Ständige Sekretär Mats Malm will die Preisträger frühestens um 13.00 Uhr unmittelbar nacheinander verkünden. Im Anschluss soll der Vorsitzende des Nobelkomitees, Anders Olsson, die Geehrten gemeinsam mit anderen Mitgliedern des Komitees näher präsentieren. Für Malm ist es die erste Bekanntgabe dieser Art: Als mit dem in Japan geborenen Briten Kazuo Ishiguro im Herbst 2017 der bislang letzte Literaturnobelpreisträger bekanntgegeben wurde, stand noch Sara Danius dem Gremium vor.

Seitdem ist viel passiert bei der Schwedischen Akademie. Ein Skandal um das mittlerweile ausgetretene Mitglied Katarina Frostenson und deren Ehemann Jean-Claude Arnault hatte die Institution in eine tiefe Krise gestürzt, wegen der 2018 letztlich auf eine Nobelpreisvergabe verzichtet wurde. Die Querelen hatten bereits im November 2017 im Zuge der #MeToo-Enthüllungen begonnen, nachdem 18 Frauen in der schwedischen Zeitung «Dagens Nyheter» Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung und Übergriffen gegen Arnault vorgebracht hatten. Wegen Vergewaltigung wurde er im Dezember 2018 zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, mittlerweile ist das Urteil rechtskräftig.

Um die Krise hinter sich zu lassen, hat sich die Organisation nun weitgehend neu aufgestellt. Das Nobelkomitee wurde unter anderem um externe Mitglieder erweitert.

Wer in Stockholm ausgezeichnet wird, darüber ließ sich im Vorfeld nur spekulieren. Wettanbieter rechneten für das Jahr 2019 vor allem den Kanadierinnen Anne Carson und Margaret Atwood große Chancen aus, auch die in der Karibik geborene Schriftstellerin Maryse Condé aus dem französischen Überseegebiet Guadeloupe und die Polin Olga Tokarczuk zählten zum Favoritenkreis. Für das Krisenjahr 2018 galt es dagegen als unwahrscheinlich, dass eine Frau den nachgeholten Preis erhält - angesichts der Vorgeschichte um die Belästigungsvorwürfe könnte dies über Stockholm hinaus zu Kontroversen führen.

Im Gegensatz zu den wissenschaftlichen Nobelpreisen wird die literarische Auszeichnung meist an einen einzelnen Preisträger verliehen. Nur viermal seit der ersten Vergabe 1901 bekamen ihn zwei Literaten gemeinsam, zuletzt im Jahr 1974. Gemäß der Nobelstatuten dürfen ihn maximal zwei Kandidaten für ein Jahr erhalten. In Stockholm betrachtet man eine geteilte Auszeichnung als Risiko dafür, dass den Preisträgern nur die halbe Ehre gebühren könnte.

Dass diesmal der eine Preisträger im Schatten des anderen stehen könnte, daran glaubt man bei der Akademie nicht. «Die Preise und die Preisträger von 2018 und 2019 werden gleichermaßen geschätzt, und wir glauben, dass die Aufmerksamkeit und der Ruhm reichlich sein werden für beide», sagte Malm vorab der Deutschen Presse-Agentur. Während der Nobelpreis eine Anerkennung für bestimmte Schriftsteller sei, sei er im Wesentlichen auch eine ausgiebige Feier der Weltliteratur.

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