Cool und erfolgreich: BVB bereit für das Bayern-Spiel

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VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund - © Foto: Michael Sohn/AP-Pool/dpa
Dortmunds Spieler jubeln, nachdem Raphael Guerreiro (M) das Tor zur 1:0-Führung erzielt hat. (© Foto: Michael Sohn/AP-Pool/dpa)

Wolfsburg - Über den FC Bayern München verlor Lucien Favre kein einziges Wort.

Das Topspiel der Fußball-Bundesliga ist nur noch drei Tage hin und der große Herausforderer Borussia Dortmund hatte gerade sein sechstes Ligaspiel nacheinander gewonnen. Aber der Trainer des BVB ist nunmal kein Freund markiger Worte. Also sagte er nach dem 2:0 (1:0) beim VfL Wolfsburg nur: «Ich will nicht von Bayern sprechen. Wir müssen unseren Sieg heute genießen. Das ist das Wichtigste.»

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Dass beim BVB noch niemand an den Dienstagabend denkt, heißt das aber noch lange nicht. Nach dem Geisterspiel in der fast leeren Volkswagen-Arena konnte es den Dortmundern gar nicht schnell genug gehen, um wieder nach Hause zu kommen. Außerdem müssen sie sich vor dem Ligagipfel um den Einsatz des Ex-Münchners Mats Hummels sorgen. Denn seinen Abwehrchef wechselte Favre in der Halbzeitpause wegen Beschwerden an der Achillessehne aus. «Er konnte nicht mehr weiterspielen. Natürlich hoffen wir, dass er Dienstag wieder dabei ist. Ich kann es aber noch nicht sagen», meinte der Schweizer.

Allerdings kann es dieses Dortmunder Aufgebot qualitativ wie quantitativ so langsam mit dem Münchener Luxuskader aufnehmen. Hummels angeschlagen? Dann rückt eben der Nationalspieler Emre Can in der zweiten Halbzeit ins Abwehrzentrum. Marco Reus noch verletzt und Jadon Sancho nicht zu 100 Prozent fit? Dann spielt eben der starke Julian Brandt wieder häufiger im Angriff.

Und selbst wenn dort niemand trifft, springt im Moment verlässlich der Portugiese Raphael Guerreiro ein. Eine Woche nach seinen beiden Treffern zum 4:0-Derbysieg gegen Schalke 04 schoss der Europameister von 2016 auch in Wolfsburg das wichtige Führungstor (32. Minute). «Rafa spielt einfachen Fußball. Er hat ein sehr gutes Gespür für Situationen und vor dem Tor einen sehr guten Schuss», lobte Favre.

Der zweite Dortmunder Außenverteidiger Achraf Hakimi machte in der 78. Minute alles klar, nur vier Minuten später sah Wolfsburgs Felix Klaus zudem die Rote Karte (82.). «Beide Außenverteidiger sind sehr offensivstark», sagte auch Sportdirektor Michael Zorc hinterher. «Insgesamt war es eine ordentliche Leistung.»

Die Dortmunder spielten in Wolfsburg genau so, wie man das eigentlich den Bayern gern zuschreibt: abgeklärt und sehr gut organisiert. Viel mehr Tormöglichkeiten als die zwei verwerteten brauchte der Titelkandidat an diesem Samstag nicht. Dass Torjäger Erling Haaland kaum auffiel? Dass Kapitän Marco Reus immer noch verletzt ist? Es machte nicht viel aus. Glück hatte der BVB nur in der zweiten Halbzeit bei einer Wolfsburger Großchance für Renato Steffen (48.).

«Direkt nach der Halbzeit hatten wir eine leichte Schwächephase. Vielleicht mussten wir uns nach dem verletzungsbedingten Aus von Mats Hummels neu sortieren», sagte Zorc. «Aber am Ende haben wir es sicher nach Hause gespielt.» Auch Abwehrspieler Manuel Akanji meinte: «Der Schlüssel ist, dass die gesamte Mannschaft gut verteidigt. Wir lassen kaum Chancen zu. Und wir wissen, dass wir immer ein Tor machen können. Ich hoffe, das klappt am Dienstag gegen die Bayern auch.»

Mario Götze saß in Wolfsburg 90 Minuten auf der Bank. Obwohl so viele Offensivspieler angeschlagen sind. Und obwohl in diesen Zeiten fünf Auswechselungen möglich sind. Die seit Monaten absehbare Konsequenz: Sportchef Zorc bestätigte in einem Sky-Interview, dass der BVB den auslaufenden Vertrag mit dem Weltmeister von 2014 nach dieser Saison nicht verlängern wird. «Wir sind in einer Situation, die für beide Seiten nicht zufriedenstellend ist», sagte er.

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