Mann für alle Fälle: Der «kleine Doktor» Reinhard Rauball

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Reinhard Rauball - © Foto: Boris Roessler
Auch Reinhard Rauball, DFB-Vizepräsident und Ligapräsident, gilt als geeigneter Niersbach-Nachfolger. (© Foto: Boris Roessler)

Düsseldorf - Irgendwie ist Reinhard Rauball ein Mann für alle Fälle. Omnipotent, omnipräsent, klar strukturiert in seinen Vorgehensweisen - so hat sich der Jurist nicht nur im Fußball einen ausnehmend guten Ruf erworben und wäre als Top-Funktionär bestens geeignet für die Spitzenposition im DFB.

Er wäre allerdings ein Übergangs-Amtsinhaber: Mit seinen fast 69 Jahren (geboren am 25. Dezember 1946) steht Rauball kurz vor der Altersgrenze, die der DFB bei 70 festsetzt.

Besonders bei seinem Herzensverein Borussia Dortmund wird Rauballs Wirken hoch geschätzt. Als der «kleine Doktor», wie Rauball wegen seiner Körpergröße von 164 Zentimetern auch genannt wird, im November 2004 zum dritten Mal Club-Präsident wurde, war der Verein dem finanziellen Ruin nahe. Mittlerweile ist der BVB top saniert und steht, auch dank der akribischen Arbeit des gebürtigen Northeimers Rauball, glänzend da.

Rauball ist ein Typ Mensch, der für die Anliegen, denen er sich widmet, bis zur Erschöpfung kämpft. Sowohl seine erste Amtszeit in Dortmund (1979 bis 1982) als auch seine zweite (1984 bis 1986) beendete er unter anderem auch wegen Arbeitsüberlastung.

Seit 1975 ist Rauball in Dortmund niedergelassener Rechtsanwalt. Er machte sich auch als Verfassungsjurist, Notar und juristischer Autor bundesweit einen Namen. Anfang der 90er Jahre verteidigte er in einem damals spektakulären Doping-Prozess die Leichtathletinnen Katrin Krabbe und Grit Breuer.

1999 sollte der aus einer Juristenfamilie stammende Rauball in Nordrhein-Westfalen als designierter Justizminister im Kabinett des damaligen SPD-Ministerpräsidenten Wolfgang Clement auch politisch Karriere machen. Doch kurz vor seiner Vereidigung zog er sich mit der Begründung zurück, er habe es 1994 versäumt, sich ein Aufsichtsratsmandat genehmigen zu lassen.

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