Lyriker und Essayist Peter Hamm gestorben

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Peter Hamm - © Foto: Rolf Haid
Peter Hamm ist tot. (© Foto: Rolf Haid)

München - Der Lyriker, Essayist und Literaturkritiker Peter Hamm ist tot. Er sei am Montag im Alter von 82 Jahren gestorben, teilte am Dienstag der Carl Hanser Verlag in München mit, bei dem unter anderem Hamms Essay-Band «Pessoas Traum» erschienen war.

Der gebürtige Münchner hatte schon mit 17 Jahren Gedichte veröffentlicht. Außerdem schrieb er Essays und Filmdrehbücher und porträtierte namhafte Schriftsteller wie Ingeborg Bachmann, Heinrich Böll oder seinen guten Freund Peter Handke fürs Fernsehen. Auch als Literaturkritiker machte sich Hamm einen Namen, etwa beim Bayerischen Rundfunk (BR) oder im Literaturclub des Schweizer Fernsehens. Zudem war er als Juror sehr gefragt, etwa für den Petrarca-Preis und den Georg-Büchner-Preis.

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Sein Schriftstellerkollege Martin Walser bescheinigte ihm einen Hang zur Opposition. Hamm habe das «absolute Gehör für Machttöne», denen er widerspreche, sagte Walser mal bei einer Laudatio.

Der Autor wurde 1937 in München geboren und wuchs zeitweise bei seinen Großeltern im oberschwäbischen Weingarten auf. Erste Gedichte erschienen ab 1954 in der Zeitschrift «Akzente», zwei Jahre später lud ihn die bekannte Schriftstellervereinigung Gruppe 47 zu einer Lesung. Ab 1960 arbeitete er als freier Schriftsteller, zunächst in Ulm und ab 1962 in München. Aus seiner Freundschaft mit dem Pianisten Alfred Brendel entstand die Fernsehserie «Alfred Brendel spielt Schubert», für die er auch die Musik- und Bildregie übernahm. Für Volker Schlöndorffs Film «Die Moral der Ruth Halbfaß» schrieb er das Drehbuch.

Der Lyriker war Mitglied des deutschen PEN-Zentrums, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Er lebte am Starnberger See, mit der Schauspielerin und Ärztin Marianne Koch, bekannt als Gesundheitsexpertin des BR Fernsehens.

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