Volle Strände an AllerheiligenHochsommer im November: Bis zu 30 Grad auf Mallorca erwartet

Die Urlaubsinsel steuert auf das wärmste Jahr aller Zeiten zu. Auch jetzt ist das Wasser im Mittelmeer noch bis zu 25 Grad warm. Streiks trüben die Urlaubslust.

Ralph Schulze

Schon das ganze Jahr über verzeichnet die Baleareninsel Mallorca Rekordtemperaturen. - © Clara Margais
Schon das ganze Jahr über verzeichnet die Baleareninsel Mallorca Rekordtemperaturen. © Clara Margais

Ein Bild fast wie im Hochsommer: blauer Himmel, Sonne, sanfte Wellen rollen an den Strand. An der Playa de Palma, Mallorcas berühmtestem und längstem Sandstrand, tummeln sich auch jetzt noch, Ende Oktober, zahlreiche Badegäste.

Es könnte über das kommende Wochenende, an das sich Allerheiligen anschließt, noch voller am Strand werden. Denn das ungewöhnlich sommerliche Wetter soll auf der spanischen Mittelmeerinsel noch wenigstens bis Anfang November anhalten.

Allerheiligen in Badehose, das ist auch auf Mallorca, der von den Europäern meistbesuchten Insel, eine große Ausnahme. Das Thermometer markiert in diesen Tagen knapp 30 Grad Lufttemperatur.

Bis zu 25 Grad Wassertemperatur

„Angesichts der Wärme und des anhaltenden Sonnenscheins fällt es schwer zu glauben, dass schon Ende Oktober ist“, schreibt die deutschsprachige „Mallorca Zeitung“. Und: „Es scheint, dass der Sommer 2022 auf Mallorca gar kein Ende mehr findet.“

Das Wasser des Mittelmeeres lädt mit angenehmen 24 bis 25 Grad immer noch zum Baden ein. Das sind Wassertemperaturen, die sich fast an jene annähern, die derzeit am legendären Miami Beach in Florida gemessen werden.

Mallorca bietet in diesen Herbsttagen karibisches Urlaubs- und Badeflair – gerade einmal zwei bis drei Flugstunden von Deutschland und anderen zentraleuropäischen Staaten entfernt. Zum Vergleich: An der Nordseeküste werden derzeit nur noch um die 15 Grad Wassertemperatur gemessen, an der Ostsee sogar nur maximal 13 Grad.

Eine Hitzewelle folgte im Hochsommer der nächsten

Auch in den Nächten werden jetzt immer noch außergewöhnlich milde Temperaturen registriert – tropische Nächte mitten im Herbst. Die Meteorologen sprechen von „tropischen Nächten“, wenn die Thermometerangaben zwischen Sonnenunter- und Sonnenaufgang nicht unter 20 Grad sinken.

Das war zum Beispiel seit Mai am Messpunkt im Hafen der Inselhauptstadt Palma in 123 Nächten der Fall. Damit verzeichnete Mallorca so viele tropische Nächte innerhalb eines Jahres wie noch nie in der Wettergeschichte. Deswegen brummen in vielen mallorquinischen Schlafzimmern auch jetzt noch Klimaanlagen oder Ventilatoren.

Schon das ganze Jahr über verzeichnet die Baleareninsel Mallorca Rekordtemperaturen. Eine Hitzewelle folgte der nächsten. Spitzentemperaturen von über 40 Grad im Schatten wurden gleich mehrmals im Hochsommer registriert. Das Wasser heizte sich stellenweise auf bis zu 31 Grad auf.

2022 vielleicht wärmstes Jahr aller Zeiten - steigende Unwettergefahr

Und nun auch noch ein äußerst warmer „Jahrhundertoktober“, in dem die Temperaturen durch die von Nordafrika einströmenden Sahara-Luftmassen weit über den normalen Werten liegen. Zwar soll es nach Allerheiligen langsam etwas abkühlen. Aber auch für die erste Novemberhälfte wird weitgehend sonniges Wetter mit immer noch frühlingshaften Temperaturen um die 20 Grad vorhergesagt.

Wenn auf Mallorca nicht bald ein anhaltender Temperatursturz folgt, was derzeit nicht sehr wahrscheinlich ist, könnte 2022 nach Einschätzung von Experten zum wärmsten Jahr aller Zeiten werden. Die Klimaforscher besorgt diese Tendenz. Sie warnen, dass als Folge auf Mallorca und im gesamten Mittelmeerraum die Unwettergefahr steige.

Die Hoteliers jubeln derweil über eine verlängerte Saison: Noch nie werden so viele Hotels im November offen sein, wie dieses Jahr. Bis Mitte November werden rund die Hälfte aller Herbergen auf der Insel ihre Türen geöffnet haben, berichtet María Frontera, Chefin des mallorquinischen Hotelverbandes FEHM. In früheren Jahren waren die allermeisten Hotels im November bereits verrammelt.

Neue Streikankündigungen bei Ryanair

Die Reiselust Richtung Mallorca könnte allerdings durch neue Streikankündigungen bei Ryanair getrübt werden. Nach Teilen des spanischen Kabinenpersonals, das bereits seit Sommer im Ausstand ist, kündigte nun auch das spanische Bodenpersonal der irischen Airline einen bis Januar 2023 dauernden Ausstand an, der an diesem Freitag (28. Oktober) beginnt.

Nach Gewerkschaftsangaben sind die im Terminal tätigen Ryanair-Mitarbeiter zunächst vom 28. Oktober bis 1. November aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Anschließend soll an allen nachfolgenden Wochenenden im November gestreikt werden.

Im Dezember folgen weitere Streikwochenenden unter anderem vor Weihnachten und Silvester. Wie schon beim Dauerstreik des spanischen Kabinenpersonals muss deswegen bei der Ryanair-Abfertigung in Spanien mit Störungen und Verspätungen gerechnet werden.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.