DEL-Jubiläum: Münchens Seidenberg knackt 1000er-Marke

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Yannic Seidenberg - © Foto: Tobias Hase/dpa
Steht vor seinem 1000. DEL-Spiel: Münchens Yannic Seidenberg. (© Foto: Tobias Hase/dpa)

München - Yannic Seidenberg weiß, wie man feiert. Nach dem olympischen Silber-Triumph in Südkorea stand der Eishockeyprofi irgendwann mit nacktem Oberkörper und Bier in der Hand neben Edel-Fan Lindsey Vonn.

Auch bei den Münchner Meisterpartys war der Routinier nie der Erste, der nach Hause ging. Seine Leistungen auf dem Eis gaben dem inzwischen 36-Jährigen aber auch allen Grund zum Feiern. Seidenberg ist seit vielen Jahren eine Größe im deutschen Eishockey. Heute tritt er einem elitären Kreis bei: Er erreicht als erst sechster Spieler die Marke von 1000 Partien in der DEL.

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«Hut ab», sagte Fußballstar und Eishockeyfan Thomas Müller auf der Homepage von Seidenbergs EHC Red Bull München und blödelte in seiner typischen Art: «Ich weiß aus eigener Erfahrung: 1000 Ligaspiele macht man nicht einfach so.» Als Fußballer schafft man 1000 Partien in der Bundesliga gar nicht - Rekordmann Charly Körbel kommt auf 602 Spiele.

Fast wäre Seidenberg gar nicht auf dem Eis gelandet. «Als ich angefangen habe, wollte ich eigentlich gleich wieder aufhören», sagte der 36-Jährige der «Süddeutschen Zeitung» zuletzt. Erst nachdem er ein paar Tore geschossen hatte, «so mit acht oder neun Jahren», habe er entschieden, Profi zu werden. «Ich habe das in alle diese Freundschaftsbücher geschrieben, die man in der Schule herumgibt.»

Und so kam es dann ja auch. An der Seite seines Bruders Dennis, der später in der NHL Karriere machte und 2011 den Stanley Cup gewann, debütierte Seidenberg im Herbst 2001 in der DEL bei den Adlern Mannheim. Da passt es ganz gut, dass er bei seinem 1000. Spiel am Abend (19.30 Uhr) mit München just in Mannheim zu Gast ist. «Coole Sache», sagte der dreimalige Familienvater zur besonderen Rückkehr.

Dass Seidenberg in die 1000er-Gruppe mit Mirko Lüdemann (1199), Daniel Kreutzer (1066), Niki Mondt (1060), Patrick Köppchen (1026) und Sebastian Furchner (1024) einzieht, ist auch ein Erfolg des Willens und der Beharrlichkeit. Mehrere Verletzungen und sieben Knieoperationen stoppten Seidenberg in all den Jahren nicht.

Weil er nur 172 Zentimeter groß ist, blieb ihm eine NHL-Karriere verwehrt. Dafür hat er eine Trophäe daheim hängen, die selbst in der Eliteliga nur wenige gewinnen konnten: eine Olympia-Medaille. Mit der deutschen Auswahl erreichte er 2018 in Pyeongchang sensationell das Finale und war Teil eines Teams, das ganz Deutschland verzauberte. Diese Glücksmomente, die «werde ich nie vergessen», sagte er.

Der Routinier denkt noch nicht ans Aufhören und hat ein konkretes Ziel: Er will selbst noch in der neuen Münchner Multifunktionshalle spielen, die 2022 fertig sein soll. Vielleicht wackelt dann gar Lüdemanns Rekord. Seidenberg wüsste, wie man das feiert.

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