Olympische WinterspieleSchlag für Kombinierer: Frenzel und Weber in Quarantäne

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Weber und Frenzel - © Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Die Kombinierer Terence Weber (l) und Eric Frenzel wurden positiv auf das Coronavirus getestet. © Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Peking - Noch 2018 trug Eric Frenzel die deutsche Fahne ins Olympiastadion von Pyeongchang, vier Jahre später erlebte der einstige Goldheld die Eröffnung der Peking-Spiele in der Quarantäne.

Der dreimalige Olympiasieger in der Nordischen Kombination und sein Teamkollege Terence Weber mussten sich kurz vor Beginn der Winterspiele in China in ein Isolationshotel begeben, nachdem Nachtests am Freitag ihre Corona-Infektion bestätigt hatten.

Vier weitere am Vortag bei der Einreise zunächst positiv getestete deutsche Athleten aus dem Eishockey-Team und der Skeleton-Auswahl erhielten hingegen im zweiten Anlauf einen negativen Befund, wie der Deutsche Olympische Sportbund am Freitag mitteilte.

Frenzel und Weber wurden vom Kombinierer-Team separiert. «Den beiden Athleten geht es den Umständen gut», sagte der deutsche Teamarzt Bernd Wolfarth. Es gebe keine weiteren Kontaktfälle, teilte der DOSB mit. «Nicht der Start den ich mir hier in Peking erhofft habe! - Covid positiv», schrieb Frenzel bei Instagram zu einem Foto von sich mit FFP2-Maske, auf dem er fragend schaut. «Dann hoffen wir jetzt mal das beste, um hier recht bald wieder aus der Isolation frei zu kommen», fügte er hinzu.

Vier bestätigte Corona-Fälle

Bereits seit Mittwoch befindet sich Eiskunstläufer Nolan Seegert als erster deutscher Corona-Fall unter den Athleten in Peking im Quarantäne-Hotel. Mit Verzögerung wurde auch noch seine Paarlauf-Partnerin Minerva Hase offiziell als Kontaktperson eingestuft. Sie wurde im olympischen Dorf vom Team separiert, darf jedoch weiter individuell trainieren. Auch ein weiteres Mitglied des Eiskunstlauf-Teams gilt als sogenannter Close Contact.

Die Zahl der auch durch Nachtests bestätigten deutschen Corona-Fälle ist damit auf vier gestiegen. Zuvor war ein Betreuer aus der DOSB-Delegation positiv getestet worden. Die Gesamtzahl der bei der Einreise und in der Olympia-Blase entdeckten Corona-Fälle liegt den Organisatoren zufolge seit dem 23. Januar bei 308.

Wer sich bei Olympia in Peking mit dem Virus angesteckt hat, wird in einem eigens dafür vorgesehenen Hotel isoliert. Nur nach zwei negativen PCR-Tests im Abstand von mindestens 24 Stunden können die Betroffenen dieses vor Ablauf von zehn Tagen wieder verlassen. Nach dieser Frist ist nur noch ein negativer PCR-Test nötig.

«Das Konzept wird sehr gut durchgeführt. Es wird ein hohes Maß an Sicherheit geboten. Wir haben ein gutes Gefühl», sagte Olympia-Arzt Wolfarth. Auch der deutsche Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig versicherte, die Gegenmaßnahmen gegen das Coronavirus in der geschlossenen Olympia-Blase seien «konsequent und erfolgreich».

«Am Ende gilt auch: Safety first»

In der Nordischen Kombination reißt damit die Serie der Corona-Fälle unmittelbar vor Eröffnung nicht ab. Am Donnerstag war der Positivtest von Topfavorit Jarl Magnus Riiber aus Norwegen öffentlich geworden, der zuvor bereits als Kontaktperson des ebenfalls infizierten estnischen Podestkandidaten Kristjan Ilves galt.

Nun ist auch der Deutsche Skiverband mit Rekordweltmeister Frenzel und Weber betroffen. Die beiden sind hinter Vinzenz Geiger die besten deutschen Kombinierer in dieser Saison. Der erfahrene Frenzel präsentiert sich in diesem Winter so konstant wie lange nicht. Zudem gilt der 33-Jährige als Großereignis-Experte. Bei den vergangenen Winterspielen in Südkorea gewann er zweimal Gold und einmal Bronze. Weber siegte im November beim Weltcup im finnischen Ruka und ist vor allem auf der Skisprung-Schanze stark.

Das erste Einzel in Zhangjiakou findet für die Schützlinge von Bundestrainer Hermann Weinbuch am kommenden Mittwoch statt. Wertvolle Trainingszeit geht Frenzel und Weber in jedem Fall verloren, wenn sie denn überhaupt teilnehmen können. «Das Playbook sieht eine Rückkehr ins Team zurück vor», erklärte Wolfarth und fügte hinzu: «Ob sie in den Sport zurückkehren können, muss man abwarten. Am Ende gilt da auch: Safety first.»

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