Hamilton meldet sich mit Bestzeit in Ungarn zurück

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Bestzeit - © Foto: James Gasperotti/ZUMA Wire
Fuhr im ersten Training zum Großen Preis von Ungarn die schnellste Runde: Lewis Hamilton. (© Foto: James Gasperotti/ZUMA Wire)

Budapest - Ausgeschlafen, wiedererstarkt und vorneweg: Lewis Hamilton hat sich mit der Tagesbestzeit zum Auftakt des letzten Grand-Prix-Wochenendes vor der Sommerpause zurückgemeldet.

An einem sehr überschaubar spektakulären Freitag auf dem Hungaroring mit viel Leerlauf am verregneten Nachmittag absolvierte der fünfmalige Formel-1-Weltmeister die schnellste Runde. «Ich wollte gut in das Wochenende kommen, ich habe mich gut gefühlt und die Balance des Autos war auch direkt ziemlich gut», resümierte Hamilton.

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Mit wem er im Kampf um seine siebte Pole beim Großen Preis von Ungarn rechnen muss, wurde auch deutlich: Deutschland-Gewinner Max Verstappen im Red Bull und Deutschland-Star Sebastian Vettel im Ferrari - beide trennte in der schnelleren ersten Einheit eine mickrige Tausendstelsekunde hinter dem Briten.

Hamilton ist wieder da, auch wenn er sich im zweiten Training mit Rang drei hinter Pierre Gasly im zweiten Red Bull und Verstappen begnügte. Vettel wurde am Nachmittag nur 13. Sorgen dürfte dem Mercedes-Team allerdings ein Problem mit dem Motor von Valtteri Bottas machen. Die Mechaniker wechselten den Antrieb und bauten einen bereits benutzten ein, so entging Bottas auch einer Strafe.

Technische Probleme kann Hamilton nicht gebrauchen. Fahrerisch scheint er sich nach seinem schwachen Auftritt - auch bedingt durch einen Virus - vom Hockenheimring erholt zu haben. Drei Tagen mit viel Schlaf sei Dank, kann er die nächste Bestmarke von Michael Schumacher und damit auch in der Formel 1 angreifen. Sieben Mal holte der mittlerweile 50 Jahre alte Rekordchampion die Pole auf dem Hungaroring.

Hamilton kann an diesem Samstag gleichziehen, mit sechs Siegen auf dem Kurs bei Budapest ist er in der Kategorie bereits Rekordhalter. «Ich kann Ihnen versichern, dass wir noch härter arbeiten, um wieder vorn zu sein», betonte Hamilton.

Wie entschlossen er allen voran ist, die Enttäuschung vom Mercedes-Heimrennen am vergangenen Sonntag mit dem neunten Platz nach Pole wettzumachen, belegten auch die 41 Runden, die Hamilton im ersten Training drehte. Vettel, zum Vergleich, kam auf 25. Verstappen, der Fahrer, über den derzeit am meisten gesprochen wird, auf 28.

Der 21 Jahre alte Niederländer hat sich mit seinen zwei Siegen in den vergangenen drei Jahren zum Spekulationsobjekt Nummer 1 gemacht. Angesprochen auf die Wunschvorstellung mancher Formel-1-Anhänger, mit Verstappen zusammen bei Mercedes zu fahren, entgegnete Hamilton sogar: «In gewisser Weise wäre es gut für mich.»

Warum sich der 80-malige Grand-Prix-Gewinner der vermeintlich härtesten Herausforderung mit dem niederländischen Kompromisslos-Fahrer im selben Team stellen würde, erklärte Hamilton höchst selbst auch noch. Er lese Geschichten, dass er und der Red-Bull-Star unterschiedliche Autos hätten und er Verstappen nur deswegen schlage. Beide im gleichen Team hieße für Hamilton: «Ich könnte zeigen, dass das nicht der Fall ist.»

Genau das wird er auch auf dem Hungaroring in der Qualifikation an diesem Samstag (15.00 Uhr/Sky und RTL), in der Regen wie im Freitagstraining nicht auszuschließen ist, und im Rennen am Sonntag (15.10 Uhr/Sky und RTL), wieder versuchen. Verstappen konnte in Ungarn noch nie gewinnen, Vettel 2015 und 2017 schon mal im Ferrari.

Wie groß die Chancen des 32 Jahre alten gebürtigen Heppenheimers sind, vor Ablauf eines Jahres seinen ersten Sieg seit dem 26. August 2019 zu feiern, bleibt abzuwarten. Teamkollege Charles Leclerc scheint jedenfalls noch zu kämpfen zu haben mit dem kurzen Kurs, er wurde Sechster am Morgen und Siebter am Nachmittag.

Hamilton kann das alles eigentlich fast egal sein, er führt im Klassement mit 41 Punkten vor Bottas, mit 63 vor Verstappen und mit 84 vor Vettel. Ob Formdelle oder ungewohnte Verwundbarkeit mit den Ausrutschern in Spielberg und Hockenheim - Hamilton wirkt in Budapest auch alles andere als nervös, ängstlich oder angeschlagen. Dass er am Nachmittag seine schnelle Runde auf der härtesten und damit langsamsten Reifenmischung fuhr und nur knapp hinter dem Red-Bull-Duo landete, dürfte auch die letzten Zweifel an Hamiltons Rückkehr zu alten Stärke wegwischen.

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