Choupo-Moting sei Dank: PSG und Tuchel im Halbfinale

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Danke! - © Foto: David Ramos/Pool Getty/AP/dpa
PSG-Trainer Thomas Tuchel umarmt den Matchwinner Eric Maxim Choupo-Moting. (© Foto: David Ramos/Pool Getty/AP/dpa)

Lissabon - Thomas Tuchel wusste genau, bei wem er sich zu bedanken hatte. Der Trainer von Paris Saint-Germain humpelte strahlend durch die Gegend, wegen eines Mittelfußbruchs steckte sein halbes Bein in einer Schiene, aber das störte ihn nicht.

Tuchel fand Halt bei dem Mann, den er einst schon beim FSV Mainz 05 trainiert hatte: Eric Maxim Choupo-Moting. Eigentlich wäre der Deutsch-Kameruner gar nicht mehr da gewesen, doch nun stand er vor Tuchel im Estádio da Luz in Lissabon, der Coach umarmte ihn und flüsterte ihm lächelnd ins Ohr. Dank des 31-Jährigen steht PSG erstmals seit 25 Jahren im Champions-League-Halbfinale.

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222 Millionen Euro hatten die Franzosen einst für Brasiliens Stürmerstar Neymar ausgegeben, Weltmeister Kylian Mbappé ließen sich die Investoren aus Katar ebenfalls eine üppige dreistellige Millionensumme kosten. Choupo-Moting kostete bei seinem Wechsel 2018 nichts, und es gab vermutlich nicht wenige in Paris, die sich damals fragten: Wer ist das überhaupt? Gut zwei Jahre später waren es nicht Neymar und Mbappé, die PSG ins Halbfinale schossen (und damit wohl auch Tuchel den Job retteten), es war der späte 2:1-Siegtreffer des eingewechselten Choupo-Moting (90.+3) im Viertelfinale gegen Atalanta Bergamo.

«Der Held des Abends, der einzigartige, der charismatische, der legendäre Eric Maxim Choupo-Moting», schrieb der Club äußerst euphorisch auf Twitter. Dass Choupo-Moting eigentlich gar kein PSG-Spieler mehr gewesen wäre, schrieben sie nicht. Sein Vertrag war ursprünglich am 30. Juni ausgelaufen, im Winter hatte man ihn zunächst nicht mal für die K.o.-Spiele der Königsklasse gemeldet. Wohl nur, weil Edinson Cavani beschlossen hatte, seinen Kontrakt nicht bis Ende August zu verlängern, wurde Choupo-Moting in die portugiesische Hauptstadt zum Finalturnier mitgenommen. Ob sein nun am 31. August endender Vertrag nochmal ausgedehnt wird, ist unklar.

«Wir haben niemals die Hoffnung aufgegeben. Ich habe alles gegeben und bin sehr glücklich darüber, diese Emotionen erleben zu dürfen. Es ist schwierig, zu beschreiben, was ich gerade fühle, das ist etwas ganz Besonderes», sagte Choupo-Moting. «Als ich reinkam, habe ich mir gesagt, dass es unmöglich ist, mit unserer Mannschaft auszuscheiden. Wir mussten ein Tor erzielen. Ich habe immer daran geglaubt.»

Anstatt der Heimreise steht für PSG nun am Dienstag das Halbfinale an. Dank Choupo-Moting träumen Spieler und Verantwortliche vom Titel. «Ich habe große Lust auf das Finale. Eine weitere Stufe wartet auf uns. Wir sind eine ausgezeichnete Mannschaft, eine Familie. Mit dieser Einstellung ist es unmöglich, uns rauszuwerfen», sagte Neymar.

Dabei hätte es der Außenseiter aus Bergamo fast geschafft. Mario Paali (27. Minute) hatte die Italiener in Führung gebracht, und es sah sehr lange Zeit so aus, als würden sie den knappen Vorsprung über die Zeit retten können. Bis Marquinhos in der 90. Minute den Ausgleich schoss. Und drei Minuten später Choupo-Moting für die Entscheidung sorgte.

«Es liegt das Gefühl in der Luft, dass dies das richtige Jahr sein könnte», schrieb die französische Sportzeitung «L'Équipe» am Donnerstag. Aber dafür wird PSG sich steigern müssen. Denn lange Zeit überzeugte Tuchels Mannschaft nicht, es fehlte ein geordneter Spielaufbau, es gab keinen Rhythmus. Was angesichts des frühen Abbruchs der Saison in Frankreich nicht großartig verwundern, die Gegner beim Turnier in Lissabon aber auch nicht interessieren dürfte.

PSG wird sich steigern müssen, um den ganz großen Triumph perfekt zu machen. Denn auf die Joker-Qualitäten von Choupo-Moting können sie sich nicht in jedem Spiel verlassen.

© dpa-infocom, dpa:200813-99-147733/5

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