Freiburg feiert - Schalke setzt Pleitenserie fort

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SC Freiburg - FC Schalke 04 - © Foto: Uli Deck/dpa
Die Freiburger Mannschaft bejubelt den Treffer zum 2:0 gegen Schalke durch Jonathan Schmid (3.v.r.). (© Foto: Uli Deck/dpa)

Freiburg - Die Krisen-Profis vom FC Schalke 04 hatten die Schwarzwald-Arena nach der 0:4-Klatsche längst verlassen, da stießen die Freiburger noch auf dem Rasen erlöst auf eine starke Saison an.

Während sich die Badener trotz der Geisterkulisse glücklich bei ihren Fans bedankten, verabschiedete sich Schalke mit immensen Problemen und wütenden Anhängern in die Sommerpause. «Dass es eine Hypothek ist, ist keine Frage», kommentierte Schalke-Coach David Wagner am Samstag den Negativrekord von 16 Spielen ohne Sieg in der Fußball-Bundesliga.

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Mitten im Ärger um die zusätzlich belastende Tönnies-Affäre mussten die Schalker die nächste Niederlage beim effizienten Gastgeber hinnehmen, während rund 1000 Anhänger rund um die Schalke-Arena mit einem Protest ihren Unmut kundtaten. «Am Ende würde ich sagen, es war eine verdiente Niederlage», sagte Wagner und lobte den Sieger. «Freiburg war einfach wahnsinnig effektiv!» In der zweiten Halbzeit sei man «nicht mehr konkurrenzfähig» gewesen. Der 48-Jährige schloss trotz des tristen Saisonabschlusses in der schwächsten Rückrunde der Vereinshistorie einen Rücktritt kategorisch aus. Das sei außerhalb jeglicher Vorstellungskraft für ihn.

Sein Freiburger Kollege Christian Streich war hingegen bester Laune: «Es ist ein wunderbarer Abschluss für uns», meinte er. Nationalstürmer Luca Waldschmidt (20./57. Minute), Jonathan Schmid (38.) und Lucas Höler (46.) erzielten die Treffer für die Freiburger, die sich mit einer ganz anderen Stimmungslage in den Urlaub verabschieden. Obwohl die Chance auf die Europa League dahin war, dürfen sich die Badener von Trainer Christian Streich über den achten Tabellenplatz als Lohn für eine erneut starke Saison freuen.

«Wir wollten unbedingt den achten Platz sichern. Der Trainer hat auch ordentlich Druck gemacht die ganze Woche. Dass wir das dann so umsetzen, ist natürlich überragend«, sagte Torschütze Höler im Sky-Interview. «Das alles macht uns einfach glücklich, und wir sind froh, dass wir eine so gute Saison gespielt haben.»

Bei den Schalkern hat nicht die Krisen-Mannschaft, sondern insbesondere die Vereinsführung die Wut der Fans auf sich gezogen. Zeitgleich mit der zehnten Rückrundenniederlage und zu leicht fallenden Gegentoren demonstrierten rund 1000 Anhänger am heimischen Vereinsgelände gegen Clemens Tönnies und den Vereinsvorstand. Die Menschenkette unter dem Motto «Schalke ist kein Schlachthof - gegen die Zerlegung unseres Vereins» spielte auf die Negativ-Schlagzeilen mit den vielen Corona-Fällen beim Fleisch-Unternehmer Tönnies an.

«Dass wir uns so abschießen lassen, ist unverständlich. Das ist eine Katastrophe! Da gibt es eigentlich keinen Kommentar zu - wir waren alle in den letzten Spielen nicht auf unserem Niveau», wetterte Schalkes Kapitän Daniel Caligiuri. «Wir sind jetzt teilweise froh, dass die Scheiß-Rückrunde vorbei ist.»

Konsequenzen der Dauer-Krise mit dem letzten Saison-Sieg am 17. Januar sollen am Montag bekannt gegeben werden. Medienberichten zufolge trennt sich der Verein zum Saisonende von den Athletik- und Konditionstrainern Bob Schoos und Klaus Luisser. Pikant bei diesem Saisonabschluss: Laut «Bild»-Zeitung soll Freiburgs Torhüter Alexander Schwolow, am Samstag nur Ersatz, Nachfolger für den zu Bayern München wechselnden Alexander Nübel werden.

Im Breisgau bemühte sich Schalke zunächst, Wagners Hoffnung auf ein positives Resultat zum Saisonabschluss umzusetzen. Die Offensivschwäche in der Rückrunde war einmal mehr problematisch. In der zweiten Hälfte war Schalke nach dem schnellen dritten Gegentor-Schock chancenlos.

© dpa-infocom, dpa:200627-99-587349/6

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