Mafia-Kritiker Saviano auf der Berlinale

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69. Berlinale - Roberto Saviano - © Foto: Ralf Hirschberger
Drehbuchautor Roberto Saviano stellte seinen Film "La Paranza dei Bambini" in Berlin vor. (© Foto: Ralf Hirschberger)

Berlin - Allen Drohungen zum Trotz will Anti-Mafia-Autor auch künftig weiter schreiben und sich keinesfalls einschüchtern lassen. «Ich bin gelassen, ich werde weiter erzählen», sagte der unter Personenschutz lebende italienische Journalist am Dienstag auf der Berlinale. Im Wettbewerb stellte der 39-Jährige die Verfilmung seines Romans «La Paranza dei Bambini (Piranhas)» vor. Auch der dritte und letzte deutsche Beitrag ging am Dienstag ins Rennen um die Bärenpreise.

Roberto Savianos Sicherheit ist immer wieder Thema, unter anderem weil Italiens Innenminister Matteo Salvini von der rechten Lega im vergangenen Jahr damit gedroht hatte, den Personenschutz, den Saviano wegen Todesdrohungen erhielt, auf den Prüfstand stellen zu lassen.

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Der Autor, international bekanntgeworden mit seinem Buch «Gomorrha» über die Mafia in Neapel, ist einer der schärfsten öffentlichen Kritiker der italienischen Regierung. Auch auf der Berlinale ging er den Innenminister scharf an und bezeichnete die politische Lage in Italien als «sehr ernst».

Mit Blick auf seine eigene Situation sagte Saviano: «Personenschutz ist kein Privileg, er ist ein Drama.» Auch andere Journalisten in Italien seien in einer ähnlichen Situation. Generell sei die Lage für Berichterstatter in Europa bedrohlicher geworden, sagte er mit Blick auf die Morde an Journalisten auf Malta und in der Slowakei. Für diejenigen, die über Europa schreiben, sei es «kein sicheres Terrain mehr».

In der Roman-Verfilmung, die am Dienstagabend Premiere am Potsdamer Platz feiern sollte, erzählt Regisseur Claudio Giovannesi mit Laiendarstellern das Leben von Nicola und seinen Freunden. Die 15-Jährigen leben in Sanità, einem Viertel von Neapel, wo sie in die Spirale von Gewalt, Drogen und organisierter Kriminalität geraten.

Insgesamt 16 Filme konkurrieren um die Hauptpreise der Berlinale, die am Samstagabend verliehen werden. Darunter sind drei Beiträge von deutschen Regisseuren. Nach Fatih Akin («Der Goldene Handschuh») und Nora Fingscheidt («Systemsprenger») stellte nun auch Angela Schanelec ihren neuen Film für den Wettbewerb vor.

«Ich war zuhause, aber» ist ein sehr statischer, ruhiger Film. Schanelec macht darin mehrere Ebenen auf. Zum einen geht es um eine Mutter (Maren Eggert) und ihre Kinder, die mit einem Verlust umgehen müssen. Zum anderen scheint es um die Kunst an sich zu gehen.

Wer sich gerne Gedanken darüber macht, wie Hamlet spielende Kinder und Tiere auf einer Weide zusammenhängen, könnte sich darüber freuen. Insgesamt zeigt Schanelec aber eine ziemlich unechte, abgeschlossene Welt, in der sich die Figuren und ihre Geschichte nur schwer erschließen.

«Ich werde das ganz bestimmt nicht interpretieren», sagte Schanelec am Dienstag. Sie gilt als eine der bekanntesten Vertreterinnen der sogenannten Berliner Schule. Ihre Kamera bewege sie nur, wenn es einen Grund dafür gebe. «Wenn es keinen gibt, bewege ich sie nicht.»

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