Corona-Neuinfektionen in Deutschland erreichen Rekordwert

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Corona-Höchstwert - © Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Deutschland erreicht mit mehr als 11.000 Neuinfizierten einen Corona-Höchstwert. (© Foto: Sebastian Gollnow/dpa)

Berlin - Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages in Deutschland ist erneut stark gestiegen und hat erstmals den Wert von 10.000 überschritten.

Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagmorgen 11.287 Fälle binnen 24 Stunden. Der bisherige Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland war am Samstag mit 7830 Neuinfektionen erreicht worden.

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Lagebericht des RKI vom 22.10.
RKI-FAQ zu Corona
RKI-Liste mit Risikogebieten

Am Donnerstag vergangener Woche waren mit 6638 Fällen erstmals mehr als im Frühjahr gemeldet worden. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühling vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Angesichts des sich rapide entwickelnden Infektionsgeschehens appellierte RKI-Präsident Lothar Wieler an die Menschen, unbedingt die Corona-Regeln einzuhalten. Es sei inzwischen möglich, dass sich das Virus regional unkontrolliert ausbreite. Man müsse davon ausgehen, dass es wieder mehr schwere Fälle und Tote geben werde. Unbedingt zu beherzigen seien Abstand halten, Hygienemaßnahmen und wo nötig das Tragen von Mund-Nase-Masken sowie Lüften. Er empfahl, «in den Bereichen, wo Menschen zusammenkommen, insbesondere in Innenräumen», eine Maske zu tragen.

Seit Anfang September schwankt die Zahl der Coronatests pro Woche zwischen 1,1 und 1,2 Millionen - mit ganz leicht steigender Tendenz. Die Positivenrate ist nach RKI-Angaben vom Mittwoch in der Zeit jedoch von 0,75 auf 3,63 Prozent gestiegen. Seit zwei Wochen steigt der Probenrückstau erneut an. Einige Labore wiesen auf Lieferschwierigkeiten für Arbeitsmaterialien hin.

Zuletzt lagen rund 40 Prozent aller vom RKI erfassten Kreise und Städte über dem Schwellenwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche (Datenstand 22.10.), ab dem vielerorts verschärfte Infektionsschutzmaßnahmen greifen. Bei mehr als 30 Kreisen und Städten lag der Wert sogar über 100. Der Durchschnittswert für Deutschland betrug 56,2.

Deutlich angestiegen ist auch die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten: Laut RKI-Lagebericht wurden am Donnerstag 1030 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 459 davon wurden beatmet. Eine Woche zuvor hatte der Wert noch bei 655 gelegen (329 beatmet), eine weitere Woche davor bei 487 (239). Das ist mehr als eine Verdopplung in zwei Wochen. Derzeit sind noch rund 8200 Intensivbetten frei.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 392.049 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 22.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9905. Das waren 30 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es inzwischen etwa 306.100 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Donnerstag bei 1,11 (Vortag: 1,09). Das bedeutet, dass zehn Infizierte etwa elf weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert nun bei 1,23 (Vortag: 1,17). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

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