Williams verpasst Rekord - Finale Osaka gegen Asarenka

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Gratulation - © Foto: Seth Wenig/AP/dpa
Serena Williams (l) gratuliert Wiktoryja Asaranka zum Einzug ins US-Open-Endspiel. (© Foto: Seth Wenig/AP/dpa)

New York - Als Serena Williams nach dem ernüchternden Ende ihrer Rekord-Jagd auf die verhexte Zahl 24 angesprochen wurde, fing sie an zu grübeln.

Drei Mal innerhalb weniger Sekunden fiel ihr nicht mehr ein als: «Ich weiß es nicht.» War es das jetzt mit dem 24. Titel bei den vier bedeutsamsten Tennisturnieren der Welt? Wird sie ihre Sehnsucht nach dem Bestwert der Australierin Margaret Court doch noch irgendwann stillen können? Oder war diese Niederlage im Halbfinale der US Open die letzte vertane Chance? Sie habe darüber noch nicht nachgedacht, sagte Williams. Sie wisse es einfach nicht.

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Zu frisch waren in diesem Moment noch die Eindrücke und das Erlebte vom durchaus bemerkenswerten 6:1, 3:6, 3:6 gegen Victoria Asarenka aus Belarus. Statt bei ihrer 20. US-Open-Teilnahme um die von Tiffany veredelte Silbertrophäe zu kämpfen, bleibt Williams nur die Rolle der Außenstehenden, wenn sich am Samstag (22.00 Uhr MESZ/Eurosport) ihre langjährige Kontrahentin Asarenka und die potenzielle Kronprinzessin Naomi Osaka im unerwarteten Duell um den Titel gegenüberstehen.

Keine Neuauflage des Skandal-Endspiels 2018 zwischen Williams und Osaka, kein Fest für Statistikfreunde und Tennis-Geschichtsschreiber - stattdessen eine Comeback-Geschichte, für die die Amerikaner den Begriff der Cinderella-Story etabliert haben. Vor sieben Jahren stand Asarenka zuletzt im Endspiel eines Grand-Slam-Turniers. Sie verlor das Finale der US Open gegen Serena Williams. Wie auch schon 2012.

Die mittlerweile 31-Jährige aus Minsk war mal die Nummer eins der Weltrangliste, sie gewann 2012 und 2013 die Australian Open, sie duellierte sich 22 Mal mit Williams und ging bis zu diesem Donnerstagabend um kurz vor Mitternacht 18 Mal als Verliererin vom Platz. Vor einigen Jahren stand sie kurz davor, ihre Karriere zu beenden. Sie wurde von Verletzungen geplagt, im Dezember 2016 kam ihr Sohn Leo zur Welt. Asarenka zweifelte, ob sie es noch einmal zurück in die Spitze oder überhaupt erst wieder auf die Tour schaffen würde.

Mit dem Vater ihres Kindes führte sie einen langen und aufreibenden Sorgerechtsstreit und verzichtete in dieser Zeit auch auf mehrere Turniere, um sich um den kleinen Leo zu kümmern. «Wenn dir Scheiße widerfährt, denkt man ja oft: Bleib positiv, bleib positiv, aber manchmal ist es unmöglich, positiv zu bleiben», philosophierte Asarenka. «Dann hilft es, sich eine neutrale Einstellung zuzulegen oder zumindest nicht ins Negative zu rutschen. Es ist ganz einfach.»

Sie habe gelernt, im Augenblick zu leben und Dinge so hinzunehmen, wie sie sind, erzählte Asarenka als sie strahlend in der Video-Pressekonferenz saß und auch weiter plauderte, als plötzlich das Licht ausging und sie vorsichtig nachfragte, ob sie überhaupt noch jemand hören könne.

Diese ungewöhnlichen Corona-US-Open ohne Zuschauer und ohne ein halbes Dutzend der weltbesten Spielerinnen erleben nun ein unerwartetes, aber ein würdiges Finale. Die frühere Turniersiegerin Angelique Kerber (Kiel), die nach den Absagen an Nummer eins gesetzte Tschechin Karolina Pliskova oder Australian-Open-Siegerin Sofia Kenin (USA) sind allesamt früh gescheitert - im Kampf um den Titel stehen sich jetzt zwei Persönlichkeiten gegenüber, die auch außerhalb ihres rechteckigen Arbeitsplatzes zu imponieren wissen.

Osaka wird nun also ihre siebte Maske präsentieren und auch am Finaltag gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA protestieren können. Vor dem Turnier hatte Osaka gesagt, sie habe sieben Mund-Nase-Masken mit unterschiedlichen Namen von Afroamerikanern dabei, die getötet worden sind. Sieben Masken hatte sie eingepackt, für im Idealfall sieben Matches. Das Finale ist Spiel Nummer sieben.

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