Kultur / MedienEU-Parlament löst Diskussion über «Panoramafreiheit» aus

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Selfie vor dem Eiffelturm - © Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv
Ein Paar macht unter dem Eiffelturm ein paar Selfies. (© Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv)

Brüssel - Können Urlauber ihre Fotos vom Eiffelturm, dem Riesenrad London Eye oder der ewig unfertigen Kirche Sagrada Familia in Barcelona künftig nicht mehr einfach so im Internet posten? Diese Sorge treibt die Piraten-Politikerin Julia Reda um.

Die 28-Jährige sitzt im Europaparlament und ist dort für die Reform des Urheberrechts zuständig. Die EU will eine veraltete Richtlinie in die digitale Zeit holen, und ein Report von Reda ist die Grundlage für die gemeinsame Position der Parlamentarier.

Links zum Thema
Piratin Julia Reda zu Panoramafreiheit
Offener Brief bei Wikipedia
Ausführliche Erläuterung bei iRights
Seite des Deutschen Journalisten-Verbands für Panoramafreiheit
Einschätzung bei Heise.de
Fotografenverband Freelens zur Panoramafreiheit
Online-Petition

Die Ausgangslage ist klar. In Deutschland darf man Fotos von Gebäuden und öffentlichen Kunstwerken machen und sie frei verwenden, auch für kommerzielle Produkte wie Kalender oder Postkarten. Das nennt sich Panoramafreiheit. Aber nicht alle EU-Staaten halten es so. In Frankreich beispielsweise gibt es keine generelle Panoramafreiheit. Reda wollte das ändern und die Verwendung von Umgebungsfotos in allen Mitgliedsstaaten erlauben.

Doch ihr Vorstoß ging nach hinten los. Ihr Parlamentskollege Jean-Marie Cavada von den Liberalen legte einen Gegenvorschlag vor. Die Christdemokraten, Sozialdemokraten und Liberalen im Rechtsausschuss stimmten seiner Version zu. Mit ihrer Mehrheit fordern sie: Wer Fotos oder Videos von fest installierter Kunst und öffentlichen Gebäuden gewerblich nutzen will, braucht dafür die Einwilligung der Urheber.

Nun hagelt es Kritik. Für jedes Bild eine Genehmigung einzuholen sei «ein unmögliches Unterfangen», schreibt der Fotografenverband Freelens alarmiert. «Das kann das Ende der professionellen Fotografie im öffentlichen Raum bedeuten.» Der Verband fürchtet ebenso wie Piratin Reda, dass nicht nur Profi-Fotografen von einer solche Regelung betroffen wären.

Reda warnt, «dass du (...) für jedes deiner Urlaubsfotos prüfen müsstest, ob es ein Gebäude oder öffentliches Kunstwerk zeigt, ob dieses Werk urheberrechtlich geschützt ist». Erst dann dürfte man die Fotos auf Plattformen wie Facebook hochladen. Denn diese Seiten sicherten sich die kommerzielle Verwendung der Nutzerbilder zu. Die Einschränkung «würde also Millionen von Europäerinnen und Europäerin in Konflikt mit dem Urheberrecht bringen», sieht Reda voraus.

Ganz so dramatisch ist es allerdings nicht. Denn die Facebook-Regeln dienen vor allem dem Zweck, dass das Netzwerk die Bilder selbst weiterverarbeiten kann, um sie anderen Nutzern anzuzeigen. «Wie die Plattformen darauf reagieren würden, wenn Bilder von öffentlichen Orten leichter Urheberrechte verletzen würden, bleibt offen», schreibt die Fachseite für Internet-Recht iRights.info.

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